Nach 500-jährlichem Hochwasser
Schwachstellen nach zehn Jahren optimiert

Bürgermeister Carsten Gabbert (rechts) und Bauhofleiter Reinhard Ams am Einlassbauwerk am Kirchgraben in Schuttertal, das für den Hochwasserschutz mit einem Gitter versehen wurde.
  • Bürgermeister Carsten Gabbert (rechts) und Bauhofleiter Reinhard Ams am Einlassbauwerk am Kirchgraben in Schuttertal, das für den Hochwasserschutz mit einem Gitter versehen wurde.
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  • hochgeladen von Daniela Santo

Schuttertal (ds). Das Unwetter am Sonntag sorgte zwar für etliche Einsätze der Polizei, verlief in der Ortenau aber glimpflich. So waren mancherorts Stromausfälle und umgestürzte Bäume zu beklagen, Flüsse oder Bäche traten aber nicht über die Ufer – nicht zuletzt dank zahlreicher Schutzmaßnahmen. So sind zehn Jahre, nachdem ein 500-jährliches Hochwasser am 1. September 2008 im Schuttertal große Schäden angerichtet hat, nun alle – bisher bekannten – Schwachstellen im Hochwasserschutz beseitigt. Vorausgegangen waren intensive Auswertungen, Begehungen und Beobachtungen.

"Das heißt aber nicht, dass ein gleiches Ereignis an anderer Stelle uns wieder vor die gleichen Fragen stellen kann", betont Bürgermeister Carsten Gabbert bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Stadtanzeiger. Das gelte insbesondere im Fall von Starkregen-Ereignissen, die nur lokal begrenzt seien, dafür aber immer häufiger auftreten würden. "Das macht uns Sorgen, aber darauf müssen wir uns einfach einstellen. Allerdings können wir nicht auf alle Extreme baulich vorbereitet sein", gibt er zu bedenken. Zum Glück sei Schuttertal in den vergangenen Jahren von weiteren extremen Hochwasser-Ereignissen verschont geblieben. Mehrere Starkregen hätten aber bereits gezeigt, dass die Hochwasserschutz-Maßnahmen gegriffen haben. "Das ist ein sehr gutes Gefühl. Komplett schützen können wir uns aber nicht vor einem 100-jährlichen Hochwasser", betont Bauhofleiter Reinhard Ams.

Ingenieure, das Amt für Wasserwirtschaft, Bauhof und Anwohner hätten damals das 500-jährliche Hochwasser anhand von Fotos analysiert. Schnell sei klar gewesen, dass etwa ein teures Hochwasserrückhaltebecken oder Dämme wenig Sinn für die Gemeinde machten. "Damit hätten wir nur einen kleinen Teil der Einwohner schützen können", so Bürgermeister Gabbert. Denn die Schutter laufe mitten durch das Schuttertal und werde permanent von kleinen Zuflüssen gespeist, von denen ebenfalls Gefahr ausgehe.

Stattdessen habe Reinhard Ams mit seinem Team etwa bei Regenperioden immer wieder Teile des 5.000 Hektar großen Gemeindegebiets abgefahren, um zu sehen, wo sich das Wasser wie seinen Weg sucht. So seien weitere Schwachstellen im Hochwasserschutz entdeckt worden. "Wir haben dann nach einfachen Lösungen gesucht", erläutert der Bauhofleiter. Neben vielen privaten Maßnahmen habe die Gemeinde beispielsweise Böschungen erhöht, das Gefälle von Straßen verändert, damit das Wasser den "richtigen" Weg nimmt, neue Leitungen für die Regenentwässerung verlegt und an Bächen die Regenwassereinläufe optimiert.

"Etwa zehn Maßnahmen waren es insgesamt, die alle für sich genommen nicht viel gekostet haben", so Carsten Gabbert. So sei zum Beispiel das Einlassbauwerk am Kirchgraben in Schuttertal mit einem Eisengitter versehen worden, das verhindern soll, dass Geröll oder Äste den Einlass verstopfen. An anderer Stelle des Kirchgrabens, oberhalb der Wassertretstelle, seien Hecken gepflanzt worden – als natürlicher Sand- und Geröllfang. "Das hat sich bereits bewährt. Das Regenwasser kann hier optimal abfließen und verschmutzt auch das Wasserbecken nicht mehr", berichtet Reinhard Ams, auf dessen Idee diese Maßnahme fußt.

Hochwasserschutz sei ein Full-Time-Job, betont er. "Ich bin immer mit offenen Augen und Ohren unterwegs", sagt der Bauhofleiter und Bürgermeister Gabbert ergänzt: "Dankbar sind wir auch immer für Hinweise von den Anwohnern."

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