OB Müller von Londoner Stiftung als "Vize-Weltbürgermeister" ausgezeichnet
Integration: "Stadt Lahr hat Vorbildliches geleistet"

"Um Lahrer zu sein, muss man nicht unbedingt Strophen des Badnerliedes kennen", so OB Müller.
  • "Um Lahrer zu sein, muss man nicht unbedingt Strophen des Badnerliedes kennen", so OB Müller.
  • Foto: Foto: Sandra Decoux-Kone
  • hochgeladen von Stefan Schartel

Lahr (rö/st). Riesenerfolg für den Lahrer Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller: Er wurde für seine Verdienste für die Integration als "Vize World Mayor 2016" (Vize-Weltbürgermeister) ausgezeichnet. Der erste Preis ging an den Bürgermeister der belgischen Stadt Mechelen, Bart Somers, den dritten Platz belegte der Bürgermeister von Athen, Giorgos Kaminis.

Die erfolgreiche Einbürgerung der meist deutsch-russischen Spätaussiedler in die Stadt Lahr sei eine deutsche und europäische Erfolgsgeschichte, wird in der Begründung betont. Zu der gelungenen Integration habe Müller in seinen 20 Amtsjahren wesentlich beigetragen.
Die World Mayor-Ehrungen werden alle zwei Jahre von der philanthropischen Stiftung City Mayors in London an Bürgermeister vergeben, die Erhebliches zum Nutzen ihrer Kommunen geleistet haben und deren Vorstellungen zu einem urbanen Zusammenleben anderen Städten als Vorbild gelten können.

Der 2016 World Mayor Price und die Commendations würdigen die herausragenden Leistungen von Stadtoberhäuptern und ihren Gemeinden bei der Aufnahme von Flüchtlingen in den vergangenen Jahren und der langfristigen Integration von Immigranten aus verschiedenen Ländern, Kulturen und Religionen. Tann vom Hove, Senior Fellow (Direktor) bei der City Mayor Foundation: “Lahr hat auf dem Gebiet der Integration von Immigranten bewiesen, dass man nicht Großstadt sein muss, um Vorbildliches zu leisten und dafür international anerkannt zu werden.”

OB Müller, seit 1997 im Amt, hebt im Zusamnmenang mit der Auszeichnung hervor, dass die Deutsch-Russen, obwohl sie noch ihre eigene Kultur pflegen, nach 20 Jahren in Lahr mehr mit den eingesessenen Lahrern gemein haben als sie trennt: "Sie alle arbeiten hart, gründen Firmen und kümmern sich um ihre Familien." Um Lahrer zu sein, müsse man "nicht unbedingt Schwarzwälder Kirschtorte auf dem Kaffeetisch haben oder die Strophen des Badnerliedes kennen". Müller: "Was die ‘Neuen’ und ‘Alten’ vereint, ist ihr Stolz auf Lahr und ihr Gefühl, in der Stadt zuhause zu sein.”

Tann vom Hove fügt hinzu, dass sich Müller heute wie vor 20 Jahren für das Wohl von Flüchtlingen und Migranten einsetze: “Er, die Stadt und viele engagierte Bürger tun Bewundernswertes, um Neuankömmlingen die Eingliederung in Lahr zu ermöglichen." Der OB weist aber auch darauf hin, dass die Stadt Immigranten dazu auffordert, für ihre Integration Teilverantwortung zu übernehmen: “Wir erwarten von ihnen Offenheit und Willigkeit, von ihrer neuen Umgebung zu lernen.”

World Mayor – ein Projekt konzipiert und organisiert von der in London ansässigen philantropischen City Mayors Foundation – ehrt seit 2004 Bürgermeister weltweit, die maßgeblich zum Wohl ihrer Kommunen beigetragen haben und sich für das Zusammenwirken und -leben von Städten einsetzen. Die Stiftung wurde 2003 zur Förderung von vorbildlicher Lokalpolitik gegründet.

In der Einleitung zum World Mayor Projekt 2016 schreiben die Organisatoren, dass zur Zeit weltweit 60 Millionen Menschen vertrieben sind. Jedes Jahr fliehen hunderttausende aus Armut und Kriegsgebieten, und es seien letztlich die Städte, die Flüchtlingen Notunterkunft, Sicherheit und Zukunftsaussichten gewähren. Alle großen Städte der Welt hätten von Immigranten profitiert, deren Beharrlichkeit trotz Entbehrung und Vorurteilen zur Schaffung der Kommunen, die wir heute schätzen und genießen, wesentlich beigetragen hätten. Die City Mayors Foundation ist nach eigenen Angaben unabhängig und hat keine Verbindungen zu anderen Organisation oder Städten. Sie akzeptiere keine finanziellen Beiträge oder Spenden von Drittpersonen und werde von ihren Fellows unterhalten und finanziert.

Auf der Ehrenliste kam unter anderem der Bürgermeister der italienischen Insel Lampdusa, Guisi Nicolini, auf Platz 4, der OB von Schwäbisch Gmünd, Richard Arnold auf Platz 5, der Bürgermeister der griechischen Insel Lesbos, Spiros Galinos, auf Rang 7, der Bürgermeister von Gdansk in Polen, Pavel Adamowicz, auf Rang 8 und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker auf Platz 10.

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