Zuschüsse der Stadt Kehl über Sozialpass nicht ausreichend
OB Vetrano unterstützt die Idee des Ein-Euro-Tickets

In Kehl treffen die beiden ÖPNV-Angebote von Tram und Stadtbus aufeinander.
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  • Foto: Stadt Kehl
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Kehl (st). Für einen Euro innerhalb der Stadt mit dem Bus fahren? Kehl Oberbürgermeister Toni Vetrano unterstützt den Vorschlag, den sein Offenburger Kollege Marco Steffens bei den Nahverkehrstagen am Wochenende gemacht hat: „Ich finde die Idee gut; der Einzelfahrschein ist zu teuer.“

Die Stadt Kehl hat am 9. Dezember 2018 ihr Stadtbussystem gestartet und sucht seither nach Möglichkeiten, die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs attraktiver zu machen. So hat der Gemeinderat jüngst beschlossen, die TGO-Punkte-Karte sowie Zeitkarten über den städtischen Sozialpass zu subventionieren.Doch das reicht nach Ansicht von Toni Vetrano nicht aus: „Wenn ein Rentnerehepaar, das in Sundheim wohnt, mit dem Bus zum Wochenmarkt und zurück fährt, kostet das auch mit der Punktekarte noch acht Euro“, rechnet der OB vor. Da steige man im Zweifelsfall eben doch ins Auto.

In Kehl komme noch hinzu, dass Straßburg vormache, dass der ÖPNV auch günstiger sein könne: Der Erfolg der Tram – mehr als drei Millionen Einzelfahrten im ersten Betriebsjahr, 15 Prozent mehr Fahrgäste seit der Inbetriebnahme der Haltestelle Rathaus – zeige, dass die Menschen ein gutes Angebot zu günstigen Preisen nutzten. Die Differenz bei den Fahrkartenpreisen – TGO-Einzelfahrschein: 2,65 Euro, Tram-Ticket: 1,80 Euro – sei zwar zu erklären, „aber schwer zu vermitteln“, findet Toni Vetrano.

Auch an Aktionen wie dem Straßburger Luftverschmutzungsticket sollte man sich eigentlichen beteiligen: Wenn in Straßburg die Feinstaub- oder Ozonkonzentration in der Luft die Grenzwerte übersteige, könne man mit einem Einzelfahrschein den ganzen Tag über den ÖPNV nutzen. Dass dies für das Stadtbussystem in Kehl nicht gelte, sei schwer verständlich: „Die Schadstoffe machen schließlich an der Grenze nicht halt“, sagt Toni Vetrano.

Die Stadt Kehl habe bewusst ein Bussystem eingeführt, das auch in den Abendstunden und am Wochenende bis spät in die Nacht hinein funktioniere. „Das Ein-Euro-Ticket nützt nichts, wenn kein Bus fährt“, erklärt der OB und verweist auf den Erfolg des Anruf-Linien-Taxis, das genau in diesen Randzeiten unterwegs ist: Die Zahl der Fahrten habe sich seit Dezember 2018 von 25 im Monat auf 186 im August gesteigert oder von 25 auf 240 Fahrgäste.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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