Selbstspielende Musikinstrumente
Von Pillenschatullen bis zu Tischdrehorgeln

Die Ausstellung bietet eine Vielzahl an interessanten Exponaten.
  • Die Ausstellung bietet eine Vielzahl an interessanten Exponaten.
  • Foto: Tourist-Information Wolfach
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Wolfach (st). „Spieluhren & Co. – Mechanische Wunderwerke der Musik“ lautet das Motto der nächsten Sonderausstellung im Museum im Schloss Wolfach, die am Sonntag, 2. Dezember, beginnt. Sie kann bis einschließlich 3. Februar samstags und sonntags jeweils 14 bis 17 Uhr besucht werden.
Bernd Fritsch, wohnhaft in Schenkenzell, und Raphael Lüthi, seines Zeichens Orgelrestaurator in Waldkirch, präsentieren in Zusammenarbeit mit dem Verein Kultur im Schloss Wolfach weit über einhundert wertvolle und ausgefallene Exponate aus der faszinierenden Welt selbstspielender Musikinstrumente. Leihgeber aus ganz Deutschland und der Schweiz stellen die Ausstellungsstücke aus dem 19. und angehenden 20. Jahrhundert zur Verfügung.

Musikalische Toilettenpapierhalter

Die Besucher erwartet eine außergewöhnliche Vielfalt von Musikdosen in verschiedensten Größen, Variationen und Ausführungen. Das Spektrum reicht von kleinen Pillenschatullen mit sichtbarem Spielwerk über Tischdrehorgeln und Walzenspieluhren bis hin zu Stand-Musikautomaten in eindrucksvoller Größe mit eingebautem Lochplatten-Spielwerk. Kuriositäten wie beispielsweise musikalische Toilettenpapierhalter, Kleiderhaken oder auch Kruzifixe ergänzen die Ausstellung.
Ein ganz besonderes Exponat ist das Reginaphone No. 246 aus dem Jahr 1915, gefertigt in den Vereinigten Staaten: Das Gerät ist ein Hybrid, bestehend aus einer traditionellen Notenscheiben-Spieldose und einem Grammophon inklusive integriertem Schalltrichter. Das Ambiente des Museums im Wolfacher Schloss wird – weihnachtlich dekoriert – im Biedermeierstil gehalten. In dieser Epoche lauschten die Familien des wohlhabenden Bürgertums in der guten Stube den Klängen ihrer selbstspielenden Musikinstrumente. Das Publikum wird eintauchen in eine entschleunigte und entspannte, aber auch faszinierende Atmosphäre; eine Zeit, in der noch nicht unzählige Musikstücke ständig und überall gehört werden konnten.

Selbstverständlich werden während der Öffnungszeiten des Museums viele der Objekte auch gespielt und von den beiden Experten Bernd Fritsch und Raphael Lüthi fachkundig erklärt. Begleitet wird die Sonderausstellung von Motiven und Exponaten zum Thema „Wolfach im Winter“.

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