Auf der Suche nach kleinen Flattermännern
Wo genau nisten die Fledermäuse in Kehl?

Zwei Mausohren beim Einflug in ihr Quartier

Kehl (st). Sie fliegen mit den Händen, sehen mit den Ohren und schlafen mit dem Kopf nach unten: Fledermäuse sind faszinierende Geschöpfe – und stark gefährdet. Um die Tiere besser schützen zu können, bittet die Stadtverwaltung die Kehler Bürger, Fledermausquartiere zu melden, denn durch das zu dieser Jahreszeit auftretende auffällige Schwarmverhalten können diese leicht ausfindig gemacht werden. Mit leicht aufzuhängenden Fledermauskästen kann jeder, der möchte, Nisthilfen anbieten. „Für den Schutz der Fledermäuse wäre es gut, einschätzen zu können, wo die Tiere ihr Quartier haben, wie viele es sind und welche Arten im Kehler Stadtgebiet leben“, erklärt die Umweltreferentin Sarah Koschnicke.

Sämtliche der 23 in Baden-Württemberg heimischen Fledermausarten seien stark gefährdet, weil viele Bauvorhaben ihre Lebensräume vernichteten: „Bei Sanierungs- und Renovierungsarbeiten oder Neubauten wird in der Regel jede auch noch so kleine Fuge verschlossen.“ Damit werde den Tieren die Möglichkeit genommen, in die Gebäude zu gelangen und diese als Unterschlupf zu nutzen. Weil sich die Nachtschwärmer in kleinen Spalten, Schiefer- und Holzverkleidungen, hinter Fensterläden, in Kellern oder auf Dachböden ansiedelten, seien sie allerdings genau darauf angewiesen.

„Wer ein Fledermausquartier bei sich zu Hause entdeckt, hat viele Möglichkeiten, ohne hohe Kosten oder aufwändige Renovierungen die eigenen Ansprüche mit denen der Fledermäuse zu vereinen“, versichert Sarah Koschnicke. Denn Gebäude fledermausfreundlich zu bauen oder zu sanieren und dadurch Lebensräume für die bedrohten Tiere zu schaffen und zu erhalten, sei bereits mit einfachen Mitteln umzusetzen – beispielsweise mit Fledermauskästen, Einflugöffnungen oder schlichtweg dem Nichtbenutzen von Fensterläden, wenn sich Fledermäuse dahinter eingenistet haben. Zudem haben Hausbewohner mit Fledermäusen im eigenen Garten einen entscheidenden Vorteil: „Eine einzige Zwergfledermaus frisst pro Nacht bis zu 4.000 kleine Mücken“, argumentiert Sarah Koschnicke. Fledermauskot enthalte darum lediglich unverdaute Insektenreste und sei trocken und geruchslos. Bei kleineren Fledermauskolonien in Dachböden genüge es daher, die Kotreste einmal im Jahr zu entfernen. Auch um Schäden am Gebäude müssen sich Hausbesitzer nicht sorgen. Die entdeckten Quartiere können die Bürger unter Telefon 07851/881198 oder an die E-Mail-Adresse s.koschnicke@stadt-kehl.de melden.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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