An(ge)dacht

Beiträge zum Thema An(ge)dacht

Panorama
Rüdiger Kopp

Angedacht: Rüdiger Kopp
Die ganze Welt ist ein gemeinsames Team

So schreibt Martin Wolfgang Haas in seinem Gedicht „Aus der Schreinerei“: Eines Tages, die Arbeit war vorbei, / da gab's ‘ne Versammlung in der Schreinerei. / Die Werkzeuge hielten gemeinsam Rat, / wer von ihnen den Vorsitz hat. / Der Hammer nicht, der ist zu brutal / und macht den Nägeln das Leben zur Qual. / Die Schrauben muss man endlos drehen, / bis endlich ein Erfolg zu sehen. / Das Schmirgelpapier scheint auch nicht sehr schlau, / im Umgang ist es ruppig und rau. / Der Zollstock ist zwar...

  • Kehl
  • 15.05.22
Panorama
Christian Meyer

Angedacht: Christian Meyer
Glückselig am Fahrkartenautomaten

„Kennen Sie sich mit dem Ding aus?“ Der ältere Herr am Bahnsteig schaut verzweifelt. Er zeigt auf den roten Fahrkarten-Automaten. „Was muss ich da eingeben nach Freiburg? Ich kapiere es nicht.“ Ich gestehe: "Ich verzweifle auch oft an den Dingern. Ich versuche es gerne. Müssen Sie nur hinfahren oder auch zurück?“ „Heute Abend muss ich zurück. Und in Freiburg mit Straßenbahn“, erklärt der Mann. Ich schaue auf die Uhr. Wir haben noch drei Minuten. Etwas unruhig tippe ich mit dem Finger durchs...

  • Haslach
  • 08.05.22
Panorama
Stefan Falk

Angedacht: Stefan Falk
Alle gemeinsam für bessere Bedingungen

Der 1. Mai fällt heute auf einen Sonntag. Also ein verlorener Feiertag? Anders betrachtet: Menschen auf der ganzen Welt begehen alljährlich diesen Tag der Arbeit als gesetzlichen Feiertag. Vielleicht müssen Sie heute arbeiten? Gehen Sie vielleicht traditionell mit Familie und Freunden auf Mai-Tour? Ihr Begleiter diese WocheAls junger Erwachsener war ich regelmäßig mit Freunden auf dem Fahrrad unterwegs, mit Zwischenstopps auf Mai-Hocks in unserer schönen Ortenau. Auf den 1. Mai hab ich mich oft...

  • Offenburg
  • 01.05.22
Panorama
Dieter Fettel

Angedacht: Dieter Fettel
Nächstenliebe ist positiv ansteckend

Im Moment scheint die Welt im Chaos zu versinken und uns die Felle wegzuschwimmen. Immerhin: Corona ist nur noch auf Platz zwei der täglichen Meldungen. Aber zu welchem Preis? Die Allmachtsphantasie eines von der Macht korrumpierten alten Mannes bringt Mord und Totschlag, treibt elf Millionen Menschen in die Flucht, leert unsere Mehl- und Ölregale – wieder einmal –, greift uns bei Treibstoffen, Heizöl und Gas tief in die Taschen und bringt die Wirtschaft ins Stocken. Ihr Begleiter diese...

  • Lahr
  • 22.04.22
Panorama
Falko Hoferichter

Angedacht: Falko Hoferichter
Ostereier sind bunt – Gott aber auch?!

Am heutigen Tag feiern wir das Osterfest, die Auferstehung Jesu und für viele Kinder und Enkel die ersehnte Gelegenheit, die bunten Eier des Osterhasen zu suchen. Nach 40 Tagen Fastenzeit zünden wir als Christ am Ende der Karwoche eine Kerze am Osterfeuer an, lassen Hoffnung und Licht in unser Leben. Und die Gewissheit: Das Leben besiegt am Ende den Tod. Aber ist das wirklich so? Rituale und Feste der KircheIn meiner Arbeit mache ich immer wieder die Erfahrung, dass die Rituale und Feste der...

  • Offenburg
  • 17.04.22
Panorama
Andreas Moll

Angedacht: Andreas Moll
Leid, Qual, Hohn und grausame Hinrichtung

Palmsonntag – Jesus zieht in Jerusalem ein. Eine vertraute Geschichte, obwohl oder gerade weil sie so skurril daherkommt. Wie ein König wird Jesus in der Stadt empfangen. Doch welcher König zieht den Esel der Kutsche vor und lässt sich zerschlissene Kleider statt einem roten Teppich auslegen? Fähnchen zum Winken werden durch Zweige der Palmbäume ersetzt, die wiederum dem Sonntag seinen Namen gaben. Die scheinbar so freudige Szenerie nimmt damit schon etwas von dem vorweg, was in den folgenden...

  • Renchen
  • 10.04.22
Panorama
Petra Zeil

Angedacht: Petra Zeil
Geschichte vom alles verändernden Traum

„Just one dream can change a nation, just one man can open a door“, so singt Chris de Burgh in der Hymne "Legacy". Und ich denke: Wie wahr – im Guten wie im Schlechten. Ein Traum kann eine Nation verändern. Ein Mann oder eine Frau kann etwas anstoßen, was Millionen betrifft. Vielleicht sogar die ganze Welt. Ihre Begleiterin diese WocheManchmal kann das ein böser Traum sein, eine irre Machtphantasie, die Chaos und Leid verursacht. Einer kann sagen: „Ich will Krieg!“ – und Zerstörung nimmt ihren...

  • Lauf
  • 03.04.22
Panorama
Eva Ahrnke

Angedacht: Eva Ahrnke
Ich wollte meinen Sohn nicht hergeben

Mein Sohn ist zehn Jahre alt. Ein großer, schlaksiger Junge.  Er spielt gerne Fußball, liebt Gitarrenmusik und ärgert manchmal seine Schwestern. Ein ganz normaler Junge eben, der sein Leben genießt und noch so viel Zukunft vor sich hat. Der Junge, den ich heute Morgen am Bahnhof gesehen habe, mag ein wenig älter sein als mein Sohn. Vielleicht spielt auch er gerne Fußball und ärgert ab und zu seine Geschwister. Doch heute Morgen war er mit seiner Mutter auf Gleis 1. Mit müdem Blick und prall...

  • Offenburg
  • 27.03.22
Panorama
Gerhard Bernauer

Angedacht: Gerhard Bernauer
Ein Hoffender packt an, er resigniert nicht

Mit meinen 84 Lebensjahren habe ich als Kind den Krieg in Freiburg erlebt. In der Nähe der Bahnlinie wohnend waren wir immer wieder Fliegerangriffen ausgesetzt. Die Ängste von damals kommen mir derzeit massiv in Erinnerung, wenn ich die verstörenden Bilder aus der Ukraine sehe. Kriegszeiten in lebender ErinnerungWie damit umgehen? Als Heranwachsender inmitten einer zerstörten Stadt ist mir bis heute in lebhafter Erinnerung geblieben, dass bald nach Kriegsende eine Jugendzeitschrift ihre erste...

  • Offenburg
  • 20.03.22
Panorama
Anna Lohf

Angedacht: Anna Lohf
Ein Stoßgebet wie ein Zauberspruch?

Einer meiner ehemaligen Schüler in der 6. Klasse erklärt mir auf meine Frage, was denn ein Stoßgebet sei einmal: „Frau Lohf, ganz einfach: Wenn sie an einer Treppe stehen und da sehen sie jemanden, den sie nicht mögen. Dann beten sie einfach kurz, stoßen ihn und vielleicht klappt es.“ Kraft und Wirkung des GebetsDas Gebet, ob Stoßgebet in akuter Bedrängnis oder auch nur als schlichtes Tischgebet, wird, so erlebe ich es, oft verwechselt mit einer Art Zauberspruch wie wir ihn aus Filmen kennen....

  • Lahr
  • 13.03.22
Panorama
Simon Schilling

Angedacht: Simon Schilling
Für Kinder ist Krieg spielen viel einfacher

Der russische Schriftsteller Samuil Marschak beobachtete einmal Kinder und fragte: „Was spielt ihr?“ Sie antworteten: „Wir spielen Krieg“. Darauf erklärte der Schriftsteller: „Wie kann man nur Krieg spielen! Ihr wisst doch sicher, wie schlimm Krieg ist. Ihr sollt lieber Frieden spielen.“ „Das ist eine gute Idee“, sagten sie. Dann Schweigen, Beratung, Tuscheln, wieder Schweigen, bis ein Kind fragte: „Großväterchen, wie spielt man Frieden?“ „Großväterchen, wie spielt man Frieden?“Ich kann mich...

  • Offenburg
  • 06.03.22
  • 1
Panorama
Henriette Gilbert

Angedacht: Henriette Gilbert
Ein anderer Charakter für begrenzte Zeit

Narri-Narro und Helau, so würden wir es uns eigentlich in diesen Tagen zu rufen – doch auch dieses Jahr fällt Fasnacht der Pandemie zumindest größtenteils zum Opfer. Es heißt, weiter Maske zu tragen – aber eben nicht die, die wir gerne einmal tragen wollten, wenigstens für ein paar Tage, um uns zu verkleiden. Manch einer freute sich vielleicht darauf, endlich einmal wieder Clown, ein Narr sein zu dürfen. Ein anderer wollte seine Holzmaske aufsetzten und seiner Energie freien Lauf lassen,...

  • Kehl
  • 27.02.22
Panorama
Thomas Stiebitz

Angedacht: Thomas Stiebitz
Ein zu selten gesagter Satz: "Du fehlst mir"

Wenn zwei Menschen frisch verliebt sind und sich nicht sehen können, fühlen sie genau das: Der andere fehlt einem. Und die beiden sagen sich diesen Satz, wenn sie telefonieren, chatten oder skypen immer wieder. Und wenn sie sich dann endlich wieder sehen und in den Arm nehmen können, ohne Bildschirm oder andere Medien, dann sagen sie: "Du hast mir gefehlt." Aber nicht nur Verliebte sagen diesen Satz. Wenn ich einen Freund schon länger nicht mehr gesehen habe und ihn wieder treffe, meine Kinder...

  • Renchen
  • 20.02.22
Panorama
Gabi Schmidt-Geiger

Angedacht: Gabi Schmidt-Geiger
Ein Kraftort im eigenen Wimmelleben

Eine Kollegin bringt zum Sitzungsbeginn ein Wimmelbuch mit. „Wo ist denn ...?“ – so wird in diesen Büchern gefragt. Sofort geht die Suche los. Wo ist der Kraftort? Die Kollegin vergleicht das Leben mit einer Wimmelbuchszene. Im Alltag kann es genauso wimmelig zugehen. Obwohl wir uns gerade selten live sehen können, ist unser Leben merkwürdig vollgepackt. Wir müssen aufpassen, nicht verloren zu gehen, wie eben so manche Person in den Wimmelbildern. Unsere Kollegin ermuntert uns, auf das eigene...

  • Offenburg
  • 10.02.22
Panorama
Michael Merz

Angedacht: Michael Merz
Einfach pfeifen lassen und fröhlich sein

Der Gedenktag des Heiligen Don Bosco war am 31. Januar. Er hieß mit bürgerlichem Namen Giovanni Melchiorre, wurde 1815 geboren und wuchs in sehr armen Verhältnissen auf. Mit neun Jahren hatte er seine Berufungsvision: Er sah in einem Hof eine Horde herumlungernder und fluchender Gassenjungen; als er dazwischen fahren wollte, sprach ein vornehmer und von innen heraus leuchtender Mann zu ihm: "Stelle Dich an die Spitze der Jungen! Nicht mit Schlägen, sondern mit Milde, Güte und Liebe musst Du dir...

  • Friesenheim
  • 06.02.22
Panorama
Clemens Bühler

Angedacht: Clemens Bühler
Rituale als Eckpunkte im Alltagsrhythmus

„München? Lieber Berlin! – Münster find‘ ich Klasse! – Was hältst du von Saarbrücken?“ Was sich anhört wie ein Gespräch unter Bahnreisenden oder Spediteuren, könnte sich auch unter Krimifans abspielen. Jeden Sonntag nach der Tagesschau sitzen sie vor dem Fernseher und sind gespannt, was ihnen der Tatort – oder der Polizeiruf 110 – bietet. Aber man muss zugeben – und ich hoffe, dass nicht die Hälfte der Leserschaft bereits weitergeblättert hat – unsere Gesellschaft ist gespalten. Nervenkitzel...

  • Offenburg
  • 23.01.22
Panorama
Renate Schmidt

Angedacht: Renate Schmidt
Nicht verkriechen wie manche Tiere es tun

Schade, dass Menschen keine Winterruhe machen! Am liebsten würde ich mich jetzt wie manche Eisbären verkriechen in eine Höhle – und im März wachwerden und „alles wär vorbei“: die Kälte und Corona. Nein, verkriechen gilt nicht. Auf, los ins neue Jahr, die Herausforderungen annehmen, tapfer sein! Jesus weiß, wie es ist, Mensch zu sein Jesus geht mit! Er ist kein Kind geblieben. Auch wenn wir singen „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.“ In Jesus ist...

  • Willstätt
  • 16.01.22
Panorama
Antke Wollersen

Angedacht: Antke Wollersen
Ein Zugang zu dem Kostbaren im Herzen

Offiziell ist die Weihnachtszeit seit ein paar Tagen zu Ende. Der Alltag 2022 hat angefangen. Die Schule beginnt. Dieses Jahr liegt noch fast unberührt vor uns – wie verheißungsvoll. Es gibt noch Lücken in unseren Kalendern. Das Hamsterrad hat uns noch nicht voll erwischt. Es gibt gute Vorsätze aus den Rauhnächten oder der Silvesternacht. Das Wünschendürfen und die Sehnsucht sind nicht vorbei Was haben Sie sich vorgenommen? Was soll im neuen Jahr anders werden? Was bleiben? Was wünschen Sie...

  • Offenburg
  • 09.01.22
Panorama
Christian Kühlewein-Roloff

Angedacht: Christian Kühlewein-Roloff
Lichtblicke für mittelgute Tage

„Lichtblick“. Das ist der Titel eines Buches von Susanne Niemeyer, das mir eine Freundin zu Weihnachten geschenkt hat. Besonders gefällt mir der Untertitel: „Texte für mittelgute Tage“. Noch bevor ich im Buch blättere, regt es mich zum Nachdenken an: Mittelgute Tage!? Das klingt fast erschreckend ehrlich. Und doch positiv; mit einem Hoffnungsschimmer: Lichtblick! „Für mittelgute Tage“ – das befreit mich von dem Druck und der Illusion, alles müsse gut sein; am besten noch jeden Tag, und dann...

  • Offenburg
  • 03.01.22
Panorama
Inge Fleischmann

Angedacht: Inge Fleischmann
Gott kommt überraschend anders

Alle Jahre wieder: Weihnachten gehört zum Ablauf eines Jahres dazu. Nicht alle können dieses Fest mit Sinn füllen. Das brauchen sie auch nicht. Erwachsene und Kinder freuen sich, dass es ruhig wird am Ende eines Jahres. Dennoch hat Weihnachten seinen eigenen Glanz: wenn der Weihnachtsbaum festlich geschmückt wird; wenn die vertrauten Lieder gesungen werden und in den Familien und Gemeinschaften Freude spürbar wird. Jesu Leben und seine Verkündigung nicht ohne Wirkung Vor 2.000 Jahren wurde...

  • Schutterwald
  • 25.12.21
Panorama
Gerhard Bernauer

Angedacht: Gerhard Bernauer
Weihnachten darf nicht ausfallen

Irgendwie läuft derzeit vieles schief. Viele hatten gehofft, in diesem Jahr Weihnachten wieder fast wie gewohnt feiern zu können. Und jetzt dies: Überall werden Weihnachtsfeiern, -märkte und andere Treffen abgesagt. Entsprechend ist die Stimmung. Von wegen „fröhliche, selige gnadenbringende Weihnachtszeit“, werden viele denken und verstummen dabei. Ein Fest mit starken Hoffnungsbildern Ich sehe das anders. Für mich gilt: Weihnachten – jetzt erst recht! Weil wir dieses Fest mit seinen starken...

  • Offenburg
  • 19.12.21
Panorama
Igor Lindner

Angedacht: Igor Lindner
Ein Licht – ersehnt und doch unerwartet

"Immer, wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her." Liebe Leserinnen und Leser, diese Zeile habe ich in manchem Haus gefunden, sie stammt vom alemannischen Dichter J.-P. Hebel. Letztes Weihnachten schrieb ihn mir in Schönschrift ein Gefangener aus der JVA Offenburg auf. Und ja, viele Menschen – drinnen und draußen – meinen zurzeit, es geht nicht mehr, haben Angst um ihre Gesundheit, ihre Freiheit, sind es müde. In Haft in ist man doppelt isoliert: eingeschlossen...

  • Offenburg
  • 11.12.21
Panorama
Tobias Strigel

Angedacht: Tobias Strigel
Weiße Schafe unter den Schwarzarbeitern

„Ehrenamtliche sind die weißen Schafe unter den Schwarzarbeitern“ – kennen Sie diesen Spruch? Vor einigen Jahren habe ich ihn in einem katholischen Gemeindehaus gelesen und muss heute noch schmunzeln, wenn ich mich an ihn erinnere. Zum einen, weil die Rede von den weißen Schafen im kirchlichen Kontext, wie ich finde, „tierisch gut“ zur Rede von Gott als gutem Hirten passt. Zum anderen regt er mich aber auch zum Nachdenken an. Weil der Spruch mit seiner ironischen Sinnspitze in aller...

  • Offenburg
  • 05.12.21
Panorama
Hans-Georg Dietrich

Angedacht: Hans-Georg Dietrich
Nicht "mütend", sondern "zuvroh"

„Mütend“ – dieser neue Begriff beschreibt für viele die gegenwärtige Stimmung.  „Mütend“ ist eine Zusammensetzung aus den Worten „müde“ und „wütend“. Das kann ich gut nachvollziehen. Die Gründe für diese Stimmung sind vielfältig. Die Unbefangenheit der Begegnung ist uns oft verloren gegangen. Unser Leben empfinden wir zunehmend als eingeschränkt. Die Schranken an vielen Stellen unseres Lebens machen uns müde. Und nun ist erster Advent. Advent eine Art Lichtschranke Die erste Kerze brennt. Der...

  • Lahr
  • 28.11.21
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