Ein Platz für die Partnerstadt
Lahrer Delegation auf Bürgerreise nach Alajuela

Lahrer Delegation auf der Aussichtsplattform am Vulkan Poas | Foto: Stadt Lahr
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Lahr /Alajuela (st) Besuch in der costa-ricanischen Partnerstadt: Für eine Woche war eine Lahrer Delegation bei einer Bürgerreise zu Gast in Alajuela. Mit dabei waren unter anderem Oberbürgermeister Markus Ibert, Marlies Llombart, Vorsitzende des Freundeskreises Alajuela-Lahr e. V., Juan-José Llombart Gavalda, Honorarkonsul von Costa Rica, Alt-Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller und mehrere Mitglieder des Lahrer Gemeinderats – insgesamt bestand die Gruppe aus 32 Bürgern aus Lahr.

Lahrer Themen

Die Städtepartnerschaft zwischen Lahr und Alajuela besteht seit 2006. Lahr war in Deutschland die erste Stadt, die eine Partnerschaft mit einer Stadt in Costa Rica eingegangen ist. Markus Ibert und Alajuelas Bürgermeister Humberto Soto haben sich darauf verständigt, jeweils in ihrer Stadt einen Platz der Partnerstadt zu widmen. Dies hat der Stadtrat von Alajuela bereits zustimmend beschlossen. Bei einer feierlichen Sitzung des Gemeinderats im Stadttheater von Alajuela ging Lahrs Oberbürgermeister auf aktuelle Themen aus Lahr ein, darunter die Unterstützung geflüchteter Menschen aus der Ukraine, die Entwicklung der Innenstadt und die Maßnahmen der Stadt zur Erreichung der vom Gemeinderat beschlossenen Klimaziele. Als Geschenk überreichte er seinem Amtskollegen sowie Randall Barquero, Präsident des Gemeinderats, ein künstlerisches Bild von Juliane II., der aktuellen Lahrer Chrysanthemenkönigin.

Projekte der Partnerschaft

Die Lahrer Delegation erhielt auf zahlreichen Reisestationen umfassende Informationen über die bisherigen Projekte und Errungenschaften der Städtepartnerschaft, für die insbesondere das Thema Nachhaltigkeit zentral ist. Auf dem Programm stand beispielsweise ein Ausflug ins Quellgebiet des Rio Segundo: In einem gemeinsamen, 2019 erfolgreich abgeschlossenen Projekt zum Schutz der Trinkwassergewinnung wurden zuvor ungeschützte Quellen eingezäunt und naturnah aufgeforstet, sodass von dort 5.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt werden können. Bei einem Besuch der zentralen Kläranlage erfuhr die Gruppe zudem, wie es im Rahmen des kommunalen Partnerschaftsprogramms gelungen ist, das Abwassermanagement in Alajuela nachhaltig zu optimieren. Mögliche künftige Projekte sind unter anderem im Bereich Transport und öffentlicher Personennahverkehr angedacht.

Schüleraustausch

Schulen sind ein weiteres wesentliches Element der Partnerschaft. Die Delegation besuchte unter anderem die Schule La Pradera, die vom Freundeskreis in Alajuela – der Asociacion Ciudades Hermanas de Alajuela (ASOCHA) – gefördert wird. Bereits 2008 unterstützten dort der Freundeskreis Lahr-Alajuela und die Stadt Lahr nach einem schweren Erdbeben, bei dem die Schule fast komplett zerstört worden war, den Bau einer Multifunktionshalle. Am Liceo de Poás, das 2011 einen Schüleraustausch mit dem Lahrer Max-Planck-Gymnasium veranstaltete, lernen mittlerweile fast 130 Schüler Deutsch – im vergangenen Jahr begleitet von Jule Becker aus Schmieheim, die in Costa Ricas Hauptstadt San José studiert. Das Conservatorio Musical, die Musikschule von Alajuela, unterhält Kontakte zur Städtischen Musikschule Lahr und wird geleitet von Paula Quesada und Marvin Rodriguez, die mit ihrer Band Son Sin Par in diesem Jahr am Eröffnungssamstag auf der Chrysanthemenbühne spielen werden. Die Gewerbliche Schule Carrizal schließlich steht im Austausch mit den Gewerblichen Schulen Lahr und bietet unter anderem Fachrichtungen wie Tourismus, Webdesign oder Industrieelektronik an.

Soziale Projekte

Außerdem sind beide Städte über soziale Projekte verbunden. Ein Beispiel ist das Schwerstbehindertenheim der Stiftung Fundación Hogar Manos Abiertas, eine weitere Station im Besuchsprogramm. Der Freundeskreis Alajuela-Lahr e. V. unterstützt das Heim, das von einem Orden betrieben wird, seit vielen Jahren finanziell und beteiligt sich maßgeblich an der Organisation von Freiwilligendiensten: Insgesamt haben schon 37 junge Menschen aus Deutschland, vermittelt über den Freundeskreis, ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei Manos Abiertas geleistet. Die jüngste Unterstützung des Lahrer Freundeskreises wiederum ging an die Fondacion al Nino con Carino – ein Wohnheim für sozial gefährdete Mädchen, das eng mit deren Familien zusammenarbeitet.

Daniel Kriener, deutscher Botschafter in Costa Rica, lud die Delegation zu einem Empfang in seine Residenz ein. Er hob die Bedeutung der Städtepartnerschaft zwischen Lahr und Alajuela vor und betonte vor allem die vielen initiierten Projekte – dies sei vorbildhaft und außergewöhnlich. Diese Partnerschaft sei nach Kriener die lebendigste. Markus Ibert, Lahrs Alt-Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller, Marlies Llombart und ihr Ehemann Juan Llombart, Honorarkonsul von Costa Rica in Lahr, waren außerdem zu Gast im Außenministerium bei Maria Peralta, ehemalige Botschafterin der Republik Costa Rica in Deutschland und jetzt stellvertretende Außenministerin.

Buntes Besuchsprogramm

Weitere Punkte im Besuchsprogramm waren unter anderem der Poas, einer der größten aktiven Vulkane der Erde, die Kaffeeplantage „Hacienda Alsacia“, deren ursprünglicher Besitzer aus dem Elsass stammt, der Botanische Orchideengarten und der Zoo mit Tierrettungsstation sowie eine Stadtführung durch Alajuela. Die Bürgerreise wurde vom Freundeskreis Alajuela-Lahr mit Unterstützung der Stadt Lahr organisiert. Für Markus Ibert war es der zweite Besuch als Oberbürgermeister in Alajuela – im vergangenen Jahr war er dort bei einer Informationsreise zu Gast.

„Ich bin sehr beeindruckt von der Vielfalt und Lebendigkeit der Projekte, die unsere Partnerschaft prägen. Basis hierfür ist vor allem ein sehr ausgeprägtes ehrenamtliches Engagement“, bilanziert Markus Ibert. „Wir wollen gemeinsam mit dem Freundeskreis Alajuela-Lahr daran anknüpfen, uns auf den Weg machen und uns neue Ziele setzen – denn gemeinsam können wir viel bewegen und erreichen!“

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