Angedacht: Dirk Schmid-Hornisch
Jedes Haar auf Ihren Köpfen ist gezählt

Dirk Schmid-Hornisch

„Fürchtet euch nicht!“ Das ist die Botschaft der Bibel. Sie gilt vor allem in bedrängenden Lebenslagen wie der aktuellen Situation der Corona-Pandemie. „Fürchtet euch nicht!“, sagt Jesus im 10. Kapitel des Matthäusevangeliums. Und dann fügt er den Grund dafür hinzu: „Bei euch sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht!“

Ich habe diese Botschaft „Fürchtet euch nicht!“ sehr bewusst im Studium an der Universität Heidelberg wahrgenommen. Im ersten Semester stand die schriftliche Bibel-Hebräisch-Prüfung an. Unser Dozent teilte die Aufgaben aus und sagte dann schlicht und ergreifend: „Und denken Sie dran: Jedes Haar auf Ihrem Kopf ist gezählt.“

Damit stellte dieser Mann alles, was in den folgenden Stunden der Prüfung geschehen würde, hinein in einen größeren Horizont: Unser je eigener Lebensweg inklusive der besser oder schlechter ausfallenden Hebräisch-Prüfung oder anderer Herausforderungen, die im Leben auf uns warten, steht im Horizont des anbrechenden Gottesreiches. Seitdem Jesus auf dieser Erde unterwegs war, ist und bleiben wird, können wir uns fest darauf verlassen, dass nichts und niemand uns trennen kann von der Liebe Gottes. Auch keine Hebräisch-Prüfung!

Für uns junge Theologiestudierende damals war das eine existentielle Herausforderung, da bei zweimaligem Nichtbestehen der Prüfung das ganze Studium zu Ende gewesen wäre, noch bevor es richtig angefangen hatte. Keine Prüfungs- oder Entscheidungssituation im Leben, auch keine Coronapandemie, nichts braucht uns mehr Furcht einzuflößen, weil jedes Haar auf unserem Kopf gezählt ist!

So gut kennt uns Gott. So sehr liebt uns Gott. Vor wem sollten wir uns dann noch fürchten? Wenn wir Gott vertrauen, dann braucht uns nicht mehr bange sein – auch nicht in der Corona-Krise. Weder sie noch eine andere Herausforderung im Leben muss uns Furcht machen, so Jesus.

Wie seine Jünger sendet er auch uns in die Welt hinaus und ermutigt uns, gelassen und mit wachem Sinn und Verstand das zu tun, wozu uns die Gegenwart herausfordert: Füreinander zu beten, aufeinander acht zu geben, mit Abstand zu unterstützen, es den Gesundheits- und Ordnungsdiensten nicht schwerer zu machen als sie es ohnehin derzeit haben, Hygieneregeln und Schutzkonzepte zu beachten und dabei nie zu vergessen: Was auch immer kommt, die Haare auf unserem Haupt sind alle gezählt. Gott wird uns durch die Corona-Krise führen so wie er uns durch viele andere Lebenskrisen geführt hat: „Fürchtet euch nicht!“

Pfarrer Dirk Schmid-Hornisch, evangelische Auferstehungsgemeinde Offenburg-Ortenberg

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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