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Oberkirch auf dem Weg zur Klimaneutralität

Gemeinsam präsentierten sie den Kommunalen Wärmeplan in der Mediathek:  Stadtwerke-Geschäftsführer Erik Füssgen (v. l.), Städtischer Klimaschutzmanager Udo Benz, Projektleiter der Stadtwerke Oberkirch David Matuschek, Fachbereichsleiter der Stadt Peter Bercher und Bürgermeister Christoph Lipps. | Foto: Denise Burkart/Stadt Oberkirch
  • Gemeinsam präsentierten sie den Kommunalen Wärmeplan in der Mediathek: Stadtwerke-Geschäftsführer Erik Füssgen (v. l.), Städtischer Klimaschutzmanager Udo Benz, Projektleiter der Stadtwerke Oberkirch David Matuschek, Fachbereichsleiter der Stadt Peter Bercher und Bürgermeister Christoph Lipps.
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Oberkirch (st) Das Land Baden-Württemberg nimmt die Herausforderungen der Wärmewende ernst. Bis 2040 soll die Wärmeversorgung des Landes gänzlich auf erneuerbare Energieträger umgestellt werden. Als strategischer Kompass dient der kommunale Wärmeplan. Er liefert maßgeschneiderte Lösungen, die die Gegebenheiten vor Ort bestmöglich berücksichtigen. Die Ergebnisse wurden nun im Rahmen einer Informationsveranstaltung in der Mediathek der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

„Die gänzliche Umstellung auf eine klimaneutrale und emissionsfreie Wärmeversorgung stellt Kommunen vor enorme Herausforderungen im planerischen und insbesondere auch im investiven Bereich“, betont Bürgermeister Lipps in seinen Grußworten und zeigt sich dankbar, dass sich die Stadt dabei „auf die professionelle und vertrauensvolle Unterstützung unserer Stadtwerke verlassen“ kann. Auf Basis einer sechsstelligen Datenmenge entwickelten die Stadtwerke Oberkirch im Auftrag der Stadt über eineinhalb Jahre die strategische Wärmeplanung für die kommenden Jahre. Zahlreiche Analysen des Bestandes sowie des potenziellen Wärmebedarfs flossen in die Ausarbeitung verschiedener Zukunftsszenarien, berichtet David Matuschek, Projektleiter des Kommunalen Wärmeplans bei den Stadtwerken Oberkirch. Das Ergebnis ist ein umfassender Maßnahmenkatalog mit 34 kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen, deren Umsetzung in den kommenden Jahren sukzessive geplant und angegangen werde. „Der Zielhorizont für den Maßnahmenplan liegt im Jahr 2040“, verdeutlich Lipps. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig zu betonen, dass der Wärmeplan nicht in Stein gemeißelt sei und über die Jahre an weitere Entwicklungen angepasst werde.

Wärmenetze und Eigenversorgung

Einen ersten Einblick, welche Gebiete das Potenzial zur Anbindung an ein Wärmenetzes bieten und in welchen Bereichen nach derzeitigem Wissenstand eine klimafreundliche Einzelversorgung vorgesehen ist, bot sich den interessierten Bürgern am Abend der Infoveranstaltung. „Dank der bereits bestehenden Wärmenetze in Oberkirch sowie unter Berücksichtigung beachtlicher Abwärmepotenziale großer Industriebetriebe, sieht der Wärmeplan den Anschluss von rund der Hälfte aller Gebäude an ein Wärmenetz vor“, berichtet David Matuschek den Gästen. Dies entspräche einer Reduktion von jährlich rund 60.000 Tonnen CO2-Emissionen und somit rund 55 Prozent der Emissionen aus dem Wärmesektor. Weitere Kriterien für die Eignung zum Wärmenetz waren unter anderem die umliegende Topografie, eine ausreichend hohe Wärmebedarfsdichte sowie ein in die Jahre gekommener Heizsystembestand. „Nur dann ist das Wärmenetz wirtschaftlich sinnvoll und zu bezahlbaren Wärmepreisen umsetzbar“, erläutert Matuschek weiter. Außerhalb der Wärmenetzgebiete haben dezentrale Heizungslösungen Vorrang. „Der kommunale Wärmeplan ist kein Projekt, das mit diesem Bericht abgeschlossen ist, sondern in erster Linie ein strategisches Instrument, das lebt und den gesamten Weg bis zum Ziel begleitet“, ergänzt Udo Benz, Klimaschutzmanager der Stadt Oberkirch, den Vortrag. In einem nächsten Schritt werde die Stadt für die auserwählten Gebiete Machbarkeitsstudien auf den Weg bringen und das strategische Grundgerüst mit weiteren Informationen anreichern. „Je weiter wir voranschreiten, desto detaillierter wird der Plan“, betont Benz.

Sukzessive Umsetzung

Mit konkreten Projekten in Bezug auf die 34 Maßnahmen kann schon in den kommenden Jahren begonnen werden. Darunter fallen die Ausweitung der bestehenden Wärmenetze im Stadtgebiet, die Erweiterung des Wärmenetzes in der Südstadt inklusive eines neuen Wärmenetzes im Quartier „Wohnen in Hesselbach“ sowie die vollumfängliche Nutzung der Abwärme von der Firma Ruch Novaplast im westlichen Gewerbebereich von Oberkirch. Alle weiteren Maßnahmen sollen sukzessive ausgearbeitet und in einem Zeithorizont von fünf bis 15 Jahren zur Umsetzung kommen. Darüber hinaus werden Bürger mit zusätzlichen Beratungsangeboten bei der Umstellung ihrer Heizungsanlage begleitet, indem individuell klimafreundliche Heizungsvarianten konkret aufgezeigt und auf geeignete Fördermittel hingewiesen wird. Hier hat sich das Beratungsangebot bei den Stadtwerken Oberkirch in Kooperation mit der Ortenauer Energieagentur bewährt. Hinzu kommen weitere Veranstaltungen zu Lösungen, wie schon für den 7. März in der Mediathek von den Stadtwerken geplant.

Gebiete der Wärmestrategie online einsehbar

Bis zum 15. März können eigene Vorstellungen, Fragen oder Anregungen zu den Plänen schriftlich beim städtische Klimaschutzmanager Udo Benz  per E-Mail an udo.benz@oberkirch.de eingebracht werden. Alle Informationen zum perspektivischen Ausbau des Wärmenetzes und der einzelnen Gebiete stehen den Bürgern ab sofort auf der Homepage der Stadt Oberkirch unter oberkirch.de/waerme zur Verfügung. Nach Einarbeitung der Rückmeldungen soll der Wärmeplan am 18. März 2024 im Gemeinderat beschlossen werden.

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