Französische Schüler in deutschen Betrieben
Schnupperpraktikum

Elsass/Ortenau. 13 Schüler einer französischen Schule machen ein Praktikum in einem von neun deutschen Betrieben am Oberrhein: So begann im Schuljahr 2015/2016 auf Initiative von IHK-Präsident Dr. Steffen Auer und Claude Fröhlicher, Präsident des Vereins Eltern Alsace, das Erfolgsmodell „Eurostage". Seit April 2018 wird es durch Fördermittel im Rahmen des Interreg-Programms kofinanziert.

Betriebspraktika

Laut Karin Finkenzeller, zuständige IHK-Referentin für den Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung, werden in diesem Schuljahr voraussichtlich knapp 400 französische Jugendliche aus 23 Schulen in rund 250 deutschen und mittlerweile auch Schweizer Betrieben ein Schnupperpraktikum absolvieren. Was die Betriebspraktika in Deutschland von denen in Frankreich unterscheidet? „Der größte Unterschied ist, dass in Deutschland Praktikanten bereits während des Praktikums direkt in die Geschäfts- und Unternehmensprozesse integriert werden, es kleinere Aufträge gibt, die die Praktikanten schon selbst mit Hilfestellung erledigen sollen, um praxisnahe Erfahrungen in ihrem ausgesuchten Berufsfeld zu erwerben. Auf französischer Seite sind die Praktika eher als Beobachtungspraktika ausgerichtet. Nach anfänglicher Skepsis lernen die französischen Schüler die Mitmachpraktika in der Regel sehr zu schätzen. Sie haben von Anfang an das Gefühl, Teil der Belegschaft zu sein“, so Finkenzeller.

Grenzüberschreitenden Austausch

Firmen, die schon seit Beginn des Projekts mit an Bord sind, geben durchweg ein positives Feedback. Wie zum Beispiel die "fs-Etiketten GmbH" aus Friesenheim-Heiligenzell: „Unsere Erfahrungen mit den Schülern war sehr positiv. Sie waren interessiert und aufmerksam bei der Sache. Die Sprachkenntnisse variierten stark, meistens jedoch war eine gute Verständigung in Deutsch möglich, teilweise haben die Schüler sich gegenseitig Übersetzungshilfe geleistet", berichtet Geschäftsführerin Simone Stöckigt. Das kann Patrick Haas, Inhaber von Bliss City in Lahr, nur bestätigen: „Wir haben mit dem grenzüberschreitenden Austausch sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Schüler sind neugierig und wissbegierig. Sie freuen sich, unsere Arbeitswelt und -mentalität kennenlernen zu können und danken es uns durch ein hohes Engagement."

„Eurostage"

In welchen Sparten die jungen Elsässer gute Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben? Laut Karin Fnkenzeller sind bei den IHK-Berufen aktuell die industriellen Metallberufe, die Berufe Lager und Logistik sowie die Berufskraftfahrer gefragt: „Sehr gute Chancen gibt es zudem in der Gastronomie und im Bereich Handel." Christine Fermin, Handwerkskammer Freiburg, Geschäftsbereich Berufliche Bildung, weiß: „Engagierte junge Leute haben in allen Handwerksberufen gute Chancen, da in allen Branchen Nachwuchskräfte gesucht werden." „Eurostage" ist ein nachhaltiges Projekt, das den Grundstein dafür legen kann, dass ehemalige Praktikanten als engagierte Auszubildende wiederkommen.
Gabriele Ritter

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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