Sonntagsporträt
Birgitta Bahner hat in Benin gelebt

Afrika lässt Birgitta Bahner auch in ihrer Freizeit nicht mehr los. Die Verwaltungsangestellte hat ein Buch über Afrika geschrieben und malt Bilder mit afrikanischen Motiven.
  • Afrika lässt Birgitta Bahner auch in ihrer Freizeit nicht mehr los. Die Verwaltungsangestellte hat ein Buch über Afrika geschrieben und malt Bilder mit afrikanischen Motiven.
  • Foto: Sandra Decoux-Kone
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Kippenheim. Birgitta Bahner hat ein Buch geschrieben. „Grüße aus Benin“ heißt der Titel des 452-seitigen Werks, in dem die 57-Jährige aus Kippenheim über ihre Erlebnisse aus zwei Jahren Entwicklungshilfe erzählt. Von Januar 1994 bis Februar 1996 hat sie mit ihrem Mann Heinz und den Kindern Michael und Rebekka in dem kleinen Dorf La Aheme in Benin am Atlantik verbracht. „Afrika ließ mich seither nicht mehr los, gibt sie zu. Sie hat noch immer Kontakt mit den Einheimischen. Mit ihrer damaligen Nachbarin Firmine hat sie seit vielen Jahren auch „geschäftlich“ zu tun hat. Birgitta Bahner gründete 2009 den Verein Chance für Benin, der Firmines Arbeit in einem Zentrum für mangelernährte Kinder unterstützt.

Liebe zu Afrika

Birgitta Bahners Leben wäre vielleicht ganz anders verlaufen, hätte sie nicht die Liebe zu Afrika entdeckt und die Leidenschaft, sich für eines der ärmsten Länder der Welt zu engagieren. Alles begann im Jahr 1993, als ein Kollege ihres Mannes freudig verkündete, dass er mit Familie in den Entwicklungsdienst gehen werde. „Heinz und ich waren uns noch am selben Tag einig, dass wir uns auch bewerben“, erinnert sich Birgitta Bahners. Inspiriert von den interessanten Geschichten bewarben sie sich beim Deutschen Entwicklungsdienst Berlin (DED) und wurden beim Bewerbungsgespräch auf Herz und Niere geprüft: "Bekannte mussten Referenzen für uns abgeben und Heinz und ich mussten unter anderem in Rollenspielen zeigen, wie wir bestimmte Situationen souverän meistern können.“ Die Zusage kam schließlich für das westafrikanische Land Benin, in dem Heinz Bahner das Projekt „Brunnenbau in dörflichen Gebieten“ anvertraut wurde. Bevor es losging, hieß es erst mal Französisch büffeln. Am 4. Januar 1994 war dann der langersehnte Abflug in ein unbekanntes Land. Das Abenteuer Afrika hatte begonnen.

Haus mit Blechdach, ohne Wasser und Strom

Birgitta und Heinz Bahner wohnten mit dem damals sechsjährigen Sohn Michael und der fünf Monate alten Tochter Rebekka zwar nicht wie die Einheimischen in Lehmhütten, sondern hatten ein Haus mit Blechdach, allerdings ohne fließend Wasser und Strom. Mindestens einmal in der Woche fuhren sie zu einer Mineralwasserquelle in das nahe Dorf Possotome und füllten ihre Wasserfässer auf. Später haben sie sich auch ein Stromaggregat zugelegt, das abends manchmal für eine Stunde lief und den Bahners den Alltag erleichterte. Michael wurde eingeschult und durch eine Fernschule unterrichtet. „Am Vormittag unterrichtete ich meinen Sohn. Er war sehr lernbegierig und hat die Bücher regelrecht verschlungen“, erzählt sie. Das Fernsehen hätten sie überhaupt nicht vermisst.

Malaria

Auch von der gefürchteten Tropenkrankheit Malaria, die durch Stiche von Moskitos übertragen wird, wurden sie nicht verschont. „Die Ärzte wussten, wie man damit umgeht und hatten die Erreger schnell wieder in den Griff bekommen", erzählt sie. Natürlich zog sich das Brunnenprojekt ihres Mannes quer durch ihren Alltag, was für viele Kontakte mit den Einheimischen und ihrer Kultur sorgte. „Es war uns in den zwei Jahren immer ein Anliegen, nicht als Yovos, also Weiße, außen vor zu stehen, sondern am Leben teilzuhaben“, betont sie.

500 Briefe geschrieben

In dieser Zeit hat Birgitta Bahner rund 500 Briefe an ihre Familie und Freunde in Deutschland verschickt und nahezu täglich Tagebuch geführt. Ihre Mutter hat sämtliche Briefe in einem Ordner archiviert; Briefe, auf so dünnem Briefpapier, dass man sie nur einseitig beschriften konnte. "Einem beninischen Straßenkünstler habe ich das von Hand bemalte Briefpapier abgekauft", so Brigitta Bahner.

Tagebucheinträge

„Eigentlich wollte ich damals gleich nach unserer Rückkehr mit dem Buch anfangen, das war ja schließlich auch der Grund für meine Tagebucheinträge", erzählt sie und meint: „Irgendwie habe ich nie den richtigen Anfang gefunden.“ 2018 war es dann so weit: "Ich kramte den Ordner mit den längst vergessenen Briefen an meine Mutter raus und fing an, sie chronologisch zu ordnen. Ich freue mich, dass jetzt doch ein spannendes Buch aus Tagebucheinträgen und den Briefen erschienen ist, welches die Leser auf unser Afrika-Abenteuer mitnimmt." Das Buch ist mit vielen Fotos illustriert und kann man direkt bei Birgitta Bahner erworben werden.Sandra Decoux-Kone

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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