„Tagtraum-Festival für Anwohner ein Alptraum“

Die Bürgergemeinschaft Uffhofen will gegen weitere Tagtraum-Veranstaltungen mit allen Mitteln vorgehen.
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Offenburg. Noch am Samstag vor einer Woche, genau um 22.29 Uhr, schickte Robert Schulz ein Mail an die Stadt Offenburg: „Der Tagtraum, für uns Anwohner der reinste
Alptraum, ist nun scheinbar zu Ende.“ Mit deutlichen Worten reagierte
der Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Uffhofen auf die am gleichen Tag
am Gifizsee stattgefundene Veranstaltung „Tagtraum-Festival“ mit Musik
ausschließlich für Techno-Fans ab 18 Jahren (6000 Besucher seien es
gewesen) und mit extremem Lärmpegel für die Anwohner in Offenburgs Südwesten.

„Wir hatten in Uffhofen das reinste Chaos“, schreibt Schulz in dem Mail, das der Redaktion vorliegt: „Geschrei, Verkehr, und absolut wildes Parken in allen Straßen“, empört er sich. Auf die
Parkproblematik angesprochen, hätten Polizisten geantwortet: Sie hätten
mit Drogendelikten genug zu tun. Ein Mail der Stadt, in der die
Veranstaltung, die bereits am Nachmittag begann, schön geredet worden
sei, könne die Abteilung Zentrale Bürgerbüro, die für Sicherheit und
Ordnung zuständig war „in den Papierkorb schmeißen“.

Unrat überall, beklagt Schulz gegenüber der Stadt: Flaschen, Müll und
Speisereste seien bis zur Konrad-Adenauer-Schule auf der anderen Seite
des Südrings verstreut gewesen: „Wer wird weiträumig das Gelände säubern
und auf wessen Kosten? Wer kann Müttern mit Kleinkindern zumuten, unter
den Bäumen zu liegen, an die ringsum uriniert wurde?“, fragt Schulz
abschließend. „Gegen weitere Veranstaltungen werden wir mit allen
Mitteln vorgehen“, schreibt Schulz direkt an den Veranstalter.

Inzwischen hat sich auch die SPD-Fraktion im Gemeinderat eingeschaltet: „Hat die
Stadt oder die Messe den party- und konzerterprobten Veranstaltungsort
Messegelände verweigert?“, will sie in der morgigen Sitzung des
Gemeinderats (18 Uhr im Salmen) beantwortet wissen. Ob das
„Traum-Festival am und im Gifiz aus Sicht der Stadtverwaltung gut
verlaufen ist“, lautet die erste Frage. Weiter stellt auch die SPD die
Frage nach dem Unrat am und um den See: „Gab es Schäden, wie war die
Abfall-Lage, und wer kommt für beides auf?“

Statt der Offenburger DLR­G-Gruppe wurde der Lahrer Ortsverband mit der Sicherung
seeseits beauftragt. Zumal die DLR­G Offenburg direkt am See mit einer
eigenen Station vertreten ist, den See kennt und auch im Badebetrieb für
Sicherheit der Gäste sorgt. Auf die Frage: „Gibt es Probleme mit der
DLR­G Offenburg?“ wünscht die SPD daher auch eine Antwort. Das DLRG Lahr
setzte während der Veranstaltung auch ein Motorboot ein. Dieses sei
aber auf dem Gifiz überhaupt nicht zugelassen. Wer dies und warum
genehmigt habe, fragt stellvertretend SPD-Stadtrat Jürgen Gießler, von Beruf Polizist.

Irritierend findet Gießler, dass es Überlegungen der Stadt für ein umweltgerechtes Naherholungsgebiet am Gifiz gebe. Dagegen stehe die „bewusst genehmigte Veranstaltung in einem unserer Wasserschutzgebiete“. Gießler schließt mit der Begründung für zukünftige
Optimierungen: „Die dreistellige Zahl von Einsätzen von Polizei und
Rettungsdienst spricht für sich.“ Auch auf die Gefahr hin als
„Spaßbremse“ bezeichnet zu werden, dürften die Fragen nach
„Ungereimtheiten und Irritationen“ erlaubt sein.

Autor: Rembert Graf Kerssenbrock

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