Kein Blitz
Achern und Oberkirch setzen gegen Verkehrssünder auf neue Technik

Ein sogenannter Starenkasten gehört schon lange nicht mehr zu den gebräuchlichsten Geräten zur Geschwindigkeitsmessung.
  • Ein sogenannter Starenkasten gehört schon lange nicht mehr zu den gebräuchlichsten Geräten zur Geschwindigkeitsmessung.
  • Foto: pixabay
  • hochgeladen von Sebastian Thomas

Achern/Oberkirch (set). Ein Mann fährt mit seinem Auto durch Achern. Er hat es eilig. Wenig später biegt er in die Schwerwillerstraße ein. In den Jahren 2016 und 2017 zählte die Stadtverwaltung in dieser Straße über 260 Geschwindigkeitsverstöße. Auch an diesem Tag kontrolliert die Stadt den Verkehr in dieser Straße. Da der Fahrer seine Geschwindigkeit nicht drosselt, löst die Kamera den Blitz aus.

Keine stationären Blitzer in Achern

Dabei hat Achern eine Besonderheit: "Ganz bewusst hat sich die Stadt entschieden, keine stationären Blitzer zu installieren", sagt Sprecherin Helga Sauer. Die Stadtverwaltung erhoffe sich hiervon eine höhere Wirkung auf die Verkehrsteilnehmer und möchte dadurch die Messung von Geschwindigkeitsverstößen nicht berechenbar machen.

In dieser Zeit zählt die Stadt fast 7.600 Geschwindigkeitsverstöße und nimmt rund 180.000 Euro ein, so die Sprecherin. Eine Zwischenbilanz für 2018 gebe es derzeit noch nicht. Anders in Oberkirch: "Bis Ende Juli zählten wir über 4.100 Verstöße. 2017 waren es fast 6.800", sagt Pressesprecher Ulrich Reich. Die vergleichsweise hohe Zahl an Verstößen im Vergleich zum Vorjahr hat einen einfachen Grund: "Wir haben 2018 mehr Messtage", erklärt Ulrich Reich.

Achern und Oberkirch haben moderne Blitzergeräte

Ein generelles Ziel bei den Beanstandungsquoten verfolgen beide Städte nicht. Angesprochen darauf wie hoch diese maximal sein sollen, antwortet Helga Sauer kurz: "Wir würden uns wünschen, dass sich die Autofahrer an die Regelungen halten." Ähnlich argumentiert auch Ulrich Reich: "Uns geht es mehr um die Einhaltung der geltenden Geschwindigkeitsvorgaben."

Um das zu erreichen greifen Achern und Oberkirch schon mal auf moderne Technik zurück: "Auf Grund der fortgeschrittenen Kameratechnik kann auf einen Blitz bei einigermaßen gutem Wetter verzichtet werden", weiß Martin Feil zu berichten. Er ist Mitarbeiter einer Firma, die sich auf die Vermietung von Geräten zur Geschwindigkeitsmessung spezialisiert hat.

Oberkirch: Alte Radartechnik kommt nicht mehr zum Einsatz

Auf ihrer Internetseite wirbt das Unternehmen mit einem Gerät, das eine komplette Fahrzeugfront nur mit einem Infrarot-Messstrahl erfassen kann. "Die Bilder werden vom Rechner auf einen USB-Stick der Behörde übertragen und von dieser dann weiter verarbeitet." Die Anlagen von Radarrent sind seit 2014 in der Stadt Achern im Einsatz, bestätigt Helga Sauer.

Auf die Frage, ob Mitarbeiter der Stadt nur noch mit diesen Geräten arbeiten würden, antwortet sie: "Welche Geräte zum Einsatz kommen, hängt vom Einsatzort und dem eingesetzten Personal ab." Nicht jeder Mitarbeiter sei auf allen Geräten ausgebildet. In Oberkirch ist es ähnlich, zumindest was die Geräte betrifft: "Wir führen nur noch eine Messung mittels Lasertechnik durch", sagt Ulrich Reich. "Alte Radartechnik kommt nicht mehr zum Einsatz."

Verkehrssicherheit anstatt Geld

Was jedoch feststeht, sind die Stellen, wo die Anlagen von Mitarbeitern der beiden Städte vornehmlich eingesetzt werden: "Die Festlegung der Messstellen konzentriert sich unter anderem auf Unfallschwerpunkte und auf schutzwürdige Streckenabschnitte im Bereich von Schulen, Kindergärten und Altersheimen", erklärt Ulrich Reich.

Dazu gehören auch verkehrsberuhigte und Tempo-30-Zonen, so der Pressesprecher. Gleiches Bild in Achern: Hier ergänzt Helga Sauer Schulwege in die Liste der schutzwürdigen Strecken. Geld spielt übrigens bei Geschwindigkeitskontrollen keine Rolle: "Die Festlegung von Messstellen und -zeiten orientiert sich ausschließlich an der Verkehrssicherheit", sagt Ulrich Reich.

Autor:

Sebastian Thomas aus Achern

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