"Schule ohne Rassismus"
Das Anne-Frank-Gymnasium Rheinau lebt die Ziele

"Bunt statt braun" war das Motto des "Farbenfests" 2018
  • "Bunt statt braun" war das Motto des "Farbenfests" 2018
  • Foto: Anne-Frank-Gymnasium
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Rheinau (djä). Wie wird man eine "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage"? Für die Aufnahme in das bundesweit größte Schulnetz gibt es einige Vorgaben. Über 2.700 Schulen im Land haben diese derzeit erfüllt. Im Rahmen der Aktion des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) "Das geht uns alle an!" stellen wir in loser Folge Aktivitäten und Menschen rund um "Schule ohne Rassismus" vor.

Das Anne-Frank-Gymnasium in Rheinau trägt den Titel seit Juli 2018. "Eine Schülerin, die mittlerweile ihren Abschluss gemacht hat, brachte die Idee in die Schule. Wir waren gleich überzeugt", erzählen Linda (16), Yasmeen (16) und Aylin (17). Weitere Mitstreiter fanden sich schnell.

Kein Mobbing

Die Idee, dass an ihrer Schule niemand gemobbt und diskriminiert werden sollte wegen seines Aussehens, seiner Herkunft, seines Glaubens oder anderer persönlicher Merkmale, schien ihnen nur gerecht. Dafür wollten sie sich einsetzen. Schulleiter Thomas Müller-Teufel und die Lehrerschaft unterstützten das Engagement ihrer Schüler. Diese gründeten eine AG, eine Arbeitsgemeinschaft, und zogen gemeinsam durch die Klassen, um das Projekt vorzustellen. "Wir waren auch durch die allgemeine Entwicklung in Deutschland wachsam geworden. So etwas wollten wir an unserer Schule nicht haben", erklären sie ihren Einsatz. "Wir haben dann oft mit dem Trägerverein, der Aktion Courage e. V. in Berlin telefoniert, weil wir so viele Fragen hatten", erinnern sie sich.

"Farbenfest"

Mit viel Engagement überzeugten sie ihre Mitschüler, Lehrer und die Mitarbeiter an ihrer Schule. Die Schüler leben ihre Überzeugung. Das Schild an der Wand mit dem Titel ist nicht genug, sagen sie. Deshalb haben sie bereits einige Aktionen durchgeführt. "Wir haben ein ausmalbares Wörterbuch gestaltet und mit Flüchtlingskindern spielerisch die deutsche Sprache geübt", erzählen Linda, Yasmeen und Aylin. Und dann gab es das "Farbenfest" im Sommer. Inspiriert vom indischen Frühlingsfest Holi, setzten sie unter dem Motto "Bunt statt braun" ein Zeichen für Respekt und Akzeptanz. "Das war eine außergewönliche Aktion, gerade für eine so kleine Schule wie unsere", finden die drei Schülerinnen.

Von Rassisten verfolgt

"Unsere Schule trägt den Namen eines von Rassisten verfolgten Mädchens. Das ist wie eine Aufforderung für uns, für die Botschaft einzustehen: So etwas darf bei uns in Deutschland nie wieder geschehen. Wir dürfen es nicht zulassen", sagen Linda, Yasmeen und Aylin. Wir engagieren uns Tanisha (12): "Wenn jemand verfolgt wird, soll er sich auch trauen können, hierher zu kommen. In der Schule haben wir Streitschlichter, wenn es ein Problem mit Ausgrenzung und Mobbing gibt.
Leonie (12): "Es ist ungerecht, jemanden auszuschließen. Auch außerhalb der Schule höre ich manches, zu dem ich nicht okay sagen will. Da finde ich es wichtig, den Mut zu haben, das zu sagen und mich zu wehren."

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