„Natur nah dran“-Blühflächen
Mähen während der Margeritenblüte

Oberbürgermeister Klaus Muttach (2. v. l.), Martin Meier als zuständiger Bauhofmitarbeiter (r.), Grünflächenmanager Marcel Friedmann (l.) und NABU-Sprecher für den Bereich Achern Franz Panter (2. v. r.) wollen mit mehr Blühwiesen, Wildblumenwiesen und blühenden Wildstauden die Biodiversität in Achern fördern.
  • Oberbürgermeister Klaus Muttach (2. v. l.), Martin Meier als zuständiger Bauhofmitarbeiter (r.), Grünflächenmanager Marcel Friedmann (l.) und NABU-Sprecher für den Bereich Achern Franz Panter (2. v. r.) wollen mit mehr Blühwiesen, Wildblumenwiesen und blühenden Wildstauden die Biodiversität in Achern fördern.
  • Foto: Johanna Benz/Stadt Achern
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Achern (st). Mit dem Dienstantritt des neuen Grünflächenmanagers der Stadtverwaltung Achern, Marcel Friedmann, als Nachfolger des bisherigen Umweltbeauftragten wollen Stadtverwaltung und NABU Bühl/Achern ihre Zusammenarbeit verstärken. Oberbürgermeister Klaus Muttach, NABU-Sprecher für den Bereich Achern, Franz Panter, und Marcel Friedmann zeigten sich überzeugt, dass gemeinsam neue Akzente für Natur- und Umweltschutz in Achern gesetzt werden. Bei einem Vor-Ort-Termin wurde dann auch die gemeinsame Pflege der Wildblumenwiesen besprochen.

Seit 2020 ist die Stadt Achern eine der über 70 „Natur nah dran“-Kommunen in Baden-Württemberg. Im Zuge dieser Kooperation wurden sechs städtische Flächen, die zuvor nur wenig Artenvielfalt beheimateten, ausgewählt und mit artenreichem heimischem Saatgut angesät. So entstanden artenreiche Wildblumenwiesen und blühende Wildstaudensäume.
Um den Artenreichtum der Pflanzen beizubehalten, muss auch eine Wildblumenwiese ein- bis dreimal im Jahr gemäht werden. Ein Anhaltspunkt für den richtigen Zeitpunkt der ersten Mahd ist oft die Blüte der Margerite (Anfang/Mitte Juni).

Wildblumenwiese nicht mulchen

Wildblumen benötigen Licht und Luft zum Wachsen, dies geschieht durch das Mähen und das Abtragen des Mahdguts. So können sich neue und weitere Pflanzenarten entwickeln und zur Artenvielfalt beitragen. Auf den „Natur nah dran“-Flächen ist das regelmäßige Mähen von Wiesen durch den städtischen Bauhof entscheidend für die Artenvielfalt. Bei den Wiesen in der freien Landschaft übernehmen die Landwirte durch die Mahd zum richtigen Zeitpunkt diese wichtige Landschaftspflegeaufgabe und geben so konkurrenzschwachen Pflanzen eine Entwicklungschance. Wird zu wenig oder zum falschen Zeitpunkt gemäht, können sich konkurrenzstarke Pflanzen durchsetzen und so für einfältigere Wiesen sorgen. Im Falle der Margeriten ist das zwar durchaus optisch ansprechend, aber für eine hohe Biodiversität nicht zuträglich. Viele seltene Wildbienenarten ernähren sich nur von einer Pflanzenart und sind auf das Vorkommen dieser Pflanzen angewiesen. Auch die Glockenblumen-Sägehornbiene, die vor allem an Glockenblumen Pollen als Nahrung findet, braucht ganz spezielle Arten zur Ernährung. Fehlen in einer Wiese Glockenblumen, kommt diese Art aufgrund fehlender Nahrung nicht vor.

Angelegte Wildblumenwiesen sollten nicht gemulcht werden! Die Wildblumen am Boden bekommen sonst nicht genügend Licht und Luft. Durch das langsam verrottende Material werden dem Boden Nährstoffe zugeführt, die ein zu starkes Wachstum von Gräsern und Beikräutern fördern. Beides führt zum Verschwinden einiger Wildblumenarten. Auch sterben beim Mulchen viele Insekten. Optimal ist das Mähen mit einem Balkenmäher mit anschließendem Aufsammeln und Verwerten des Mahdguts. So geht auch der städtische Bauhof auf Natur-nah-dran-Flächen vor. Bei sehr kleinen Blühflächen kann im Privatgarten auch zur Sense oder Heckenschere gegriffen werden. Damit steigt die Chance, dass der Großteil der in der Wiese lebenden Insekten die Fläche ohne Bedrohung verlassen kann und die Blühfläche eine nachhaltige Wirkung erzielt.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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