Marina Wagaba aus Oberkirch lebt heute in Uganda
Der Wunsch, anderen eine Chance zu geben

Auf dem Weg zurück in ihre Wahlheimat Uganda: Marina Wagaba hat mit ihrem Mann eine Hilfsorganisation dort gegründet.
  • Auf dem Weg zurück in ihre Wahlheimat Uganda: Marina Wagaba hat mit ihrem Mann eine Hilfsorganisation dort gegründet.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Christina Großheim

Oberkirch (gro). Der Kontinent Afrika war für die gebürtige Oberkircherin Marina Wagaba immer faszinierend. "Ich hatte mir schon oft die Frage gestellt, wie es wohl wäre, wenn ich dort lebe", erzählt sie bei einem Besuch in der alten Heimat. Im Dezember 2017 war es soweit, die heute 29-Jährige entschloss sich nach der Heirat mit ihrem Mann Aaron, den sie bei einem längeren Aufenthalt kennen- und liebengelernt hatte, nach Uganda zu ziehen. Zum Jahreswechsel war sie zur Geburt ihrer Tochter in Deutschland, nun ist sie wieder dort, wofür ihr Herz schlägt – bei ihrem Hilfsprojekt, das sie gemeinsam mit ihrem Mann ins Leben gerufen hat.

Faszination Afrika

Zum ersten Mal reiste Marina Wagaba 2011 nach Uganda. "Meine Eltern hatten eine Schulpatenschaft übernommen und ich wollte unser Patenkind kennenlernen", schildert die gelernte Krankenschwester ihre Motivation zur Reise. Sie sagt zwar selbst, dass sie Urlaub dort gemacht hat, doch von einer klassischen Ferienreise war ihr Aufenthalt weit entfernt. Sie schloss sich stets christlichen Gruppen an, die in dem ostafrikanischen Land Hilfsprojekte unterhalten.

"Ich arbeitete dort nicht mit, aber es war eine gute Gelegenheit, das Land und die Menschen wirklich kennenzulernen", berichtet Marina Wagaba von ihrer Intention. Denn sie wollte auf keinen Fall nur die touristische Seite von Uganda erleben, sondern vor allem das wirkliche Leben.
Bei einem ihrer Aufenthalte traf sie 2014 ihren heutigen Mann Aaron Wagaba. "Er arbeitete bei Mission for Africa, einer christlichen Organisation, bei der ich meine Unterkunft hatte", erzählt die 29-Jährige. Die beiden verliebten sich ineinander und stellten bald fest, dass sie die gleichen Ideale und Ziele miteinander verbinden.

Gemeinsame Ziele und Ideale verwirklichen

"Wir führten ein paar Jahre eine Fernbeziehung", so Marina Wagaba. In dieser Zeit sei ihr immer mehr klar geworden, dass Uganda für sie nicht nur für einen kurzen Zeitraum im Jahr ihr Zuhause werden sollte, sondern für das ganze Jahr. "Einige meiner Freunde hatten schon länger das Gefühl, dass es so kommen wird, deshalb waren sie nicht wirklich überrascht, als ich es bekanntgab", sagt die junge Frau. Sie gibt allerdings zu, dass ihr Entschluss, Aaron zu heiraten und nach Uganda zu gehen, für ihre Familie nicht leicht gewesen sei. Denn mit der Heirat war auch die Gründung eines eigenen Hilfsprojekts verbunden.

Im Dezember 2017 war es soweit: Nach der Hochzeit im Juli verlegte Marina ihren Lebensmittelpunkt in ein kleines Dorf in Uganda, etwa 20 Kilometer von Mukono entfernt. "Wir konnten dort günstig Land kaufen, auf dem wir unser Projekt umsetzen können", erzählt sie. "Havilah Mission" nennen sie es. "Wir sind in Deutschland ein eingetragener Verein und haben in Uganda den Status einer NGO, also einer Nichtregierungsorganisation", zeigt Marina Wagaba auf. Das Ziel ist der Bau von Kinderhäusern für Waisen. Die sollen ebenfalls eine Schul- und Berufsausbildung erhalten. Gleichzeitig vermitteln Marina und Aaron Wagaba Schulpartnerschaften für Kinder. Wenn ihre Schule eröffnet ist, soll diese auch den Kindern aus dem Dorf offen stehen. "Es gibt hier keine staatliche Schule", so Marina Wagaba. Eine medizinische Ambulanz soll das Projekt komplettieren.

Bau eines Kinderhauses

Ins Leben gerufen wurde das Projekt 2016, 2017 wurde der Verein gegründet. "Im Januar 2018 haben wir mit dem Bau des ersten Kinderhauses begonnen. Daran angegliedert ist ebenfalls ein Bürogebäude, das seit neuestem in Uganda für solche Einrichtungen gefordert wird", erzählt Marina Wagaba.

Ihr Leben dort unterscheidet sich stark von ihrem früheren: "Es gibt kein fließendes Wasser, wir müssen es vom Brunnen holen. In unserem Dorf leben nur wenige Männer, sie sind weg zum Arbeiten oder haben ihre Familie verlassen", schildert Marina Wagaba den Alltag. "Meine ersten Monate bestanden aus Steine schleppen und Erde tragen." Als Leiterin des Projektes ist sie für die Büroarbeit verantwortlich. "Es ist manchmal herausfordernder als ich gedacht habe. Aber meinen Mann und mich verbindet unser gemeinsamer Traum, hier etwas ins Leben zu rufen." Dabei ist beiden ihr Glaube, auf dem ihre Arbeit fußt, wichtig. "Die Bibel ist Maßstab für unser Leben", sagt Marina Wagaba voller Überzeugung.

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