Evangelischer Kirchenbezirk Ortenau
Ab 2025 gibt es noch zwei Dekanate

Die beiden Dekan Rainer Becker (l.) und Oliver Wehrstein | Foto: Evangelisches Dekanat Ortenau
  • Die beiden Dekan Rainer Becker (l.) und Oliver Wehrstein
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Offenburg (st) Im Gespräch mit den Dekanen Rainer Becker und Oliver Wehrstein stand die neue Struktur im Evangelischen Kirchenbezirk Ortenau im Mittelpunkt. Bedingt durch diverse Stellenwechsel in den vergangenen drei Jahren, der Verabschiedung von Dekan Frank Wellhöner in den Ruhestand zum 31. Dezember 2024 und auf dem Hintergrund des Zusammenschlusses des evangelischen Kirchenbezirks Ortenau 2014, wurden laut einer Pressemitteilung mit dem Jahresbeginn 2025 die Zuständigkeiten der Dekane neu geordnet. Zuvor war der Kirchenbezirk in drei Regionen mit Lahr, Offenburg und Kehl den bis dahin drei Dekanen zugeteilt. Seit 1. Januar 2025 ist Rainer Becker schwerpunktmäßig als Dekan der Region "Ortenau-Süd“ zugeordnet und gleichzeitig geschäftsführender Dekan des Kirchenbezirks und Oliver Wehrstein Dekan der Region „Ortenau-Nord“. Zur Region Ortenau-Süd zählen jetzt die bisherige Region Lahr und das Kinzigtal, zur Region Ortenau-Nord die bisherige Region Kehl und Offenburg.

Damit sei zugleich eine Angleichung an den Zuständigkeitsbereich der Schuldekane geschehen, deren Aufteilung bereits in 2024 in das Schuldekanat Ortenau-Nord mit Schuldekan Daniel Liske und Schuldekanat Ortenau-Süd mit Schuldekan Jan Mathis erfolgt seien. Beide Schuldekane seien ebenfalls noch nicht lange im Schuldekanat. So habe 2023 Daniel Liske die Nachfolge von Herbert Kumpf angetreten, und Jan Mathis sei Nachfolger des langjährigen Schuldekans Hans-Georg Dietrich. Auch bei den Sekretariaten seien langjährige Mitarbeiterinnen in den Ruhestand verabschiedet worden, neue Sekretärinnen unterstützen die Arbeit in den Dekanaten. Neu sei die Schaffung zweier Stellen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit.

Hohe Dynamik

In hohem Tempo, so Oliver Wehrstein, habe sich schnell vieles verändert und eine neue Dynamik entwickelt. Ein großer Erfahrungsschatz gehe mit den personellen Veränderungen zwar verloren, aber gleichzeitig halte Neues Einzug, zudem sich nun alles unter einem Dach befindet, was die interne Zusammenarbeit deutlich erleichtert. Auch hätten beide Dekane im Zuge der neuen Struktur volle Stellen, zuvor hätten sie jeweils noch einen Predigtauftrag in einer Kirchengemeinde und den Auftrag zur Mithilfe bei Vakanzen. Nachdem 2014 die drei Kirchenbezirke Lahr, Offenburg und Kehl zum evangelischen Kirchenbezirk Ortenau zusammengeschlossen wurden,  würden sich jetzt die internen Arbeitsstrukturen und Aufgabenfelder den Veränderungen und dem Zusammenwachsen anpassen.

Mit Jahresbeginn sei zudem gemäß der Geschäftsordnung des Dekanats ein Geschäftsverteilungsplan neu aufgestellt, bei dem die Aufgaben funktional aufgeteilt worden und die Zuständigkeiten für bezirkliche Aufgaben geregelt seien. Erfreulich sei, dass mit Pfarrerin Severine Plöse, so Dekan Becker, nach vielen Jahren wieder eine Frau als Dekanstellvertreterin das Leitungsteam ab 1. März vervollständigen werde. Sie sei dann gemeinsam mit Pfarrer Thomas Krenz für die Dekanstellvertretung in der Region Ortenau-Süd zuständig, für die Region Ortenau-Nord sei dies Pfarrer Andreas Eisenmann. Ein nächster Schritt sei die enge Zusammenarbeit mit den neuen sogenannten Kooperationsräumen, insgesamt elf im Kirchenbezirk. „Hintergrund sind geplanten Stellenstreichungen, aber auch die demografischen wie gesellschaftlichen Veränderungen; wir werden nicht mehr wie bisher 53 Pfarrstellen besetzen können“, stellt Dekan Rainer Becker fest.

Reaktionen der Kirchengemeinden

Die Reaktionen der Kirchengemeinden im Kirchenbezirk auf die neuen Strukturen seien insgesamt moderat ausgefallen, da die Ältestenkreise kontinuierlich über die Veränderungen informiert worden seien. „Es gab keine großen Überraschungen, sondern eher Anfragen, wie sinnvolles Arbeiten in Kooperationsräumen funktioniert und wie sich Synergieeffekte erzielen lassen“, fasst Dekan Rainer Becker zusammen. Genau dies als kirchenbezirkliche Leitung zu unterstützen und nach neuen Wegen mit den Gemeinden im Kooperationsraum zu suchen, die Kirche zukunftsfähig erhalten, werde eine große gemeinsame Aufgabe auf allen Ebenen sein, ergänzt Dekan Oliver Wehrstein. Viele Kirchengemeinden hätten bereits jetzt schon Schwierigkeiten ihre Angebote beispielsweise bei Chören oder Gemeindekreisen am Leben zu halten oder zukünftig Mitarbeitende und Kirchengemeinderäte zu finden. Mit der Bildung von gemeinsamen Schwerpunkten und einer konstruktiven Zusammenarbeit innerhalb der Kooperationsräumen könnten weiterhin Angebote für die Gemeindeglieder bereitgestellt werden. Auch wenn die Dekane keine eigene Pfarrgemeinde mehr betreuten, hätten sie dennoch weiterhin einen Predigtauftrag in ihren Zuständigkeitsbereichen und unterstützten vakante Kirchengemeinden. Die Nähe zum Gemeindegeschehen bleibe beiden wichtige Grundlage, um die Situationen vor Ort gut begleiten zu können. Wie sieht die Kirche der Zukunft aus? Wie vernetzt man sich mit anderen Menschen mit der gleichen Ausrichtung? Das seien Fragestellungen, die den weiteren Prozess in der gesamten Ortenau begleiten würden, der ebenfalls von der Badischen Landeskirche proklamiert wird mit dem Strategieprozess „ekiba 2032 – Kirche. Zukunft. Gestalten.“

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