"BAAL" inszeniert für Deutsche und Franzosen
Regionaltheater, das grenzenlos arbeitet

Begeistert und beflügelt von der neuen Spielstätte: Edzard Schoppmann und Diana Zöller
  • Begeistert und beflügelt von der neuen Spielstätte: Edzard Schoppmann und Diana Zöller
  • Foto: Frank Leonhardt
  • hochgeladen von Christina Großheim

Offenburg (arts). "Theater Eurodistrict BAden ALsace – BAAL", so heißt das bekannte Theater "BAALnovo" seit es seine erste eigene Spielstätte an symbolträchtiger Stelle bezogen hat. Der halbrunde Theatersaal im neu erbauten Europäischen Forum am Rhein bietet am Fuße der Pierre-Pflimlin-Brücke auf Altenheimer Gemarkung seit ein paar Wochen einen Ort der Begegnung über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.

Initiatoren und kreative Köpfe dieses einzigartigen Theaters sind Edzard Schoppmann und Diana Zöller. Die beiden gründeten "BAALnovo" 2004 als Theaterprojekt ohne Grenzen in Rastatt, verlegten es aber bereits nach einem Jahr nach Offenburg. Dort hatten sie, nachdem sie den Chef des Offenburger Kulturbüros Edgar Common als großen Befürworter kennen gelernt hatten, bessere Entwicklungsmöglichkeiten. Deutsch-französische Produktionen, interkulturell aufgestellt und seit vier Jahren die offizielle Anerkennung als Regionaltheater mit der damit verbundenen Förderung sind Kennzeichen.

Links und rechts des Rheins

Weiterhin ist man auch in der ganzen Region links und rechts des Rheins unterwegs. Schauspiel, Komödien, Straßentheater, Kinder- und Jugendtheater, Rechercheprojekte, Kooperationen mit anderen Theatern – die Bandbreite der Theatermacher ist riesig. Neben einem festen Stamm an professionellen Schauspielern ist Intendant Schoppmann die künstlerische Arbeit mit Laiendarstellern, Flüchtlingen und Migranten wichtig. Vor ein paar Jahren ging eine 15-köpfige Schauspieltruppe aus Profis und Amateuren im Rahmen eines soziokulturellen Projekts auf Tournee unter freiem Himmel, quer durch die Großregion. In Schoppmanns moderner Inszenierung der „Odyssee“ war das Segelschiff ein altes Feuerwehrauto, das gleichzeitig Bühne und Transportmittel für die Truppe war.

Edzard Schoppmann ist Intendant, Stückeschreiber, Bühnenbildner, aber auch Herr über die Finanzen. Diana Zöller, seit 15 Jahren mit Schoppmann verheiratet, ergänzt den Gatten kongenial, führt Regie, ist für die Kostüme zuständig und sorgt für System und Ordnung. Und beide sind ausgebildete Schauspieler, die immer wieder selbst auf der Bühne stehen.
Es folgt nach den spektakulären Premieren der „Rheinsymphonie“ und der „Familie Strumpfmann“ bereits am 6. Dezember mit „Emmas Glück“ eine weitere Premiere. „Der Umzug ins neue Haus, der Ausbau, die neuen Stücke, das hat uns alle sprichwörtlich an die Grenze gebracht“, sagen Schoppmann und Zöller unisono, „aber unsere neue eigene Spielstätte gleich einem Amphitheater beflügelt jetzt Theatermacher und Besucher gleichermaßen.“

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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