Wolfacher Wetterexperte findet das Aprilwetter "ganz normal"
Vegetation wird vom Wetter ausgebremst

Franz Schmalz von der Wetter- und Sternwarte in Wolfach hat das Wetter fest im Blick.
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  • hochgeladen von Christina Großheim

Wolfach (cao). "April, April, der weiß nicht was er will", heißt es im Frühlingsgedicht von Heinrich Seidel (1842-1906). Auch in den vergangenen Tagen schlug das Wetter Kapriolen. Nach trockenen Tagen gab es Regen, Schnee, Frost und Hagel samt Donnergrollen und dazwischen Sonnenschein.
"Alles ganz normal", findet Franz Schmalz von der Wetterwarte in Wolfach. Der Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes erinnert an 2016: "Da schneite es am 26. April." So etwas gebe es immer wieder im April, dann käme Kaltluft aus dem Norden. Die Gefahr bestünde dann, dass es zu Nachfrösten komme. "Die Vegetation wird dadurch ausgebremst", erklärt er.
"Lieber zwei Wochen Schnee, als einen Tag starken Bodenfrost", findet Sebastian Oberfell aus Haslach. Der angehende Landschaftsgärtner erklärt, dass Schnee die Pflanzen vor der Kälte schützt, weil sie im April schon ihren Saft austreiben. "Bei den Frühjahrsblühern fallen bei Frost die Blütenblätter ab", sagt er. Beim Obst würden erst gar keine Früchte ausgebildet. Das liege daran, dass wegen der Kälte keine Bienen und Hummeln unterwegs seien und es somit keine Bestäubung gebe.
"Sankt Georg kommt nach alten Sitten, zumeist auf einem Schimmel geritten", die Bauernregel für den Lostag 23. April sei sehr treffend, findet Wetterexperte Franz Schmalz. "Da gab es schon oft Schnee. Früher sogar viel öfter", berichtet er. Ein Zeichen des Klimawandels sei, dass dieses schlechte Wetter mit den Jahren abnehme. "Es ist, wie man jetzt sieht, aber immer noch möglich", so der Wetterwart.
"1991 gab es um den 20. April ordentlichen Frost mit minus vier Grad Celsius", erinnert er sich. Jetzt ist "je nach Bewölkung" noch ein Grad kälter prognostiziert. Eine Wärmephase sei im April nicht mehr drin. "Aber es wird nicht mehr ganz so schlimm, es gibt Temperaturen im Zehnerbereich."
Obstbauern, Winzer und Landwirte haben in den vergangenen Tagen versucht zu retten, was zu retten ist. Über die Folgen des Frosts in der Ortenau informiert das Landwirtschaftamt am morgigen Montag.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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