Nachhaltige Ernährung
Tipps von Luzia Bollack-Beuschlein

Leiterin Luzia Bollack-Beuschlein im Ernährungszentrum: Dort wird beispielsweise demonstriert, wieviel Zucker in Getränken ist.
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  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Offenburg (ag). Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, weiß ein altes Sprichwort. Doch wie können wir uns nachhaltig Ernähren? Dies ist auch ein wichtiges Thema im Ernährungszentrum Ortenau in der Offenburger Prinz-Eugen-Straße 2. Dazu gehört mit an oberster Stelle, dass keine Lebensmittel verschwendet werden. Deshalb wollte die Stadtanzeiger-Redaktion von Leiterin Luzia Bollack-Beuschlein gleich zu Beginn wissen: "Welche drei Verwertungsmöglichkeiten von altbackenem Brot fallen Ihnen spontan ein?" Mit einem Lachen kommt es wie aus der Pistole geschossen: "Semmelbrösel, Knödel, Arme Ritter, Croutons, Brotauflauf, man kann es in Hackbraten oder Frikadellen verwerten. Und spontan fällt mir auch ein Rezept aus meiner Jugend ein: Goldwürfelsuppe." Für alle, die nicht wissen, was das ist, liefert Luzia Bollack-Beuschlein gleich das Rezept mit: Ei mit Milch und etwas Salz verquirlen, Brotwürfel hineinlegen, bis diese sich vollgesaugt haben und anschließend in Fett goldgelb anbraten. Das ergibt eine leckere Suppeneinlage.

Wenn etwas übrig bleibt, muss es keineswegs in den Abfall wandern. Was so banal als Resteküche bezeichnet wird, kann sehr lecker schmecken. Vor allem in Aufläufen, Eintöpfen oder Suppen lässt sich laut Luzia Bollack-Beuschlein vieles hervorragend verwerten.

Um Reste überhaupt möglichst zu vermeiden, rät sie, den Einkauf gut zu planen: "Auf keinen Fall wahllos oder hungrig einkaufen." Sonst besteht die Gefahr, dass viel zu viel in den Korb wandert. Der Einkauf sollte sich am Speiseplan orientieren, außerdem sollte vorab geprüft werden, was noch zu Hause vorrätig ist. Dinge die nicht so lange haltbar sind, immer nur in kleinen Mengen besorgen.

Überhaupt will die Menge wohl bedacht und auf die tatsächliche Familiengröße abgestimmt sein. "Großpackungen sind zwar oft preisgünstiger", räumt Luzia Bollack-Beuschlein ein. Wer solche Mengen dann aber gar nicht aufbrauchen kann und letztendlich wegwerfen muss, bezahlt am Ende mehr. "Natürlich kann ich auch die doppelte Menge kochen und dann einen Teil einfrieren", erklärt die Leiterin des Ernährungszentrums. "Dann habe ich mit gleichem Zeitaufwand eine Mahlzeit auf Vorrat produziert."

Damit Lebensmittel möglichst lange haltbar und frisch bleiben, spielt die Lagerung eine wesentliche Rolle. "Ich fülle vieles in verschließbare Gläsern um", erklärt Luzia Bollack-Beuschlein. "Denn bei offenen Packungen ist zudem die Gefahr von Schädlingsbefall größer." Und dann muss alles entsorgt werden. Wichtig ist es, regelmäßig den Kühlschrank daraufhin zu kontrollieren, was aufgebraucht werden sollte. Apropos Kühlschrank: Die Haltbarkeit der Produkte hängt auch von der Temperatur ab. In diesem Zusammenhang sollte man auch darauf achten, Lebensmittel nicht unnötig lange ungekühlt stehen zu lassen.

Auf die Frage, was wir von früheren Generationen in Sachen Nachhaltigkeit lernen können, meint Luzia Bollack-Beuschlein: "Früher waren die Menschen viel stärker auf Eigenversorgung bedacht. Dadurch hatten sie einen stärkeren Bezug zu den Lebensmitteln und die Wertschätzung war größer, da sie wussten, welche Mühe hinter der Produktion steckt."

Davon abgesehen lernten viele noch in der Schule kochen, entsprechend waren Kochkenntnisse weiter verbreitet: "Man wusste wie ein Hefeteig, eine Brühe oder Mehlschwitze für eine Soße hergestellt wird und konnte die Rezepte auch abwandeln." Wer eine Zutat nicht im Haus hatte, wusste durch was er sie ersetzen kann. Heute gibt es zudem viel mehr Rezepte mit exotischen Zutaten aus fernen Ländern. Luzia Bollack-Beuschlein empfiehlt allen, die auf Nachhaltigkeit Wert legen, vor allem regionale Produkte der Saison. Wer Urprodukte verarbeitet, spart zudem Verpackungen. "Bereite ich den Kartoffelbrei frisch aus Kartoffeln zu, weiß ich darüber hinaus, was ich esse", gibt Luzia Bollack-Beuschlein bezüglich Inhaltsstoffen zu bedenken. Es muss übrigens nicht immer Bio sein: "Wir stellen Regionalität vor Bio. Die Betriebe hier produzieren oft sehr naturnah, selbst wenn sie nicht zertifiziert sind." Darüber hinaus gilt: Die Produktion von tierischen Lebensmitteln erfordert einen höheren Energieeinsatz als der von pflanzlichen Produkten.

Wer dann noch beim Einkaufen die Wegstrecken plant und Stofftaschen statt Plastiktüten verwendet, leistet einen zusätzlichen Beitrag in Richtung Nachhaltigkeit.

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