Gewerbeverein Wolfach
Interview mit dem Vorsitzenden Reinhold Waidele

Reinhold WaideleF: Gewerbeverein
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Wolfach. Die Corona-Krise ist noch nicht überwunden. Mit regelmäßigen Lockerungen kehrt aber mehr Normalität zurück. Reinhold Waidele, Vorsitzender des Gewerbevereins Wolfach, berichtet im Gespräch mit Anne-Marie Glaser über die Situation in Wolfach.

Wie konnte der Gewerbeverein die Mitglieder unterstützten?
Insbesondere in der ersten Phase des Shutdowns, also noch im März, herrschte große Unsicherheit unter den Mitgliedern, was denn nun genau zu beachten ist. Teilweise gab es mehrfach wöchentlich neue Verordnungen. Nicht alle Mitglieder sind so organisiert, dass sie zum Beispiel seitens eines Verbandes aktuelle Informationen erhalten. Der Gewerbeverein hat hier einige Bezugsquellen und Informationen per Rundmail an alle Mitglieder geschickt. Teilweise gab es auch fachkundige Erläuterungen, welche die Verordnungen noch ergänzten. Des Weiteren haben wir sehr schnell reagiert und mit Kampagnen bei der Bevölkerung um Unterstützung und Solidarität für Handel und Gastronomie geworben.

In einem früheren Interview sagten Sie unserer Zeitung, das eine oder andere Mitglied sei zu Beginn der Krise in Schockstarre verharrt. Wie hat der Verein hier reagiert?
Von Seiten des Vorstandes wurden neben der schriftlichen Kommunikation Kontakt mit den Mitgliedern über das persönliche Gespräch, meist telefonisch, aufrechterhalten. Insbesondere für den Einzelhandel und für die Gastronomie wurden sehr schnell Aktivitäten ins Leben gerufen, welche es den Geschäften ermöglichten, ihrer Tätigkeit nachzugehen – wenn auch nur in sehr eingeschränktem Umfang. Auf der eigens eingerichteten Sonderseite „Wolfach bringts“ auf unserer Homepage konnten die Mitglieder darstellen, mit welchen Angeboten und Dienstleistungen sie für Kunden weiter da sind.

Verglichen mit Großstädten ist die Zahl der Gewerbetreibenden in Wolfach sicher überschaubar. Welchen Vorteil bietet dies?
Der Gewerbeverein Wolfach zählt derzeit rund 140 Mitglieder. Als Vorsitzender lege ich sehr viel Wert auf möglichst viel persönlichen Kontakt. Das ist bei der Größe gerade noch so möglich. Ich kenne jeden Firmeninhaber noch persönlich und dementsprechend ist natürlich auch die Kommunikation und die Zusammenarbeit individuell. Wir versuchen hier, auf die Sorgen und Nöte einzugehen. Alles unter ein Dach zu bringen, wie man so schön sagt, ist dabei oft eine Herausforderung, der wir uns aber gerne stellen.

Gab es seitens der Bevölkerung Solidarität?
Soweit ich das aus vielen Gesprächen und auch schriftlichen Feedbacks beurteilen kann, fand man insbesondere seitens der Stammkunden viel Zuspruch und Unterstützung. Trotzdem hat die Situation sicher auch viel in den Onlinehandel abwandern lassen. Das ist für unseren Handel in Wolfach natürlich besonders kritisch zu bewerten. Was die Gastronomen anbelangt, so haben viele mit dem Verkauf über die Straße begonnen und waren positiv überrascht, dass dies so gut angenommen wurde. Hier scheint, neben dem Wunsch, die Küche zu Hause auch mal kalt zu lassen, sowie dem Bedürfnis nach Abwechslung, ebenfalls Solidarität eine Rolle gespielt zu haben. Da wir vermutlich noch lange Zeit nicht wieder zu normalen Umständen und vor allem zu normalen Umsätzen kommen werden, ist diese auch weiterhin ein ganz wichtiger Bestandteil für das Überleben so manchen Betriebes. Nach aktuellem Stand werden im Moment noch alle bisherigen Gastronomen den To-go-Service weiter beibehalten. Wir informieren hier auf unserer Homepage unter „So schmeckt Wolfach“. In anderen Gewerbezweigen ist die Situation sehr different. Es gibt sogar tatsächlich einige wenige Branchen, bei denen es noch ganz normal weiterläuft und keine Einbrüche zu verzeichnen sind.

Was ist nun der weitere Plan?
Die ganze Planung im Jahresablauf wurde bislang nach und nach hinfällig. Die nächsten größeren Veranstaltungen sind für August vorgesehen. Hier steht normalerweise ein verkaufsoffener Sonntag und die Shoppingnacht an. Stand heute können wir diese zumindest nicht wie vorgesehen umsetzen. Noch haben wir aber nichts abgesagt. Wir warten so lange wie möglich und entscheiden dann möglichst zeitnah, wenn wir wissen, was laut der dann bestehenden Verordnungen genau erlaubt ist. Nichts ist derzeit wie gewohnt. Deshalb sind der Situation entsprechend Kreativität und neue Ideen gefragt. Unsere Philosophie ist es aber, kontinuierlich am Ball zu bleiben und mit Aktionen, insbesondere für den Handel, den Kontakt zum Kunden nicht abbrechen zu lassen.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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