Michael Mittermeier zu Gast in Offenburg
Comedy trifft Zeitmaschine
- Michael Mittermeier begeistert mit lustigen Zeitreisen.
- Foto: Foto: Olaf Heine
- hochgeladen von Matthias Kerber
Offenburg Nach fast vier Jahrzehnten auf der Bühne geht Michael Mittermeier dorthin, wo er selbst noch nie war: in die Zukunft. Mit seinem neuen Live-Programm „Flashback – Die Rückkehr der Zukunft“ gastiert der Comedian am 4. März in Offenburg – und bringt dabei auch eine sehr persönliche Geschichte mit.
Jedes Publikum ist anders
Ganz unbekannt ist ihm Offenburg allerdings nicht. „Ich habe schon öfter in Offenburg gespielt – und es hat immer funktioniert“, sagt Mittermeier im Gespräch mit der Guller-Redaktion. Eine Besonderheit ist ihm dabei im Gedächtnis geblieben: das ehemalige Gefängnis, das heute als Hotel genutzt wird. Ein Ort, den er mit seinem typisch lakonischen Humor beschreibt – irgendwo zwischen Alcatraz und Luxusdesign. „Guantanamo für Menschen mit Geld“, wie er lachend sagt. Seit Jahrzehnten ist Mittermeier unterwegs, steht Abend für Abend vor neuen Menschen – und genau das macht für ihn den Reiz aus. „Es ist völlig egal, wo du spielst“, erklärt er. Mal wird viel gelacht und geklatscht, mal hören die Leute ruhiger zu. Für Mittermeier gehört genau diese Unberechenbarkeit zum Beruf: „Eigentlich sollte jeder Auftritt eine neue Challenge sein.“ Regionale Klischees über Humor lässt er dabei bewusst außen vor. Unterschiede zwischen Baden, Bayern oder anderen Gegenden? Für ihn kaum relevant. „Es gibt ja auch nicht den deutschen Humor“, sagt er. Vielmehr sei Comedy unglaublich vielfältig.
Familiengeschichten
Inhaltlich dreht sich sein neues Programm um Zeitreisen, Vergangenheit und Zukunft – inspiriert von einer überraschend realen Figur: Mittermeiers Urgroßvater. Dieser war Anfang des 20. Jahrhunderts Erfinder, experimentierte in den 1920er-Jahren mit Solarenergie und arbeitete in Ägypten an Maschinen. „Der war wirklich crazy“, erzählt Mittermeier. Parallelen zu „Doc Brown“ aus "Zurück in die Zukunft" drängen sich auf – inklusive explodierendem Labor und visionären Ideen. „Ich habe da sogar noch Zeitungsartikel drüber“, sagt er. Patente meldete dieser allerdings nie an – aus Angst, seine Ideen könnten gestohlen werden. Eine Geschichte, die Mittermeier schon lange begleiten wollte – und die nun den Kern seines neuen Programms bildet. Die Bühne wird dabei zur Zeitmaschine, angetrieben von Humor als Kraftstoff. Was das Publikum konkret erwartet, beschreibt er klar: „Es ist ein typisches Stand-up-Comedy-Programm.“ Zwei Stunden abschalten, durch Familiengeschichten reisen und die Halle mit einem Lächeln verlassen. Gerade in unruhigen Zeiten ist in Mittermeiers Augen Lachen wichtiger denn je. Wenn er selbst in die Zukunft reisen könnte, wäre ihm eines wichtig: „Dass ich irgendwie immer noch Spaß habe an meinem Beruf.“ Schön wäre es für ihn, irgendwann mehr Zeit in Comedy-Clubs zu verbringen, andere Künstler zu treffen und das Leben mehr zu genießen. Und Offenburg? Darauf freut er sich. „Wenn sie mich dann im Hotel aus dem Knast lassen“, sagt Mittermeier, „gehe ich auch auf die Bühne.“








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