13. November 2017, 15:20 Uhr | 0 | 5 Leser

Ihre Begleiterin durch die Woche
Richtungsänderung rettet das Leben

Renate Schmidt
Renate Schmidt

Morgens auf der Landstraße, im Scheinwerferlicht sehe ich ein kleines Häslein am Straßenrand: Es verharrt vor dem Graben. Ich fahre ganz langsam, schalte kurz das Licht aus, damit es nicht geblendet wird, schalte es wieder an: es springt mit weiten Sätzen die Straße weiter – aber mir voraus! „O nein, Du Dummes, spring doch einfach in den Graben!“ Ich fahre langsam weiter – das Häslein verharrt wieder, ich schalte das Licht aus – es rast weiter vor mir her auf der Straße…
Im Rückspiegel sehe ich zwei Autos schnell näherkommen, ich schalte den Warnblinker an, vor mir sehe ich ein entgegenkommendes Auto. Ist das Schicksal des Kleinen jetzt wohl besiegelt? Die beiden Autos hinter mir fahren etwas langsamer, dann überholen sie mich und setzen ihre Fahrt fort, das andere fährt an mir vorbei. Ich fahre auch weiter und suche nach Spuren von einem überfahrenen Hasen, aber da sind keine. Hat der Kleine es doch noch geschafft, seine Richtung zu ändern und ist mit einem Satz in den rettenden Straßengraben gesprungen? Hat diese Übermacht von Lärm und Lichtern ihn dazu bewegt?

Eine Übermacht von Lärm und Lichtern – für Häslein und für Menschen! Ich rase manchmal auch in die falsche Richtung, und ein Sprung zu Jesus könnte die Rettung sein. Ich lasse mich bluffen vom Großen und Drohenden – dabei könnte ich so sicher sein, wenn ich die Richtung ändere. Die Straße scheint so klar die Richtung vorzugeben, aber sie wird das Häslein umbringen.

Jesus sagte zu seinen Freunden: „Ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe“, aber er sagte auch: „Kein Spatz fällt auf die Erde ohne dass es euer Vater im Himmel weiß“. (Matthäus 10,16.29) Wie schutzlos sind wir manchmal, wie ballt sich die Gefahr drohend zusammen, manchmal kommt es ganz „dick“. Aber die Zusagen der Bibel sind gültig nach wie vor, und sie sind verstehbar für jeden. Jesus ist da. Er hat die Macht, mich zu retten und jeden, der sich ihm in die Arme wirft. Dazu fallen mir einige Zeilen von Ursula Koch ein: „Ich seh an manchen Tagen nicht einen Schritt vorher: Du willst mich dennoch tragen, so dicht der Nebel wär.“

Renate Schmidt
Ev. Kirchengemeinden Willstätt und Hesselhurst