Warenknappheit auch in Ortenau
Händler bieten kreative Lösungen

Auch bei Elektrogeräten ist eine Warenknappheit zu beklagen.
  • Auch bei Elektrogeräten ist eine Warenknappheit zu beklagen.
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  • hochgeladen von Matthias Kerber

Ortenau (mak/rek/gro). Immer mehr Branchen und Bereiche sind betroffen. Nachdem der stark steigende Preis für Holz vor allem die Baubranche und die Handwerker vor große Probleme stellt (wir berichteten), werden zunehmend auch Fachhändler und -handwerker von Preissteigerungen und Lieferproblemen und damit einhergehender Warenknappheit getroffen.

Die Ausfälle sind insbesondere auf Störungen in den globalen Liefer- und Produktionsketten sowie Containerknappheit als Folge der Corona-Pandemie zurückzuführen. Erschwerend kommen Preissteigerungen bei Rohstoffen und Frachtkosten hinzu, die in einzelnen Warengruppen einen katalysatorischen Effekt auf die Preisentwicklung haben. Das Statistische Bundesamt geht für September von einer Inflationsrate von 4,1 Prozent aus.

Emanuel Seifert, Geschäftsführer des gleichnamigen Möbelhauses in Achern, treffen die Lieferschwierigkeiten vor allem im Bereich der Elektrogeräte wie Herde, Backöfen und Kühlschränke. "Wir haben hierbei einen Lieferverzug von drei bis sechs Monaten", erklärt er. Grund dafür ist nach seiner Einschätzung die schleppende Beschaffung von Elektrochips und -leitern. "Unsere Mitarbeiter geben täglich das Beste für unsere Kunden, aber wenn am Ende des Tages in einer perfekt eingebauten Küche der Kühlschrank oder Backofen fehlt, ist der Frust groß", so Seifert. Um die Lieferengpässe bei Elektrogeräten für die Kunden zu überbrücken, arbeitet das Acherner Traditionshaus zur Zeit mit Leihgeräten, die im Notfall zur Verfügung gestellt werden. Seifert geht davon aus, dass sich die Situation "eher verschärfen" werde. Von der Politik wünscht er sich eine bessere Informationen und Aufklärung der Endverbraucher sowie "intensivere Verhandlungen mit Nicht-EU-Ländern. Die Transportwege müssen sicher und kalkulierbar bleiben", fordert Seifert.

Lösungsorientierte Beratung

Aber auch andere Warenbereiche sind von Engpässen betroffen. "Vor allem im Schuhbereich rechnen wir damit, dass es im Frühjahr schwierig wird, Ware zu bekommen. Alle Markenhersteller sitzen in Vietnam und dort war die Produktion die vergangenen Wochen und Monate geschlossen. Die Lieferungen für Frühjahr und Sommer verschieben sich sehr stark", erklärt Jörg Huber, Geschäftsführer von Sport Kuhn. Man warte teilweise noch auf Ware, die im August hätte geliefert werden sollen. "Da wir seit vielen Jahren gute Beziehungen zu unseren Lieferanten pflegen, werden wir auch als Kunde behandelt, aber wir stehen regelmäßig mit allen in Kontakt, um zu erfahren, wo wir die Ware zeitnah bekommen können. Wir haben einiges vorbestellt und eingelagert, so dass unsere Kunden auch im nächsten Frühjahr kaufen können, was sie brauchen", ist sich Huber sicher.

"Wir sind in allen Bereichen unserer Warengruppen lieferfähig, aber unter Umständen nicht für das ausdrückliche Wunschgerät", erklärt Ralf Seebacher, Geschäftsführer bei Expert Oehler. Nachdem es im vergangenen Jahr während des Lockdowns eine erhöhte Nachfrage nach neuen Kühlschränken, Fernsehern und Co. gegeben hätte, sei es gleichzeitig zu Produktionsausfällen gekommen und dadurch die Lieferketten eben unterbrochen. "Bis auf ganz wenige Ausnahmen reagieren unsere Kunden verständnisvoll", so Seebacher. Die Beratung in den Fachmärkten sei daher "lösungsorientiert. Im Zweifel muss ein Kompromiss gefunden werden, mal ein Feature mehr oder eben eins weniger", erläutert Seebacher, wie Kunde und Händler einig werden. Einen Rat hat Seebacher angesichts längerer Lieferfristen: "Wenn Geräte erste Störungen hätten, gleich nach Ersatz umschauen."

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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