Stellungnahme des Freundeskreises Klinikum Lahr
Agenda 2030 beschlossen

Lahr (st). nach dem Beschluss im Kreistag zur Agenda 2030 bezieht Prof. Dr. Volker Schuchardt für den Freundeskreis Klinikum Lahr Stellung: "Am vergangenen Dienstag hat der Kreistag nach lebhafter Diskussion der Agenda 2030 von Herrn Landrat Scherer und des Geschäftsführers Christian Keller zugestimmt zur notwendigen Neustrukturierung und Modernisierung der Krankenhauslandschaft in der Ortenau. Der Freundeskreis Klinikum Lahr hatte sich, seiner Aufgabe entsprechend, engagiert.

Es bestand die Sorge, dass mit den – fraglos erforderlichen – Baumaßnahmen in Offenburg ein Riesenklinikum mit Maximalversorgungsanspruch entstehen könnte, das alle wichtigen medizinischen Fächer und organisatorischen Funktionen an einem Ort, nämlich in Offenburg, zentralisieren sollte. Diese Sorge wurde durch das Gutachten der Firma Lohfert und Lohfert noch verstärkt. Gefürchtet wurde vor allem eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung in der Fläche auf stationärer und ambulanter Ebene, zudem ein Abbau und Kompetenzverlust der übrigen Klinikstandorte. Für das Klinikum Lahr-Ettenheim, das gleichberechtigt mit dem Offenburger Standort aktuell Haus der Zentralversorgung ist und Lehrkrankenhaus der Freiburger Universität, wurde eine Demontage und Reduktion seiner hohen medizinischen Kompetenz befürchtet.

Die fachliche und öffentliche Diskussion, in die sich die Lahrer Kommunalpolitik vorbildlich eingebrachte, hat zu dem jetzt beschlossenen Modell der vier Krankenhausstandorte (Achern, Lahr, Offenburg, Wolfach) geführt und voraussichtlich zur Umwandlung der Häuser in Ettenheim, Kehl und Oberkirch zu Gesundheitszentren.

Was wurde für den Lahrer Standort erreicht?
Der Lahrer Klinikstandort wird wie der in Offenburg ein Maximalversorgungs-Krankenhaus sein - und weiterhin Lehrkrankenhaus der Universität Freiburg. Weitere aufwändige Baumaßnahmen werden den Standort stärken. Besondere Leistungsschwerpunkte und Kompetenzzentren werden auf die beiden Häuser medizinisch sinnvoll verteilt. Natürlich werden die großen Fächer mit selbständigen, chefarztgeführten Abteilungen in beiden Häusern vertreten sein. Medizinisch wichtige Funktionen wie das klinische Labor bleiben beiden Häusern erhalten.

Was wurde nicht erreicht?
Die Klinikapotheke wird nicht nach Lahr zurückkehren und das Ettenheimer Haus wird wahrscheinlich ab 2030 keine stationäre Patienten mehr betreuen.

Was steht an?
Entscheidend werden die anstehenden Diskussionen um die Aufgabenverteilung der beiden Maximalversorgungshäuser sein. Diese Gespräche werden von Innovations-Boards geführt, bestehend aus Leitenden Ärzten beider Häuser und Vertretern der Verwaltung.

Hierbei werden die Vertreter des Lahrer Hauses um die symmetrische Lokalisation von Kompetenzschwerpunkten und sogenannte Leuchtturmfunktionen in Offenburg und Lahr kämpfen, um die ausgewogene Etablierung neuer Abteilungen mit Chefarztpräsenz an beiden Standorten, um eine angemessene und faire Ausstattung mit Chefärzten, Ober- und Assistenzärzten, mit Pflege- und Assistenzpersonal in Lahr wie in Offenburg. Seinem Status als Maximalversorgungskrankenhaus entsprechend muss das Lahrer Klinikum gleichberechtigt mit medizinischen und organisatorischen Aufgaben und Verantwortungen betraut werden. Seine medizinische Kompetenz und wissenschaftliche Stärke und Leistungsfähigkeit stehen außer Frage."

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