"Zorro" im Seelbacher Klostergarten
Auf Position bei den Proben

Zur Ouvertüre von "Zorro" versammelt sich die Dorfgemeinschaft auf dem Platz der "Cantina" im Seelbacher Klostergarten.
  • Zur Ouvertüre von "Zorro" versammelt sich die Dorfgemeinschaft auf dem Platz der "Cantina" im Seelbacher Klostergarten.
  • Foto: Stephan Tissot
  • hochgeladen von Daniela Santo

Seelbach (stp). Wie entwickelt sich aus einem Text ein Schauspiel? Das Skript enthält bloße Worte, die Geschichte, die in knapp zwei Wochen im Seelbacher Klostergarten als "Zorro" Premiere feiert, erfordert die Interaktion von vielen Menschen, nicht nur auf der Bühne. Dass da jede Menge Schweiß, Arbeit und Engagement – gepaart mit der richtigen Dosis Spaß – dabei sind, werden die Zuschauer bei den Vorstellungen nicht mehr erleben.

Probenbeginn um 18 Uhr

"Auf Position." Von 18 Uhr an, es ist Freitag, beginnt die Kirche St. Nikolaus in Seelbach, das Wochenende einzuläuten. Das verhindert den pünktlichen Start, der wie immer um 18 Uhr für die gesamte Crew – Wiener Schauspieler und alle Darsteller des Schuttertals – geplant ist. Die Mimen – alle in Zivil, das heißt, noch ohne Kostüme – haben sich neben, hinter und vor der Bühne versammelt. Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, gibt die Glocke Ruhe.

Die erste Szene beginnt. Die Handlung hier ist einfach, aber wichtig: Die Bewohner des Dorfes San Juan Capistrano versammeln sich auf dem Platz vor der Cantina. Dass der scheinbare Auflauf eine genaue Choreografie erfordert, liegt auf der Hand. Es sind jetzt mehr als 20 Personen, die nach wenigen Augenblicken ihre exakten Positionen innehaben müssen. Am auffälligsten ist der Aufmarsch der Indianer, die später für die Zuschauer und jetzt für die Regie von rechts der Rampe empor tanzen, einen Kreis am Torbogen bilden und sich weiter im Kreis drehen. Jetzt kommt auch Leben in die Bewohner des Fleckes im Süden Kaliforniens. Mit einem Wirrwarr auf Spanisch und Deutsch werden Positionen für das Stück abgesteckt. Im Hause des Wirtes (Gernot Kogler) hängt der Haussegen wohl schief. Zank braucht aber keine Sprache, um verstanden zu werden. Kristina Fehse, die für die Choreografie des Stücks verantwortlich ist, kann hier als Statistin ordentlich – vorerst auf Spanisch – wettern.

Alle Darsteller haben ihre Positionen abgesteckt. Jetzt beginnt unmittelbar der Aufbau der eigentlichen Geschichte. Regisseurin Katja Thost-Hauser verkörpert mit ihrer wirklichen Tochter Chiara-Marie die gute Seite. Da sind eine Witwe und deren junge und hübsche Tochter genau richtig, Begehren – die Bösen im Stück – zu wecken. Jetzt reden endlich alle Deutsch: Die Fronten sind durch die Worte, Gesten und die Positionen klar.

Bei der Ouvertüre sind fast alle Darsteller involviert. Innerhalb weniger Tage haben alle Darsteller diese Massenszene als Einführung zu "Zorro" entwickelt. Im klassischen Drama wird damit in der Eröffnung dargestellt, was das Thema des kommenden Schauspiels sein wird. In "Zorro", so könnte man vermuten, wird das ein Stück über Gut und Böse, in dem von Anfang an alles klar sein sollte. Der Satz, dass Zorro geläutert werden müsse, zeigt aber an, dass das Stück zwischen Schwarz und Weiß sicher viele Schattierungen aufweisen wird.

Aufführungstermine

Am Samstag, 8. September, feiert "Zorro" um 18 Uhr im Seelbacher Klostergarten Premiere. Weitere Aufführungen sind am 9., 12., 14. und 15. September um 18 Uhr, am 16. September um 15 Uhr.

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