Niederwaldbewirtschaftung in Hornberg
Risiken für Kommunen verringern
- Aus einem Nadelwald wird langsam ein Wald mit Laubbäumen.
- Foto: Landratsamt Ortenaukreis
- hochgeladen von Christina Großheim
Hornberg (st) Hohe und dichte Nadelwaldbestände prägen vielerorts das Bild des Schwarzwalds. Reichen sie bis unmittelbar an Ortschaften heran, können sie bei Sturm, Trockenheit und anderen Extremwetterereignissen zum Risiko werden, so das Landratsamt Ortenaukreis in einer Pressemitteilung. Im Stadtwald Hornberg gebe es solche Situationen an mehreren Stellen. Deshalb würden Waldbestände in der Nähe von Wohnhäusern, Straßen und Talsohlen seit mehr als 15 Jahren schrittweise umgebaut. Hohe Nadelbaumbestände würden dabei in niedrigere, stärker von Laubbäumen geprägte Waldbereiche überführt.
Förster Martin Flach hat das Projekt im Stadtwald Hornberg initiiert. Der Wald bleibe dabei Wald, werde in den Bereichen nahe der Bebauung, an Straßen und in Talsohlen aber als sogenannter Niederwald anders bewirtschaftet. Wo früher bis zu 50 Meter hohe Tannen oder Douglasien standen, würden künftig überwiegend Laubbäume auf 15 bis 20 Meter Höhe heranwachsen. Das verringere die Risiken durch umstürzende oder abbrechende Bäume und verbessere zugleich die Belichtung angrenzender Wohnbereiche, insbesondere in den Wintermonaten im engen Gutachtal.
Schrittweise Umsetzung
Die Umsetzung erfolge schrittweise. Mittlerweile wüden die Flächen im Stadtwald Hornberg mehr als 60 Hektar umfassen. Bei jedem Eingriff werde der Anteil an Laubholz erhöht und der Bestand damit strukturreicher und anpassungsfähiger. „Insgesamt wirkt der Wald dadurch weniger dunkel und bedrohlich, das Tal geöffneter“, erzählt Flach. Nach seinen Erfahrungen stünden die Anwohner den Maßnahmen größtenteils sehr positiv gegenüber.
„Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Herstellung und Pflege der Niederwälder sehr kostenintensiv ist, da in regelmäßigen Abständen ein Eingriff notwendig wird“, erläutert Mario Herz, Leiter des Forstbezirks Wolfach. Dennoch sei im Stadtwald bislang jedes Jahr ein positives Betriebsergebnis erwirtschaftet worden, sodass Stadtverwaltung und Gemeinderat die notwendigen Pflegekosten stets mitgetragen hätten. Die Maßnahmen seien eine langfristige Investition in einen klimastabileren und anpassungsfähigeren Wald.






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