Paragliding in Oppenau
Orkan Lothar wehte zum Weihnachtsfest 1999 den Weg frei

Gleitschirmflieger über dem Renchtal
  • Gleitschirmflieger über dem Renchtal
  • Foto: Reiner Schlack
  • hochgeladen von Sebastian Thomas

Oppenau (jtk). Zu Weihnachten 1999 gab Orkan Lothar den Überlegungen der Stadt Oppenau den entscheidenden Windstoß, Gleitschirm- und Drachenfliegern Startmöglichkeiten in alle Himmelsrichtungen zu ermöglichen.

Ort mit Startmöglichkeiten bei allen Windrichtungen

Er hinterließ auf der Zuflucht eine Schneise und bereitete so den heutigen Startplatz vor. Damit konnte vom Rossbühl aus auch im westlichen Renchtal der Traum vom Fliegen verwirklicht werden. Mit den vier Startplätzen gilt Oppenau in den deutschen Mittelgebirgen als der wohl einzige Ort mit Startmöglichkeiten bei allen Windrichtungen.

Der von den Fliegern genutzte Startplatz Schäfersfeld liegt im östlichen Renchtal und der Ibacher Holzplatz im Nordosten mit dem jeweiligen Landeplatz Bruhansenhof in Ibach an der B28. Dagegen können nur Gleitschirmflieger von den Startplätzen Rossbühl im Westen und Sandkopf im Nordwesten den Landeplatz Wernestwiese im unteren Tal südlich der Zuflucht anfliegen.

Drachenfliegen gibt es seit den 70ern

„Nach Lothar mussten wir einen Verein gründen, um den Drachen- und Gleitschirmfliegern ihre Sportart zu ermöglichen“, sagt Gründungsmitglied Werner Gaiser. Er ergänzt: „Mit viel Eigenarbeit wurden die Startplätze eingerichtet. Die vier Startmöglichkeiten erhöhen dabei die Anzahl der Starttage, so dass unsere Gäste und Sportfreunde bei jeder Windrichtung in die Luft gehen können.“ Das heutige Drachenfliegen gibt es seit den 70er-Jahren.

Dabei liegt ein Drachenflieger in entsprechenden Halterungen ungefähr einen Meter unter der Tragfläche und ist mit bis zu 70 Kilometer pro Stunde unterwegs. Der Gleitschirmflieger ist mit ungefähr 30 Kilometer pro Stunde bedeutend langsamer in der Luft und hängt oder sitzt fast vier Meter unter seinem Schirm.

Fliegen bedeutet Freiheit

Diese Sportart wird auch Paragliding genannt und entwickelte sich in den 80er-Jahren. Die Flugplätze sind in einem umfangreichen Verfahren genehmigt, wobei die Belange der Drachen- und Gleitschirmflieger vom Deutschen Hängegleiterverband (DHV) vertreten werden.

Für Vereinsmitglied Rainer Schlack aus Freudenstadt bedeutet alles, was ihn vom Boden wegbewegt, Freiheit. Der Gleitschirmflieger und Tandempilot äußert sich sehr positiv zu seinem Verein Oppenauer Gleitschirmflieger: „Ich schätze die große Offenheit dieses Clubs. Hier kann jeder, der einen Flugschein hat, eine Tageskarte erwerben und fliegen, von wo er will. Auf den zahlreichen Wohnmobil- und Parkplätzen in und um Oppenau ist jeder willkommen, seine Flugleidenschaft zu leben.“

35 Kilometer Tour: wandernd und fliegend

Gerade ist die zum dritten Mal vom Verein organisierte Tour „Hike & Fly“ zu Ende gegangen. Die fast 35 Kilometer lange Tour rund ums Renchtal wird im Wechsel wandernd und fliegend bewältigt. Die in Oppenau gestartete Wanderung wird vom Flug ab dem Startplatz Vogtmaierkanzel oberhalb von Bad Griesbach oder Rossbühl an der Zuflucht abgelöst.

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