Jürgen Hartmann im Sonntagsporträt
Der Fußball bleibt sein Zuhause
- Jürgen Hartmann will es noch einmal wissen: Anfang Juli hat er als Trainer bei der Frauenmannschaft des SC Sand angefangen.
- Foto: Michael Bode
- hochgeladen von Christina Großheim
Seelbach Die ersten Trainingseinheiten haben Jürgen Hartmann und die Damenmannschaft des SC Sand schon hinter sich. Der 63-Jährige ist seit Anfang Juli dort Trainer. Es ist zwar nicht seine erste Station auf dem Posten, aber: "Es ist doch etwas Neues, ich habe noch nie eine Frauenmannschaft trainiert."
Der Sport spielte schon immer eine große Rolle im Leben des gebürtigen Seelbachers. "Ich bin mit sieben oder acht Jahren in den FSV Seelbach eingetreten", erinnert sich der ehemalige Profikicker. Der Weg führte von der Seelbacher Jugend über den FV Lahr nach Offenburg. Es war in einer Glanzzeit des Offenburger Fußballvereins. "Die erste Mannschaft war gerade Amateurmeister geworden", beschreibt er das Jahr 1984. Zwischen 1.500 und 1.600 Zuschauer kamen bei jedem Spiel ins Karl-Heitz-Stadion. "Leider ist damals nicht der nächste Schritt gemacht worden", bedauert Hartmann, dass der Verein seine Chancen nicht nutzen konnte.
Auf dem Weg zur Profikarriere
Er selbst war auf dem Sprung nach oben. Er studierte zwar in Karlsruhe Wirtschaftsingenieurwesen, knüpfte aber auch die ersten Kontakte zu Bundesligavereinen. In Mönchengladbach nahm er unter Trainerlegende Jupp Heynckes an einem Probetraining teil. "Leider ist nichts daraus geworden", sagt er mit leichtem Bedauern. Doch die nächste Station in seinem Fußballerleben war ein Volltreffer: "Ich wechselte nach der Bundeswehr zum VfB Stuttgart", erzählt der defensive Mittelfeldspieler.
Es war die große Zeit der Schwaben: Die Mannschaft stand 1986 im DFB-Pokal-Finale. "Leider haben wir gegen die Bayern verloren", so Hartmann. Drei Jahre später gelang der nächste Coup: Der VfB bestritt das UEFA-Cup-Finale 1989 gegen den SSC Neapel mit Diego Maradona. Sechs Jahre stand Jürgen Hartmann bei nahezu jedem Spiel auf dem Platz. "Ich habe kaum auf der Bank gesessen", so Hartmann und stellt rückblickend auf seine Karriere fest: "Ich hatte Glück, da ich keine schweren Verletzungen hatte."
Wie aus einem Spieler, ein Trainer wird
1991 zog die Familie, Jürgen Hartmann hatte inzwischen geheiratet, nach Hamburg. Bis 1997 lief der Mittelfeldspieler für den HSV auf, fünf Jahre davon trug er die Kapitänsbinde. Auf die Frage, ob er auch Gast im Fernsehen gewesen sei, sagt er schlicht und nicht unzufrieden: "Da gab es interessantere Spieler als mich. Ich hatte immer meine Ruhe." An Hamburg erinnert er sich noch heute gerne zurück. "Das war eine schöne Zeit", so Hartmann. Dennoch nahm er ein Angebot des FC Basel an und wechselte in die Schweiz. Zwei Jahre war er dort Spieler, bevor er seine aktive Karriere beendete und dort erste Erfahrungen als Trainer sammelte. Der Wechsel auf die Trainerbank führt ihn zurück zum OFV. In der Saison 2006/2007 verpasste die Mannschaft nur knapp den Aufstieg in die Oberliga. Danach ging es zu Alemannia Aachen als Co-Trainer von Guido Buchwald. Weitere Trainerstationen waren in Großaspach und Stuttgart.
Nach dem Verlust seiner Frau legte er bewusst eine Pause ein: "Meine Familie brauchte mich." Nun, da seine Töchter erwachsen sind, wagt er beim SC Sand den Neustart. Ohne Sport geht in seiner Freizeit nichts: Tennis, Golf und Skifahren halten ihn fit. Und er blüht auf, wenn er über Musik redet. Seine Favoriten sind noch immer "Pink Floyd" und "Genesis", aber auch "Dire Straits" oder die "Red Hot Chili Peppers" hört er gerne.
Jürgen Hartmanns persönliche Tipps
Beste WM-Mannschaften 2026
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Beste Trainer
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