Ausstellung im Schloss Bruchsal
Die Kunst des Serviettenbrechens

Beeindruckende Werke aus Serviettenstoff sind derzeit im Schloss Bruchsal zu sehen.
  • Beeindruckende Werke aus Serviettenstoff sind derzeit im Schloss Bruchsal zu sehen.
  • Foto: ssg-f-krawczyk/ssg-pressefoto
  • hochgeladen von Daniela Santo

Das Schloss Bruchsal eröffnet in seiner aktuellen Ausstellung den Blick auf ein verblüffendes historisches Phänomen der Tafelkultur. Unter dem Titel „Gefaltete Schönheit – Die Kunst des Serviettenbrechens“ zeigt der Faltkünstler Joan Sallas feingliedrige Werke, vom grazilen Tischschmuck bis zur raumgreifenden Skulptur. Seine Arbeiten beruhen auf historischen Vorlagen des 16. und 17. Jahrhunderts – und sie sind aus Serviettenstoff geschaffen. 

Teil aufwändiger Tafelkultur

Kunstvoll gefaltete Servietten waren Teil einer aufwändigen Tafelkultur. Der Tischschmuck aus weißem Leinen war ein Teil des prächtigen Dekors, mit dem die Herrscher Macht und Reichtum demonstrierten. Aufwändig komponierte Tafeln, mit Tafelaufsätzen und bestückt nach komplizierten Plänen, waren Teil der Repräsentation an den großen barocken Tafeln. Die Serviettenfaltkunst war ein Aspekt dieser höfischen Dekorationen. Joan Sallas nutzt gestärktes Leinengewebe. Hunderte Meter Stoff faltet er zu Schlangen, Nilpferden, Schlössern, Schiffen, menschlichen Figuren und vieles mehr. Das Wesentliche an seinen Arbeiten: Fast immer liegen ihnen originale Faltpläne aus früheren Jahrhunderten zugrunde. Anfang des 16. Jahrhunderts entstand in Italien die Mode, Servietten und Tücher kunstvoll zu falten. Seinen Höhepunkt erlebte das Serviettenbrechen im Barock: Traktate und Lehrbücher verbreiteten die Techniken und Vorlagen auch an den deutschen Höfen.

Joan Sallas, geboren 1962 in Badalona (Katalonien), wuchs in Spanien auf. Er studierte Sonderpädagogik und Musik. Seit 18 Jahren forscht er intensiv auf dem Gebiet der historischen Faltkunst und sammelt sämtliche Literatur zum Thema Faltkunst. Er veröffentlichte Bücher zur Papier- und Serviettenfaltkunst und stellt seine Werke weltweit in bekannten Museen und Schlössern aus. 

Info: Die Ausstellung "Gefaltete Schönheit. Die Kunst des Serviettenbrechens" im Schloss Bruchsal ist bis zum 3. Februar zu sehen. Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag sowie feiertags von 10 bis 17 Uhr, am 24., 25. und 31. Dezember geschlossen, am 1. Januar von 13 bis 17 Uhr. Erwachsene zahlen acht Euro Eintritt. Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es unter www.schloss-bruchsal.de.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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