Aktuelle PFAS-Beprobung
Ergebnisse bestätigen stabile Lage
- Die Gemeinde Meißenheim veröffentlichte jetzt die neuesten Ergebnissen der Grundwasser-Beprobung im Gemeindegebiet.
- Foto: Gemeinde Meißenheim
- hochgeladen von Matthias Kerber
Meißenheim (st) Am 5. Mai 2025 hat das Landratsamt Ortenaukreis mit dem Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz sowie dem Gesundheitsamt in der Ortschaftsratssitzung in Kürzell die PFAS-Problematik mit Ursprung am ehemaligen NATO Flugplatz Lahr öffentlich erläutert. Im Grundwasser wurde eine PFAS-Belastung festgestellt, die sich über die Flugplatzgrenzen hinaus ausbreitet hat. Die Kleingärten liegen innerhalb der sogenannten PFAS-Fahne, schreibt die Gemeinde Meißenheim in einer Pressemitteilung.
In seiner Pressemitteilung vom 6. Mai 2025 habe das Landratsamt mitgeteilt, dass private Haus- und Gartenbrunnen in diesem Bereich nicht gemeldet seien. Sollte es dennoch solche Brunnen geben, rate das Landratsamt, diese nicht zu nutzen und stattdessen auf Leitungswasser oder gesammeltes Regenwasser zurückzugreifen. Untersuchungen von Bodenproben in angrenzenden Kleingärten hätten keine schädlichen PFAS-Belastungen im Erdreich ergeben. Für Hobbygärtner bestehe daher keine Gefahr durch eine gewöhnliche Nutzung des Gartenbodens.
Die Ursache liege nach den Feststellungen des Landratsamts in Altlasten aus der Nutzungszeit des Flugplatzes. Verantwortlich seien die damals nutzenden Streitkräfte Kanadas, die PFAS-haltige Löschschäume eingesetzt hätten. Die Sanierung erfolge im Rahmen des sogenannten AVL-Verfahrens. Die verursachenden Streitkräfte trügen fünfundsiebzig Prozent der Kosten und der Bund fünfundzwanzig Prozent. Die Steuerung und Beauftragung in Abstimmung mit der BIMA erfolge durch das Landratsamt Ortenaukreis, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Dieses Verfahren sei langwierig und könne sich bei der Sanierung von PFAS noch einige Zeit hinziehen, zumal die Verhandlungen zwischen den kanadischen Streitkräften und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zur Finanzierung der Sanierung noch andauerten.
Im Rahmen eines Treffens zwischen dem Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner und der Botschafterin Vera Alexander der kanadischen Botschaft sei zugesagt worden, dass die kanadischen Streitkräfte gemeinsam mit der BIMA noch im November 2026 die Untersuchung der PFAS-Fahne aufnehmen werden.
Zur fortlaufenden Beobachtung der PFAS-Fahne habe die Gemeinde Meißenheim für das Jahr 2026 Mittel im Haushalt eingeplant. Die Beprobung sei am 22. Juli 2026 beauftragt worden. Die Ergebnisse seien am 18. September 2026 bei der Gemeinde eingegangen und seien zur Auswertung an das Landratsamt Ortenaukreis weitergeleitet worden.
Laut Auswertung des Landratsamts seien in allen Messstellen – wie erwartet – PFAS-Gehalte nachweisbar. Mit Ausnahme der Messstelle „FLB 3" seien keine Prüfwertüberschreitungen nach Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) festgestellt worden und auch die Quotientensumme von „1" zur Beurteilung gleichzeitig vorkommender PFAS werde in den übrigen Messstellen unterschritten.
Die Messstelle "FLB 3" liege in der bekannten PFAS-Schadstoff-Fahne und zeige bei der aktuellen Beprobung Analysenergebnisse, die für die beiden Einzelparameter PFHxS (0,15 µg/l) und PFOS (0,14 µg/l) knapp über den jeweiligen Prüfwerten der BBodSchV (je 0,1 µg/l) liegen. Auch dort werde die Quotientensumme mit einem Wert von 3,0 überschritten.
Keine weitere Ausbreitung – Empfehlungen bleiben bestehen
Die Untersuchungsergebnisse bestätigten damit insgesamt die bisherigen Kenntnisse und stützten die seinerzeitige Einschätzung des Landratsamts bei der öffentlichen Bürgerversammlung am 25. Juni 2025, wonach nicht von einer weiteren Ausbreitung der PFAS-Fahne auszugehen sei. Die formulierten Empfehlungen zur Nutzung des Grundwassers aus den Gartenbrunnen würden weiterhin vollumfänglich bestehen bleiben, heißt es seitens der Gemeinde abschließend.
Die ermittelten Werte im Überblick:
- Foto: Gemeinde Meißenheim
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