Gemeinschaftsschule als Schulform der Zukunft

Im „Kleinen Bildungszentrum“ der Grimmelshausenschule sind Haupt- und Realschule sowie Werkrealschule untergebracht.
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Renchen. „Ein Thema, das uns sehr am Herzen liegt“, so Renchens Bürgermeister Bernd Siefermann, stand am Montagabend im Mittelpunkt der Sitzung des Gemeinderats: die
Zukunft der Schule. Ziel der Gemeinde als Schulträger sei es, den
Schulstandort Renchen weiter zu stärken und alles in der eigenen Macht
Stehende zu tun, um möglichst gute Lehr- und Lernbedingungen zu
erhalten. Schulamtsdirektor Wolfgang Zink und Schulrat Alexander
Lehrmann waren in die Sitzung gekommen, um die Gemeinschaftsschule als
Schulform der Zukunft vorzustellen.

In einer knapp halbstündigen Präsentation informierte Lehrmann über diese Schulform und machte deutlich, dass Kinder hier länger gemeinsam lernen, menschliche
Unterschiede als Bereicherung empfunden und im Sinne der Inklusion auch
Kinder mit Behinderung einbezogen werden. Von der Organisation umfasst
die Gemeinschaftsschule die Sekundarstufen I und II, die Grundschule
kann mit einbezogen werden. Die Gemeinschaftsschule ermöglicht
Hauptschul- und Realschulabschluss sowie Abitur.

Vorgestellt wurden die Bildungsstandards und der neue Bildungsplan, der künftig für
alle Schularten gilt, er wird derzeit erprobt und ab 2015/16 verbindlich
eingeführt. Dann stehen nicht mehr Klassen, sondern Lerngruppen im
Vordergrund. „Ziel ist ein Maximum an individuellem und ein Optimum an
gemeinsamem Lernen“, betonte Lehrmann und verwies auf das
selbstverwaltete Lernen. Der Lehrer hat eine neue Rolle als
Lernbegleiter und Coach. Es wird differenzierte Beurteilungen über den
jeweiligen Leistungsstand geben. In Abschlussklassen oder bei
Schulwechsel gibt es auch Noten, selbstverständlich auch auf Wunsch der Eltern.

In der Sekundarstufe I sind Gemeinschaftsschulen Ganztagsschulen. Im Endausbau sollen Lehrkräfte aller Schularten an der
Gemeinschaftsschule unterrichten und in allen Lerngruppen eingesetzt
werden können. Zur Antragstellung machte Lehrmann deutlich, dass ein
pädagogisches Konzept, bauliche Voraussetzungen und eine
Mindestschülerzahl erforderlich sind, ebenso ein Beschluss der
Schulkonferenz, in der Lehrer, Eltern und Schüler vertreten sind. Als
Vorteile der Gemeinschaftsschule fasste er zusammen, dass alle
Schulstandards vertreten sind, bei entsprechender Schülerzahl auch die
Sekundarstufe II bis zum Abitur, die Entscheidung über gewünschte
Abschlüsse muss erst in den Klassen 9 oder 10 erfolgen und der
Klassenteiler liegt mit 28 niedriger als bei anderen Schularten.

„Die Gemeinschaftsschule bietet sehr viele Möglichkeiten“, betonte auch
Schulamtsdirektor Zink. Man müsse sich aber sehr intensiv damit
beschäftigen, um ein passgenaues Modell hinzubekommen. Erforderlich sei
ein Umdenken bei Lehrern, Schülern und Eltern, dazu komme eine komplexe
Organisation. Insofern sei die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule
eine große Herausforderung. Sein Lob galt Stadtverwaltung und
Gemeinderat für die Bereitschaft, sich intensiv mit der Zukunft der
Schule zu beschäftigen. Die Stellungnahmen der Fraktionen waren
eindeutig: die Gemeinschaftsschule als Schule der Zukunft soll
angestrebt werden.

Autor: pm

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dtp02 dtp02 aus Offenburg

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