Narrengottedienst in Offenburg
Premiere für Dekan Stefan Meisert
- Narrenmesse in der Heiligkreuzkirche in Offenburg
- Foto: Althistorische Narrenzunft
- hochgeladen von Christina Großheim
Offenburg (st) Wenn das bunte Spättlehäs der Ministranten und das feierliche Ornat des Pfarrers Seite an Seite ein lebendiges Bild der Gemeinschaft zeigen, dann ist in Offenburg wieder Zeit für ein ganz besonderes Ereignis. Am Fastnachtssonntag, 15. Februar, verwandelte sich die Heilig-Kreuz-Kirche laut Pressemitteilung der Althistorischen Narrenzunft in einen Ort, an dem Tradition, Glaube und Lebensfreude auf beeindruckende Weise verschmolzen.
Den festlich-närrischen Auftakt bildete der prächtige Einzug von Bott und Ranzengarde der Narrenzunft, die gemeinsam mit den Ministranten im Häs und dem Zelebranten unter den rhythmischen Klängen der Band feierlich das Kirchenschiff durchschritten. „Das JA der Liebe“ zog sich als Thema wie ein roter Faden durch den gesamten Gottesdienst – von den Liedern bis hin zur Lesung, die ebenfalls diese zentrale Botschaft verkündete.
Liebe hält alles zusammen
Für Pfarrer Dr. Stefan Meisert war es eine gelungene Premiere als Zelebrant dieses Gottesdienstes. Er betonte in seinen einleitenden Worten, dass die Liebe die größte Macht auf Erden sei, die alles zusammenhalte.
Anstelle einer klassischen Predigt erwartete die Gemeinde ein rhetorisch geschliffenes Zwiegespräch zwischen Pfarrer Meisert und dem Narr Stephanie Hansert-Schupp. Gemeinsam beleuchteten sie kritisch, aber hoffnungsvoll den Zustand der Welt – von globalen Konflikten bis hin zur Politikverdrossenheit. Der Pfarrer brachte die christliche Kernbotschaft schließlich mit einem prägnanten Satz auf den Punkt: „Liebe ist nicht nur ein Wort, sie geht nicht nur durch den Magen, Liebe ist ein Auftrag heute und an allen Tagen."
Die musikalische Gestaltung lag in den bewährten Händen der Band „Regenbogen“, die diesen besonderen Gottesdienst nun schon seit über drei Jahrzehnten musikalisch prägt. Bemerkenswert war dabei das Zusammenwirken der mehr als 30 beteiligten Personen, ohne dass im Vorfeld gemeinsam geprobt werden konnte.
Lachende Gesichter
Die etwas mehr als einstündige Feier verging für die Besucher wie im Flug. Nach dem Segen sah man in der Tat nur lachende Gesichter in den Kirchenbänken. Viele Besucher fanden lobende Worte für die Mischung aus Tiefsinn und närrischer Unbeschwertheit. Der Organisator Daniel Hansert signalisierte bereits seine Bereitschaft für eine Fortsetzung im kommenden Jahr. Das Thema bleibt noch ein streng gehütetes Geheimnis. Die positiven Eindrücke dieses Tages wirken hoffentlich noch lange nach. Ganz im Sinne der Dankesworte am Ende des Gottesdienstes: „Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.“






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