„Bedingungen für Banken immer schwieriger“
Sparkasse Offenburg/Ortenau stellt positive Bilanz vor

Gestiegene Bilanzsumme, gleichbleibender Gewinn: die Zentrale der Sparkasse in Offenburg.
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Offenburg. „Auch vor dem Hintergrund der teilweise nicht einfachen Rahmenbedingungen konnte die Sparkasse Offenburg/Ortenau im abgelaufenen Geschäftsjahr ein gutes
Ergebnis erzielen“, zog Vorstands-Chef Helmut Becker ein zufriedenes
Fazit beim Pressegespräch am Freitag. Er kündigte aber an, dass aufgrund
der anhaltenden Niedrigzinsphase sich die Rahmenbedingungen weiter „zu
unseren Nachteilen“ veränderten. Da es vor allem für kleinere Banken
schwierig würde und angesichts laufender Fusionsgespräche verschiedener
Volksbanken – etwa zwischen Offenburg und Achern –, schob Becker mit der
Aussage, dass es derzeit keine Gespräche gebe, der Diskussion für sein
Geldinstitut einen Riegel vor. „Noch gibt es keine Minuszinsen im
Kundengeschäft. Ob das auch so in Zukunft ist, kann keiner garantieren“,
erklärte Becker die augenblickliche internationale Lage. Profiteure der
Lage seien die hoch verschuldeten Länder.

Die Bilanzsumme ist mit 4,04 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr um 27 Millionen leicht
angestiegen. „Ziel ist es, dieses Niveau in den nächsten Jahren zu
halten“, gab sich Becker optimistisch. Vor diesem Hintergrund wurden die
Eigenanlagen um 113 Millionen Euro auf einen Bestand von 1,43
Milliarden zurückgefahren. Dass dies bei der Sparkasse nicht zu einer
Rückführung der Bilanzsumme geführt habe, liege am sehr dynamischen
Kundengeschäft. Das Kundenvolumen insgesamt stieg auf 6,55 Milliarden
Euro, einem deutlichen Plus von 247 Millionen zum Vorjahr. Der
Bilanzgewinn wird wie im Vorjahr mit 6,3 Millionen Euro ausgewiesen.

Wie schon mehrere Jahre in Folge berichtet die Sparkasse Offenburg/Ortenau
auch für das vergangene Geschäftsjahr über ein sehr dynamisches
Kreditgeschäft. Der Zuwachs des gesamten Kreditvolumens fiel mit 139
Millionen Euro (plus 5,7 Prozent) mehr als doppelt so hoch wie im
Vorjahr aus. Die Kreditbestände erreichten zum Jahresende eine Summe von
2,58 Milliarden Euro. Insgesamt hat die Sparkasse ihren Kunden im
vergangenen Jahr 633 Millionen Euro Darlehenssumme zugesagt. Das
entspricht einer Steigerung von über 38 Prozent gegenüber dem bereits
sehr starken Vorjahr.

Die Sparkasse konnte 2014 von 2200 abgeschlossenen Baufinanzierungen berichten. Diese Zahl wuchs im Geschäftsjahr 2015 auf fast 2800. 171 Wohneinheiten wurden über die
Immobiliencenter im Geschäftsgebiet vermittelt, hinzu kamen drei
Gewerbeeinheiten und sieben Baugrundstücke. 52 Wohnungen konnten zudem
im Kundenauftrag vermietet werden. „Wenn es mehr Gebrauchtimmobilien
gebe, wäre die Zahl höher“, sah Becker eine größere Nachfrage als es Angebote gebe.

Die Vermögensanlagen der Kunden sind um 108 Millionen Euro auf 3,97 Milliarden angestiegen und kratzen damit an der Vier-Milliarden-Grenze. Der Wertpapierumsatz für Kunden erreicht
inzwischen ein Volumen von 492 Millionen Euro und ist um zwei Prozent
gewachsen. „Wer heute Altersvorsorge betreibt, kommt an Wertpapieren
nicht vorbei“, nannte Vorstandskollege Karl Bähr Gründe.

Ob mit weiter steigenden Preisen bei Dienstleistungen wie Bankgebühren für
online geführte Konten zu rechnen sei, verneinte Becker. Aber die
erhobenen 36 Euro jährlich seien auch nicht kostendeckend und zum Teil
sicher der Niedrigzinsphase geschuldet. „Das Bank-Geschäft lebt vom
Zins. Wenn es dauerhaft keine Zinsen gibt – wie soll das gehen“,
orakelte Becker. Einmal im Jahr nimmt ein Kunde die Mitarbeiter einer
Geschäftsstelle statistisch in Anspruch. Dagegen gibt es 120 Kontakte
über den heimischen Computer oder 192 über Smartphones. „Der Kunde
entscheide, ob Filialen geschlossen werden müssen“, so Bähr.
Abgeschlossen sind die Umwandlungen von Filialen in Offenburg-Windschläg
und Lahr-Sulz zu Selbstbedienungsräumen. Das gleiche sei noch für
Kappelrodeck-Waldulm geplant.

Autor: Rembert Graf Kerssenbrock

Gestiegene Bilanzsumme, gleichbleibender Gewinn: die Zentrale der Sparkasse in Offenburg.
Sparkassen-Vorstand Helmut Becker.

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