Gewerbliche Schule Lahr erhält Lernfabrik 4.0
Digitale Lernumgebung

Lahr (st). Zum nächsten Schuljahr bekommt die Gewerbliche Schule Lahr eine Lernfabrik Industrie 4.0. Rund 395.000 Euro wird der Ortenaukreis dafür investieren. Dies hat der Kultur- und Bildungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Mit der Lernfabrik 4.0 sollen Schüler bestmöglich auf die Digitalisierung der Arbeitswelt vorbereitet werden.
Auf Initiative von Landrat Frank Scherer hat der Ortenaukreis eine solche Lernfabrik schon vor zweieinhalb Jahren in der Gewerblich-Technischen Schule in Offenburg eingerichtet. „Ich freue mich, dass wir jetzt in unserer Gewerblichen Schule in Lahr nachziehen können“, kommentiert Landrat Frank Scherer die Entscheidung des Gremiums. „Die Lernfabrik 4.0 in Lahr ergänzt die schon vorhandenen modernen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten unserer Berufsschulen optimal. Im Ortenaukreis bilden wir damit auf dem neuesten Stand, qualitativ hochwertig und zukunftsorientiert aus“, sagte Scherer. „Gut ausgebildete Fachkräfte“, so der Landrat, „genau das benötigen unsere Unternehmen, um im globalen Wettbewerb weiterhin erfolgreich agieren zu können“.

Praxisnahe Lernumgebung

Angesichts intelligenter Maschinen und digital vernetzter Produktionsprozesse würden Fachkräfte immer mehr zu Managern werden, die sich intensiv digitaler Medien bedienen müssen, ergänzte Bernhard Kohler, Leiter des Amtes für Schule und Kultur im Landratsamt Ortenaukreis. „Deshalb ist es wichtig, Auszubildende und Beschäftigte in einer möglichst praxisnahen digitalen Lernumgebung zu qualifizieren“, unterstrich er die Bedeutung des Projekts.

Die Schule trage die Investition vollständig aus dem Schulbudget, so dass der Kreishaushalt nicht belastet werde. „Eine Förderung durch das Land im Rahmen der Landesstrategie 'digital@bw' kommt leider dieses Mal nicht in Frage“, so der Amtsleiter. Man wolle aber versuchen, im Rahmen des Bund-Länder-Digitalisierungspaktes Fördermittel zu beantragen. Dann könnten sich die vom Kreis einzusetzenden Mittel auf 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten reduzieren.

Digitaler Wandel

Lernfabriken 4.0 gleichen im Aufbau und in der Ausstattung industriellen Automatisierungslösungen oder professionellen Gerätesystemen aus anderen Branchen. Maschinenbau, Elektrotechnik, Informationstechnik und Betriebswirtschaft werden darin auf der Basis aktueller Industriestandards verknüpft. „Die künftigen Facharbeiter werden ihr praktisches Wissen über digitale Produktionsabläufe in ihre Betriebe vermitteln und so die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft verbessern“, ist sich Kohler sicher. „Insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen können so über entsprechend ausgebildete Nachwuchskräfte für den digitalen Wandel in der Produktion sensibilisiert werden.“ Laut Kohler solle die Lernfabrik 4.0 aber auch in der Weiterbildung eingesetzt werden. Zielgruppen der Lernfabrik seien Auszubildende in den dualen Ausbildungsgängen wie Industriemechaniker, Elektroniker oder Mediengestalter sowie Teilnehmer an Techniker- und Meisterschulen.

Die erste Lernfabrik Industrie 4.0 hat der Ortenaukreis am 29. März 2017 an der Gewerblich-Technischen Schule Offenburg in Betrieb genommen. Sie fungiert auch als Demonstrationszentrum für die regionale Wirtschaft im Bereich der IHK Südlicher Oberrhein.

Die Lernfabrik Industrie 4.0 an der Gewerblichen Schule Lahr soll in kleinerer Dimension eingerichtet werden. Die Schüler sollen gleichzeitig an sechs übergeordneten Anlagen mit Schnittstellen zur Leitebene und betriebswirtschaftlichen Komponenten sowie an neun verschiedenen mobilen Automatisierungsmodulen arbeiten. An der Gewerblichen Schule Lahr könnten neben den rund 720 Auszubildenden weitere 480 Schüler aus den Berufsfachschulen, Berufskollegs, dem Technischen Gymnasium und den Fachschulen von der Industrie 4.0 -Ausstattung der Schule profitieren.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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