Michael Gehri leitet das Polizeipräsidium Offenburg

Michael Gehri in seiner neuen Wirkungsstätte im Offenburger Polizeipräsidium – das Bild im Hintergrund stammt von ihm. In seiner Freizeit entspannt er gerne beim Malen.
  • Michael Gehri in seiner neuen Wirkungsstätte im Offenburger Polizeipräsidium – das Bild im Hintergrund stammt von ihm. In seiner Freizeit entspannt er gerne beim Malen.
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Offenburg. „Darf ich Ihnen Kaffee oder Wasser anbieten?“ Michael Gehri ist ein aufmerksamer
Gastgeber. Kaum ist das Glas seines Besuchers leer, schon schenkt der
Polizeipräsident wieder nach. Eigentlich ist seine Zeit knapp bemessen,
der Terminkalender randvoll. Noch relativ neu im Amt, ist er im
Augenblick viel unterwegs: „Ich möchte vor Ort mit den Kollegen sprechen
und sehen, wo es Handlungsbedarf gibt, wo Sand im Getriebe ist.“

Wollte er immer schon zur Polizei? „Nein, als ich mit der Realschule fertig
war, wusste ich wie so viele andere auch nicht so richtig, welchen
Berufsweg ich einschlagen soll“, erzählt Michael Gehri. Die Schule hatte
er ohne großen Ehrgeiz hinter sich gebracht. „Ich hatte damals viele
Sachen im Kopf – Fußball, Freunde, Moped – nur nicht den Unterricht“,
gibt der Wiesentäler mit einem Lachen ehrlich zu. Ein Onkel, der damals
selbst bei der Polizei war, meinte: „Du bist sportlich, das wäre doch
auch etwas für dich.“

Michael Gehri hat es nie bereut, dass er dem Rat folgte. Nur ein einziges Mal zuckte er während seiner gesamten
Dienstzeit kurz. Das war am ersten Tag, als er am 3. September 1974 bei
der Bereitschaftspolizei in Lahr sah, dass er in einem Acht-Mann-Zimmer
untergebracht war mit vier Etagenbetten, zwei Tischen und acht Stühlen.
„Aber nach 14 Tagen hatte ich mich daran gewöhnt, es war eine richtig
tolle Gemeinschaft“, erinnert sich der 56-Jährige.

Michael Gehri fühlte sich bei der Polizei wohl und erkannte im Gegensatz zu seiner
Realschulzeit schnell, dass es sich lohnt, Zeit und Engagement in den
Beruf zu investieren. Deshalb besuchte er auch nebenbei das
Abendgymnasium. Sein Ziel: „Ich wollte Kommissar werden.“ Eine darüber
hinausgehende konkrete Karriereplanung hatte der verheiratete Vater
zweier Töchter allerdings nie. „Es hat sich alles einfach so ergeben.
Vor allem hatte ich das große Glück, dass mich Vorgesetzte förderten.

Die zahlreichen Stationen seiner Laufbahn aufzuzählen, würde hier den
Rahmen sprengen. Nach seinen zwei beruflichen Highlights gefragt,
antwortet Gehri spontan: Der Einsatz beim Weltwirtschaftsgipfel in Köln
1999, bei dem er als Abteilungsführer mit mehreren
Einsatzhundertschaften vor Ort war. Und eine ganz besondere Aufgabe war
auch, als er Anfang der 90er-Jahre das Leitbild der Polizei
mitentwickeln konnte. „Das war eine sehr spannende Zeit“, betont er.

Spannend ist natürlich auch seine Aufgabe als Polizeipräsident. „Mein Beruf
macht mir Spaß“, erklärt Gehri, „auch wenn ich mit vielfältigen
Problemen konfrontiert bin.“ Als ein Beispiel nennt er die angespannte
Personalsituation. „In manchen Bereichen bleibt einem gar nichts anderes
übrig, als aus den bestehenden Mitteln das Beste zu machen. Da stößt
man schon auch an Grenzen“, sagt der Polizeipräsident, der zuvor die
Polizeidirektion Lörrach geleitet hatte und gibt offen zu, dass dies
durchaus auch belastend ist. „Aber das ist eine Herausforderung, die ich
annehme.“ Und in seiner Position hat er immerhin die Möglichkeit, aktiv
dazu beizutragen, dass sich die Dinge verbessern.

Die Entscheidungen über seine beruflichen Veränderungen traf Michael Gehri
immer gemeinsam mit seiner Ehefrau Ulrike. Überhaupt ist ihm die Familie
sehr wichtig. Sie lebt inzwischen wieder an seinem Geburtsort Zell im
Wiesental. Von dort pendelt der Polizeipräsident täglich nach Offenburg.
Er liebt es übrigens, in seiner Freizeit am Haus und im Garten zu
arbeiten. „Ich mache gerne Dinge, bei denen ich sehe, was ich geschafft
habe, wie Rasenmähen oder Holzhacken“, erklärt Gehri lachend. Außerdem
kocht er leidenschaftlich gerne für den großen Familienkreis oder
Freunde. Dabei kommt Hausmannskost ohne Schnickschnack auf den Tisch –
Sauerbraten, Spätzle, auch italienische Küche.

Was die gute Küche anbelangt, hat Gehri viel von seinem Schwager gelernt, einem
Profi-Koch. Als er mit seiner Frau zeitweise in Göppingen wohnte, war
dieser dort gerade bei der Bundeswehr und besuchte die Gehris fast jedes
Wochenende. Dann übernahmen die Männer regelmäßig die Küche. Ach ja,
und die Bilder in seinem Büro und im Besprechungsraum sind von ihm. „Ich
male nur zur Entspannung für mich selbst“, so Gehri, „ich stelle sie
nicht aus.“ Schade, sie sind nämlich gut.

Autor: Anne-Marie Glaser

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