Hans-Dieter Mann war über 40 Jahre im Konkordia-Vorstand
Das Ehrenamt bestimmt die Hälfte seines Lebens

Die Musik mit dem Baritonhorn, seine Firma und seine Familie hat Hans-Dieter Mann in den vergangenen Jahrzehnten unter einen Hut gebracht.
  • Die Musik mit dem Baritonhorn, seine Firma und seine Familie hat Hans-Dieter Mann in den vergangenen Jahrzehnten unter einen Hut gebracht.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Willstätt. In der Zeit, während in anderen Vereinen mehrere Generationen von ehrenamtlichen Vorständen aktiv sind, hat Hans-Dieter Mann eine Spanne von fast vier Jahrzehnten allein geprägt: Insgesamt 43 Jahre, davon 38 im Vorstand, war er maßgeblich im Musikverein Konkordia Willstätt tätig. "Was er getan hat, kann einer alleine heute nicht mehr leisten", hieß es daher auch, als er vor wenigen Wochen seinen Rückzug erklärte. In dieser Zeit hat der 70-Jährige aber nicht nur das Vereinsleben verinnerlicht, sondern auch noch seine Metall-baufirma aufgebaut.

Der im heutigen Rheinauer Ortsteil Diersheim aufgewachsene Mann hat, wie viele vor und nach ihm, in der Grundschule mit dem Erlernen der Blockflöte die Liebe zur Musik entdeckt. So wurde er nach dem Umzug seiner Familie beim Musikverein Konkordia aktiv. Das Baritonhorn wurde im Orchester sein Instrument. Mit 16 Jahren trat Mann zudem der Feuerwehr bei, damals noch in Diersheim, später eben in Willstätt. Dass er der Altersabteilung weiter treu bleibt, passt dabei zur Mann'schen Beständigkeit.

1976 wurde er erstmals als Kassier in den Konkordia-Vorstand gewählt. Fünf Jahre später, aufgrund eines Todesfalls im Vorstand, übernahm er den Vorsitz. Neben der aktiven Musik liefen bei ihm über die Jahre verteilt auch allerlei Fäden zusammen: die Organisation von Festen und Veranstaltungen und etwa die Aufgaben als Noten- und Zeugwart.

Gearbeitet hat Mann als gelernter Maschinenbauer anfangs bei den Badischen Stahlwerken in Kehl. "In den 70er-Jahre begann der Gründungsboom", erinnert sich Mann. Auch er wagte am 16. Juni 1972 den Schritt in die Selbstständigkeit. "In einer stillgelegten Schreinerei fing ich als Ein-Mann-Betrieb an." Manns Schwerpunkte waren die Instandhaltung von Maschinen, die Fertigung sowie seine Tätigkeit als Zulieferer. "Unsere früheren Nachbarn mussten manches Mal unter unserer Arbeit leiden, da wir von Beginn an ein Hauptaugenmerk auf Schweißproduktionen gelegt haben", erkennt er deren Geduld an.

Generationswechsel im Verein und der Firma

Zwei Jahre später erfolgte der Umzug und damit ging der Aufbau des Unternehmens weiter. "Von mir als einzigem Mitarbeiter haben wir es geschafft, inzwischen 25 Menschen zu beschäftigen", blickt Hans-Dieter Mann auf die Entwicklung zurück.

Vor zwölf Jahren wurde der Generationswechsel vollzogen, erklärt Mann, dass Sohn Holger inzwischen die weltweiten Geschicke des Unternehmens von Willstätt aus leitet. "Ich bin aber immer noch als Co-Pilot täglich in der Firma und halte auch noch Kontakte zu verschiedenen Auftraggebern und Kunden etwa im Sägewerksbereich", so der 70-Jährige. Dazu gehören Großprojekte in Frankreich und Irland. Holger Mann "hat gemacht, was der Vater nicht gemacht hat: ein Ingenieursstudium", erklärt Hans-Dieter Mann. Dass Holger Mann sein Studium im östlichen Görlitz absolvierte, "war damals eine Familienentscheidung".

Die Aktivitäten des Musikvereins Konkordia haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. Dennoch: Die Vereinsjubiläen werden im Fünf-Jahres-Rhythmus groß mit befreundeten Kapellen über ein Wochenende gefeiert. "Immer steht bei unseren Auftritten die Geselligkeit im Vordergrund", nennt Mann ein Ziel des Orchesters, dass auch im Rahmen des Willstätter Jahrmarkts auftritt. Das Jahreskonzert findet seit 25 Jahren im Rahmen eines Gottesdienstes in der Weihnachtszeit statt. Zu den geselligen Auftritten gehört auch der Musikerhock, der zusammen mit dem Musikverein Eckartsweier jetzt stattfand. Der Verein ist im Bereich des Nachwuchses gut aufgestellt: Von den 64 aktiven Mitgliedern sind fast die Hälfte unter 18 Jahren, die zum Teil bereits im großen Orchester fest eingebunden sind. Es gehört ein weiteres Ehrenamt zum Leben von Hans-Dieter Mann. 13 Jahre war er der Vizepräsident im Blasmusikverband Ortenau. "Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig", erklärt Mann seinen diesjährigen Rückzug auch hier. Sein Sohn Holger ist seinem Vater auch im Vorstand des Musikvereins gefolgt.

So bleiben die Familie, zu der auch zwei Enkelkinder gehören, die Musik und die Firma die bestimmenden Elementen in Manns Leben.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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