IZAO
Stefan Hattenbach bleibt weitere fünf Jahre Verbandsvorsitzender
- Stefan Hattenbach (l.) und Andreas Kollefrath führen den IZAO in die Zukunft.
- Foto: IZAO
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Kappelrodeck (st) Der Zweckverband für interkommunale Zusammenarbeit im Bereich Abwasser Ortenau (IZAO) kam am vergangenen Donnerstag, 28. November, zur Verbandsversammlung zusammen. In deren Rahmen wurde der Kappelrodecker Bürgermeister Stefan Hattenbach einstimmig für weitere fünf Jahre zum Verbandsvorsitzenden gewählt. Stellvertretender Verbandsvorsitzender bleibt Andreas Kollefrath, Bürgermeister der Großen Kreisstadt Achern, schreibt die Gemeinde Kappelrodeck in einer Pressenotiz.
Der Verband managt die Logistik und Entsorgung von Klärschlämmen und Rechengut in weiten Teilen des Ortenaukreises. Rund 21.000 Tonnen pro Jahr werden transportiert, gelagert und zur Gewinnung von Strom und Wärme thermisch verwertet. Damit ist der Verband ein wesentlicher Garant für die Entsorgungssicherheit im Ortenaukreis. Die Strukturen des Umlagefinanzierers sind dabei sehr schlank und effizient aufgestellt, so dass die Ortenauer Gebührenzahler für diese Leistung mit im Benchmark deutlich unterdurchschnittlichen Entsorgungskosten belastet werden, heißt es weiter.
Zukunftsthema
Größtes Zukunftsthema des Ortenauer Verbandes ist aktuell der Bau einer Monoverbrennungsanlage in der Breisgauer Bucht, an der der IZAO in großem Umfang beteiligt ist. Über 100 Millionen Euro Projektkosten sind für den Bau der Anlage eingeplant, die die Klärschlämme veraschen soll. Diese wird eine Feuerungswärmeleistung von rund acht Megawatt thermischer Leistung und 0,7 Megawatt elektrischer Leistung haben. Klärschlämme sind in Deutschland die größte Sekundärrohstoffquelle für Phosphor. Aus deren Asche kann in einem zweiten Verfahrensschritt Phosphor zurückgewonnen werden - 50 Prozent der aktuellen Bedarfe könnten damit abgedeckt werden. Phosphor ist in vielen Zeichen des täglichen Lebens unverzichtbar. Auch zur Nahrungsmittelproduktion wird Phosphor benötigt, sowohl in der biologischen als auch in der konventionellen Landwirtschaft. Das Problem: Die Phosphat-Reserven sind weltweit ungleich verteilt: Vier Länder, teils in politisch instabilen Regionen, besitzen rund 80 Prozent aller Vorkommen. Der Abbau erfolgt teils unter fragwürdigen Umwelt- und Sozialbedingung, wird in der Pressemitteilung weiter ausgeführt. Europa ist aktuell noch hochgradig abhängig von Importen aus diesen Ländern. Deshalb hat die EU-Kommission Phosphat bereits 2014 in Liste kritischer Rohstoffe aufgenommen. Der Ortenauer Zweckverband wird mit dem eingeschlagenen Weg in Zukunft nicht nur ein wesentlicher Garant für die Entsorgungssicherheit und effiziente Verfahren für die Bürger des Ortenaukreises bleiben, sondern sichert mit der geplanten Fertigstellung der Monoverbrennungsanlage im Jahr 2030 auch einen Teil der Rohstoffversorgung des Landes.



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