Sonnenstrom für Acherner Kläranlage
Module sitzen auf einem Faltdach
- Mitarbeiter des Landratsamtes verfolgen das Ausfahren der neuen PV-Faltdachanlage an der Kläranlage Achern.
- Foto: Ralf Volz/Stadt Achern
- hochgeladen von Christina Großheim
Achern (st) Mit dem Einbau der neuen Zähleranlage durch das Überlandwerk Mittelbaden konnte die neue PV-Faltdachanlage über dem Belebungsbecken der Kläranlage Achern Ende Januar vollständig in Betrieb genommen werden. Mit einer Leistung von 225 kWp ergänzt sie die bereits bestehenden Photovoltaikanlagen auf dem Gelände. so die Stadt Achern in einer Pressemitteilung. Insgesamt stehen damit nun knapp 282 kWp installierte PV-Leistung zur Deckung des Stromverbrauchs der Kläranlage zur Verfügung.
Die Kläranlage Achern zählt mit einem Jahresstromverbrauch von mehr als 1.300.000 Kilowattstunden zu den größten Energieverbrauchern innerhalb der Stadtverwaltung. Die verschiedenen PV-Anlagen erzeugen künftig voraussichtlich rund 250.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr und decken damit etwa ein Fünftel dieses Bedarfs ab. Zusätzlich liefern zwei Blockheizkraftwerke, in denen Klärgas in Strom und Wärme umgewandelt wird, über das Jahr hinweg weitere rund 600.000 Kilowattstunden.
Produktionsspitzen
Durch die gleichzeitige Erzeugung aus Photovoltaik und Blockheizkraftwerken kommt es insbesondere im Sommer sowie an sonnigen Wochenenden zu Produktionsspitzen, die nicht vollständig selbst genutzt werden können. Der überschüssige Strom wird daher über einen Direktvermarkter ins Netz eingespeist und verkauft. Der Betrieb der Blockheizkraftwerke wird – abhängig vom Klärgasanfall – möglichst gegenläufig zur PV-Stromerzeugung gesteuert und deckt vor allem den nächtlichen Strombedarf ab. Der Eigenverbrauchsanteil des vor Ort erzeugten Stroms liegt dadurch bei rund 88 Prozent.
Die Inbetriebnahme der neuen Anlage fällt zeitlich mit dem Auslaufen der EEG-Einspeisevergütung für die bestehenden PV-Anlagen zusammen. Dieser Umstand wurde bereits beim Umbau der Niederspannungshauptverteilung berücksichtigt, sodass alle notwendigen Anschlüsse vorbereitet waren.
Faltdachanlage
Die neue Faltdachanlage ist auf einem Seilbahnsystem installiert und kann bei Bedarf ein- und ausgefahren werden. Dadurch bleibt der Zugang zu den Becken für Wartungs-, Erhaltungs- oder Sanierungsarbeiten weiterhin möglich, ohne den Betriebsablauf zu beeinträchtigen. Eine integrierte Wetterstation sorgt zudem dafür, dass die 432 Leichtbaumodule bei Sturm oder Schneefall automatisch rechtzeitig eingefahren werden.
Die Investitionskosten für die neue PV-Faltdachanlage belaufen sich auf rund 1,05 Millionen Euro und liegen damit über denen einer vergleichbaren Dachanlage. Die vorhandenen Dachflächen auf dem Gelände der Kläranlage sind jedoch bereits vollständig mit Photovoltaik belegt. Mögliche Freiflächen müssen zudem für zukünftige Erweiterungen freigehalten werden. Mit der Faltdachlösung konnte nun zusätzliche Fläche für die Stromerzeugung erschlossen werden, die bislang nicht nutzbar war.



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