Schnelles Netz
Kappelrodeck: Geförderter Glasfaserausbau startet bald
Kappelrodeck (st) Der Glasfaserausbau in Kappelrodeck schreitet weiter voran. Während der eigenwirtschaftliche Ausbau durch die Vodafone und Meridiam in Teilen der Gemeinde bereits läuft, steht nun auch der Start des staatlich geförderten Ausbaus bevor, wie die den Ausbau in der Region koordinierende Breitband Ortenau GmbH & Co. KG mitteilt. Bis Ende 2028 sollen insgesamt 185 förderfähige Adressen an das Glasfasernetz angeschlossen werden; die Bereitstellung der Dienste ist ab Anfang 2029 geplant.
Wie in vielen Gemeinden der Ortenau erfolgt auch der Ausbau in Kappelrodeck im Rahmen des sogenannten hybriden Ausbaumodells. Dabei werden staatlich geförderte Maßnahmen mit eigenwirtschaftlichen Investitionen von Telekommunikationsunternehmen passgenau kombiniert, um eine möglichst flächendeckende Breitbandversorgung zu erreichen. Während die Unternehmen den Ausbau in den dichter besiedelten Ortslagen auf eigene Kosten übernehmen, erschließt die Breitband Ortenau mit finanzieller Unterstützung von Bund und Land die bislang unterversorgten Außenbereiche der Gemeinden. „Unser Ziel ist es, dass alle Gebäude Zugang zu einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur erhalten“, so Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau.
Voraussetzungen schaffen
Bereits heute werden bei verschiedenen Baumaßnahmen in der Gemeinde wichtige Voraussetzungen für diesen Ausbau geschaffen. So findet im Bereich Ottenberg derzeit eine Mitverlegung mit dem regionalen Netzbetreiber E-Werk Netze – dem früheren Überlandwerk Mittelbaden – statt. Im Zuge von Arbeiten zur Modernisierung des Stromnetzes werden dabei gleichzeitig Leerrohre für den späteren Glasfaserausbau mitverlegt. Der erste Bauabschnitt ist bereits fertiggestellt; hier fehlt lediglich noch die abschließende Asphaltdeckschicht. Der zweite Bauabschnitt soll voraussichtlich noch in diesem Monat beginnen.
Auch im Rahmen des eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbaus werden bereits Vorarbeiten für den geförderten Ausbau umgesetzt. Gemeinsam mit dem Infrastrukturunternehmen Meridiam werden in verschiedenen Bereichen der Gemeinde Leerrohre mitverlegt, die später für den Anschluss der noch unterversorgten Gebäude genutzt werden können.
Nach der Veröffentlichung der Netzbetreiberausschreibung Anfang des Jahres sollen im dritten Quartal die Netzplanung sowie eine öffentliche Informationsveranstaltung mit dem Netzbetreiber stattfinden. Die Tiefbauarbeiten sollen im zweiten Quartal 2027 beginnen.
Bürgermeister Stefan Hattenbach sagte: „Die Ausbaufirmen arbeiten leider an vielen Stellen nicht so, wie wir es im Tiefbau ansonsten gewohnt sind. Umso wichtiger ist für uns eine Perspektive, dass ein Ende der doppelten Durststrecke in Sicht ist, das heißt konkret: Die Straßen und Wege werden wieder ordentlich hergerichtet und die Häuser an das schnelle Netz angeschlossen. Ein Mammutprojekt mit über 45 Kilometer Tiefbauarbeiten alleine im eigenwirtschaftlichen Ausbau und einer völlig neuen Infrastruktur kann sicher niemand umsetzen, ohne dass jemand etwas davon merkt. Doch leider gibt es im Breitbandausbau strukturelle Webfehler, die wir im Kreis und der Gemeinde ausbaden und bestmöglich ausbügeln. Danke an alle, die hierzu einen positiven Beitrag leisten.“
Der Glasfaserausbau ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Ortenaukreises. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren rund 121.000 Gebäude im Landkreis an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Ziel ist es, durch die Kombination aus gefördertem und eigenwirtschaftlichem Ausbau eine möglichst flächendeckende Versorgung mit gigabitfähiger Infrastruktur zu erreichen.
Der Ausbau in der Ortenau macht gute Fortschritte: Die sogenannte Homes-Passed-Quote liegt bereits bei 52 Prozent. Das bedeutet, dass bei mehr als der Hälfte aller Gebäude das Glasfaserkabel bereits in der Straße liegt und ein Anschluss ans Netz technisch kurzfristig möglich wäre. Bis 2027 soll eine Homes-Passed-Quote von 70 Prozent erreicht werden, der vollständige Ausbau aller bislang unterversorgten Gebäude soll bis 2031 abgeschlossen sein.








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