15. Februar 2017, 12:20 Uhr | 0 | 2 Leser

Länderspielpause dient SC Sand zur Regeneration

Für Christine Veth (rechts) ist die Bundesliga heute mit der vor Jahren nicht mehr zu vergleichen.
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Für Christine Veth (rechts) ist die Bundesliga heute mit der vor Jahren nicht mehr zu vergleichen. (Foto: uk)

Willstätt-Sand. An diesem Wochenende kann der Erstligaaufsteiger SC Sand regenerieren. Durch die Länderspielpause ruht der Spielbetrieb in der Allianz Frauen-Bundesliga.
Trainer Niko Koutroubis nutzt das freie Wochenende für einen Abstecher
in seine schwäbische Heimat und die verletzten Spielerinnen werden in
aller Ruhe für die kommenden Aufgaben fit gemacht. Eine davon ist Christine Veth.

Im Spiel beim Tabellenführer FC Bayern München musste Christine Veth schon Mitte der ersten Halbzeit ausgewechselt werden. Der Tritt gegen das Sprunggelenk hatte zum Glück nicht die
befürchteten Folgen. Wurde zunächst sogar eine Wadenbeinfraktur
befürchtet, stellte es sich im Nachhinein als eine schmerzhafte Prellung
heraus. Eine Verletzung ausgerechnet gegen die Bayern, gegen die Veth
2003 für den TuS Niederkirchen mit 16 ihr erstes Bundesligaspiel
bestritt. Die 28-jährige Stürmerin wechselte im Sommer 2008 zum
Zweitligisten SC Sand und führt die ewige Torschützenliste in der
zweiten Liga mit 98 Treffern an.

„Die Bundesliga von damals ist mit der heutigen Qualität nicht zu vergleichen“, sagt die
stellvertretende Spielführerin des SC Sand. Reichten damals drei
Trainingseinheiten pro Woche aus, sind es heute sieben bis acht. Die
kann auch Veth als eine der berufstätigen Spielerinnen nicht verpassen.
Die Steuerfachangestellte muss ihr tägliches Leben sehr stark
organisieren. Abends geht es nach der Arbeit ins Training, danach wird
Wäsche gemacht und schon wieder die Tasche für den nächsten Tag
gerichtet. Ein freier Abend wird auf der Couch verbracht. An den
Einheiten am Vormittag kann sie nicht teilnehmen, hat es aber dennoch in
die Stammelf von Niko Koutroubis geschafft. In allen acht Spielen stand
sie auf dem Feld. „Man muss es wollen, aber für die Bundesliga lohnt
sich der Aufwand“, erklärt Veth.

Den Unterschied zwischen der ersten und zweiten Liga hat die Mannschaft in den vergangenen sechs Spielen erfahren müssen. Veth: „Wir haben früher auch Fehler gemacht,
aber jetzt werden sie sofort bestraft.“ Vom Lob, der an jedem Spieltag
auf die Mannschaft einprasselt, kann sich Sand keine Punkte kaufen. Aber
Christine Veth ist zuversichtlich, dass sich bald wieder Siege
einstellen werden.

Am nächsten Sonntag um 11 Uhr geht es zuerst im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den MSV Duisburg. Eine Woche später kommt der Tabellenletzte der Bundesliga nochmals ins Sander
Kühnmattstadion. „Wir wollen im Pokal und in der Liga gegen Duisburg
gewinnen, dann kommt auch wieder das Selbstvertrauen zurück“, hofft die
erfahrene Stürmerin darauf, dass der Knoten endlich platzt. Auch ihr
Trainer sieht die Mannschaft auf einem guten Weg. „Vielleicht sollten
wir einfach mal nicht so gut spielen, aber dafür einen sogenannten
dreckigen Sieg landen“, scherzt Niko Koutroubis und fügt hinzu: „Wenn
alle an Bord sind, sind wir stark.“

Die 14-tägige Spielpause hat allen Beteiligten gut getan. Unterschätzt wird Duisburg weder im Pokal noch in der Liga. Das Pokalergebnis aus dem Vorjahr, als Sand
überraschend hoch mit 6:0 gewann, sollte kein Maßstab sein. Duisburg hat
zuletzt drei Tore gegen Turbine Potsdam erzielt und mit zwei
Unentschieden in Folge die ersten beiden Punkte geholt. Dies will
Koutroubis in der Vorbereitung genau analysieren.

Bis Weihnachten stehen noch fünf Spiele in der Liga auf dem Programm, davon
drei auf eigenem Platz. Möglichkeiten genug, mit Siegen den Sprung ins
Mittelfeld zu schaffen.

Autor: uk

Für Christine Veth (rechts) ist die Bundesliga heute mit der vor Jahren nicht mehr zu vergleichen.
Niko Koutroubis will im Pokal und in der Liga gegen Duisburg gewinnen.