Internationale Fachtagung in Willstätt
Über die Bedeutung Moscheroschs

Im vergangenen Jahr eröffnet: Dauerausstellung im Rathaus
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Willstätt (st). Im April jährt sich der Todestag von Willstätts berühmtem Sohn Johann Michael Moscherosch (1601 bis 169) zum 350. Mal. Zu diesem Anlass würdigen die Gemeinde und die Universität Heidelberg in Verbindung mit dem Deutschen Literaturarchiv und der Grimmelshausen-Gesellschaft das vielseitige und literaturhistorisch hochbedeutende Werk des Autors mit einer international und interdisziplinär besetzten wissenschaftlichen Tagung.

Vom 3. bis 5. April sind die Wissenschaftlicher im Bürgersaal des Rathauses Gast in Willstätt. Sie ist auch für Interessierte frei zugänglich. Die Öffentlichkeit ist zudem am Mittwoch, 3. April, um 18.30 Uhr zu einem Vortrag von Wilhelm Kühlmann mit dem titel "Alamode: Verfremdung, Überfremdung und Anti-Moderne im Werk Moscheroschs und in seinem Umkreis". Der Vortrag wird musikalisch begleitet von Anna Zimmermann (Barockfagott) und Ekkehard Weber (Viola da Gamba).
Eröffnet wird die Tagung am 3. April um 12 Uhr von Bürgermeister Christian Huber.

Unter verschiedenen Überschriften – Autor und Netzwerk, Kultur und Transfer, Satire und Roman, Literatur und Wissen, Rezeption – finden an den drei Tage Fachvorträge statt. Eine Abschlussdiskussion am 5. April um 12.15 Uhr beendet die Fachtagung. Für Details zum Programm können sich Interessierte an Holger Hemler bei der Gemeindeverwaltung, Telefon 07852/43313, wenden.

Moscherosch ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Erzähler des 17. Jahrhunderts und sein Werk ein Meilenstein auf dem windungsreichen Weg zum deutschen Roman. Seine erstmals 1640 veröffentlichte "Gesichte Philanders von Sittewalt" ist vielleicht die bedeutendste satirische Erzählsammlung der frühen Neuzeit in deutscher Sprache.

Im 17. Jahrhundert ist dieser Text auf dem Buchmarkt, wie man an den zahlreichen Neuauflagen und diversen Raubdrucken erkennen kann, ungleich erfolgreicher als der heutige kanonische "Simplicissimus Teutsch" von Hans Jacob Christoffel vom Grimmelshausen, der in manchem von Moscheroschs Philander abhängig ist. Darüber hinaus ist der zwischen Rhein und Schwarzwald in Willstätt geborene Moscherosch ein herausragender Vertreter des südwestdeutschen Späthumanismus, ein bedeutender Epigrammatiker, Pädagoge und Lexikograph.
Im vergangenen Jahr eröffnete die Gemeinde Willstätt im Erdgeschoss des Rathauses eine Dauerausstellung zu Leben und Wirken Moscheroschs.

Im vergangenen Jahr eröffnet: Dauerausstellung im Rathaus
Das Interesse an Willstätts berühmten Sohn wächst stark an.

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