Deutsch-französische Lehrstellenbörse
Startschuss für den FutureFinder

Sandra Boser, Staatssekretärin, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Baden-Württemberg (v. l.), Whitney Valent, Ausbildungsbotschafterin und Auszubildende von Dachser in Eschbach, Dr. Patrick Rapp, MdL, Staatssekretär, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, Monika Schäfer, Vizepräsidentin der IHK Südlicher Oberrhein, Simon Kaiser, Geschäftsführer für Aus - und Weiterbildung bei der IHK Südlicher Oberrhein  | Foto: Olga Heiland/IHK Südlicher Oberrhein
  • Sandra Boser, Staatssekretärin, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Baden-Württemberg (v. l.), Whitney Valent, Ausbildungsbotschafterin und Auszubildende von Dachser in Eschbach, Dr. Patrick Rapp, MdL, Staatssekretär, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, Monika Schäfer, Vizepräsidentin der IHK Südlicher Oberrhein, Simon Kaiser, Geschäftsführer für Aus - und Weiterbildung bei der IHK Südlicher Oberrhein
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Lahr (st) Am Montag eröffnete Staatssekretär Dr. Patrick Rapp gemeinsam mit Simon Kaiser, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung in der IHK Südlicher Oberrhein in Lahr die Plattform für deutsch-französische Lehr- und Praktikumsstellen FutureFinder. Hintergrund des neuen Angebots für Schüler ist es, das Interesse am jeweiligen Nachbarland bezogen auf die berufliche Perspektive zu wecken.

Das Interesse am Miteinander zwischen Deutschland und Frankreich ist aktuell noch niedriger als noch vor fünf Jahren. Die letzte Allensbach-Umfrage zeigt, dass 63 Prozent der Franzosen sich kaum oder gar nicht für das politische und wirtschaftliche Geschehen in Deutschland interessieren. In Deutschland ist das Frankreich-Interesse im Gegenzug etwas ausgeprägter; hierbei zeigen 41 Prozent kaum Interesse am Nachbarland. „Umso wichtiger ist es, dass wir dieses Miteinander, das wir uns eigentlich wünschen, jetzt an vielen Stellen mit Leben füllen und aufzeigen, welche Möglichkeiten das auch mit sich bringt“, betont Simon Kaiser, Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung bei der IHK Südlicher Oberrhein bei der Eröffnung der deutsch-französischen Lehrstellenbörse Future Finder in Lahr. Gemeinsam mit Staatssekretär Dr. Patrick Rapp und in Anwesenheit von Staatssekretärin Sandra Boser wurde die Plattform FutureFinders online geschalten.

Neuer Schwung

„Ich freue mich über den neuen Schwung, den die grenzüberschreitende duale Berufsausbildung am Oberrhein derzeit erfährt. Mit dem Ende Juli unterzeichneten neuen deutsch-französischen Regierungsübereinkommen wurden die Rahmenbedingungen dafür verbessert. Darauf aufbauend gibt es hervorragende Instrumente, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der beruflichen Ausbildung am Oberrhein weiter zu stärken. Ein solches Instrument ist die neuaufgestellte deutsch-französische Ausbildungsbörse FutureFinder, die Angebote auf regionaler Ebene bündelt und zwischen Betrieben mit Fachkräftebedarf und jungen Menschen aus der Grenzregion vermittelt“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Patrick Rapp.

Bereits vor etwa zehn Jahren hatte die IHK Südlicher Oberrhein eine erste deutsch-französische Lehrstellenbörse ins Leben gerufen. Diese war eng auf das Thema Ausbildung und die jeweiligen IHK-Angebote zugeschnitten. „Unsere Erfahrungen haben dann jedoch gezeigt, dass wir das Thema viel weiter fassen und früher ansetzen müssen. Das Image der dualen Bildungsangebote mit hohem Praxisanteil in Deutschland wird in Frankreich eher als Angebot für schwache Schüler wahrgenommen. Daher war es uns ein Anliegen, den Service jetzt inhaltlich sowie organisatorisch viel breiter aufzustellen“, erklärt Kaiser. Dazu gehört beispielsweise, dass auf dem FutureFinder neben Lehrstellen nun Angebote für Praktika, Praxissemester oder auch Duale Studiengänge zu finden sind. Diese können durch Unternehmen direkt eingepflegt und aktualisiert werden. Auch an die Verzahnung mit anderen Stellen wurde gedacht, sodass neben IHK-Angeboten zudem Angebote der Handwerkskammer und des Regierungspräsidiums künftig eingebunden werden können. Über eine digitale Landkarte oder die Direktsuche lässt sich deutschlandweit nach Angeboten suchen und ein FAQ-Bereich deckt unkompliziert die wichtigsten Fragen ab. Das gesamte Angebot des FutureFinders ist natürlich zweisprachig verfügbar.

„Uns ist es wichtig, den FutureFinder als lebendiges Projekt zu begreifen. Der Status der Seite soll daher stetig weiterentwickelt werden. Neben Angeboten der IHK Südlicher Oberrhein werden so zum Beispiel als nächstes Angebot der IHK Karlsruhe und der IHK Hochrhein-Bodensee zeitnah folgen. Vor allem für Erziehungs- und Pflegeberufe werden wir auch die Handwerkskammer mit ins Boot holen. Zudem möchten wir das Portal als zentrale Anlaufstelle für Termine wie Praktikumswochen nutzen. Vorstellbar ist auch, dass wir außerdem auf Nachqualifizierungsangebote aufmerksam machen“, meint Kaiser. Auch bei Job-Messen, auf der die IHK vertreten ist, wie der Job-Start-Börse in Freiburg oder der Berufsinfomesse in Offenburg, soll der FutureFinder präsent sein und einen unkomplizierten Zugang zu Informationen ermöglichen.

Zweisprachige Ausbildungsbotschafterin

Zusätzlich zum digitalen Angebot des Future-Finders ist neben den direkten Messekontakten auch eine Ansprache der jungen Menschen direkt in den Schulen durch (fast) gleichaltrige Auszubildende vorgesehen. Dafür gibt es bei der IHK die Initiative Ausbildungsbotschafter des Wirtschaftsministeriums. Unternehmen aller Branchen können Auszubildende als Ausbildungsbotschafter anmelden und qualifizieren lassen, damit sie in Schulen selbstbewusst und ganz persönlich ihre Ausbildung vorstellen. Kaiser: „Wenn jemand die Schüler erreichen und sie für eine duale Ausbildung begeistern kann, dann sind es die authentischen Einblicke der Ausbildungsbotschafter. Denn mit niederschwelligen Angeboten und persönlichen Bezugspersonen lässt sich viel einfacher Interesse herstellen. Daher suchen wir gerade gezielt in diesem Bereich nach zweisprachigen jungen Menschen, die sich engagieren möchten“.

Mit Whitney Valent hat die IHK bereits eine der ersten zweisprachigen Ausbildungsbotschafterinnen gefunden. Nach einem abgebrochenen Studium hat sich die junge Frau für eine Ausbildung bei Dachser in Eschbach entschieden und ist derzeit dort im zweiten Lehrjahr als Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung tätig. Sie hat französische Eltern, ist in Deutschland aufgewachsen und besuchte ein deutsch-französisches Gymnasium. Als sie von der IHK angesprochen wurde, ob sie Interesse an der Weiterbildung zur Ausbildungsbotschafterin hat, musste die junge Frau nicht lange überlegen: „Zu meiner Schulzeit gab es keine Möglichkeit, dass mir jemand direkt erzählt, wie es so in der Ausbildung ist. Dabei hätte mir das sehr geholfen. Daher möchte ich mich jetzt dabei einbringen und zeigen, was es neben einem Studium für Möglichkeiten gibt“, erklärt die 24-jährige.

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