Vogtsbauernhof
Margit Langer hat den schönsten Arbeitsplatz der Welt

Geschäftsführerin Margit Langer freut sich darüber, dass das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof am heutigern Sonntag wieder für Besucher öffnet.
  • Geschäftsführerin Margit Langer freut sich darüber, dass das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof am heutigern Sonntag wieder für Besucher öffnet.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Gutach. Es riecht nach frisch gemähtem Gras. Ein Schaf blöckt in der Ferne. Kinderlachen und die Klänge von Kuckuckspfeifen sind durch das weit geöffnete Fenster im Büro von Margit Langer zu hören. Schaut die Geschäftsführerin von ihrem Schreibtisch auf, blickt sie direkt in das Freilichtmuseum mit seinen historischen Gebäuden. Idylle pur – ein bisschen wirkt alles so, als wäre man aus der Zeit gefallen. Das gilt aber nur für den Ausblick. Das Büro selbst ist mit modernster Technik ausgestattet und Margit Langer beschäftigt sich vor allem auch mit knallharten Zahlen.

Doppelspitze mit Thomas Hafen

Das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof wird von einer Doppelspitze geleitet: Thomas Hafen ist für die wissenschaftliche Leitung zuständig, Margit Langer für die Finanzen, das Personal, die Gesamtorganisation und das Marketing. "Dieses Konzept funktioniert hervorragend", sagt die Geschäftsführerin. Es wurde vom Landkreis, dem Träger des Freilichtmuseums, eingeführt mit der Maßgabe, mindestens eine schwarze Null zu erwirtschaften – keineswegs eine Selbstverständlichkeit bei Einrichtungen dieser Art. "Wir erwirtschaften seit 2007 sogar Gewinne", betont Margit Langer.
Natürlich ist sie in ihrer Eigenschaft als Geschäftsführerin auch regelmäßig in der Anlage selbst unterwegs. Allerdings weit weniger, als sie es selbst gerne wäre. In erster Linie arbeitet die 44-Jährige nämlich am Computer und am Telefon. Außerhalb der normalen Dienstzeit spaziert sie besonders gerne mit ihrer siebenjährigen Tochter über das Gelände. "Als Mutter habe ich das Museum noch einmal ganz anders kennengelernt", erzählt Margit Langer. "Das hat meinen Blick erweitert."

Sie liebäugelte damit, Journalistin zu werden

Schon als Kind mochte die Geschäftsführerin Freilichtmuseen. Geboren und aufgewachsen in Pfullendorf im Landkreis Sigmaringen war das vor allem Neuhausen ob Eck bei Tuttlingen. Was die junge Margit dort vor allem faszinierte war das Leben, das dort herrschte – wenn eine Magd von ihren Aufgaben erzählte oder direkt am Schweinestall die Aufzucht von Ferkeln erklärt wurde.

Benediktiner Schwestern

Ihr Interesse an Kultur und Kunst wurde vor allem durch die Schule geweckt und gefördert – einem Mädchengymnasium, das von Benediktiner Schwestern geführt wurde. Die kulturelle Bildung hatte dort einen hohen Stellenwert. Die Schülerin war begeistert von der Welt der Ausstellungen, Musik, Theater sowie dem Austausch und den Diskussionen darüber: "Ich hatte aber nie das Bedürfnis, selbst auf der Bühne zu stehen. Vielmehr wollte ich das Ganze gerne nach außen tragen." Lange liebäugelte sie deshalb damit, Journalistin zu werden, schrieb als freie Mitarbeiterin für Zeitungen.

Damenschneiderin

Auch die Modebranche wäre eine Option gewesen. Auf dem Mädchengymnasium konnten die Schülerinnen nämlich parallel zum Abitur eine handwerkliche Ausbildung machen. In der Tradition des Großvaters, der Schneidermeister war, nutzte die Enkelin diese besondere Gelegenheit, lernte neben dem normalen Schulstoff den Beruf der Damenschneiderin und legte mit großem Erfolg die Gesellenprüfung ab. "Ich wurde Landesbeste und dritte Bundessiegerin", so Margit Langer. Letztendlich entschied sie sich aber doch für eine andere Richtung – ein Studium der Romanistik und BWL mit kulturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Diesem schloss die Diplom-Kauffrau dann ein Volontariat im Historischen Museum der Pfalz in Speyer an mit dem Schwerpunkt Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. 2005 kam sie dann erst als Marketingreferentin zum Freilichtmuseum Vogtsbauernhof, 2007 wurde sie Geschäftsführerin.

Ehemann Marco Pereira

Fast zeitgleich mit diesem Karrieresprung lernte Margit Langer ihren jetzigen Ehemann Marco Pereira kennen. Der Gitarrelehrer und Musiker trat damals im Freilichtmuseum auf und wie die Geschäftsführerin lachend verrät: "Er hat mich mit seiner Musik erobert." Ihr Ehemann ist es auch, der ihr privat den Rücken freihält, schließlich ist in ihrem anspruchsvollen Job als Geschäftsführerin große Flexibilität gefordert. Eine Tätigkeit, die ihr unheimlich viel Spaß macht. Ein Extra-Bonbon ist dabei, so Margit Langer mit Blick durch ihr Bürofenster in das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof: "Ich habe den schönsten Arbeitsplatz der Welt."Anne-Marie Glaser

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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