Johannes Ullrich, Handwerkskammer
Wenn Azubis Turbo für Gesellenbrief zünden

Johannes Ullrich

Ortenau. Ob das Handwerk noch goldenen Boden hat und wie die Aussichten einer Ausbildung in den vielfältigen Berufen, darüber sprach Rembert Graf Kerssenbrock mit Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg.

Welche Rollen spielen die Schulnoten bei der Bewerbung?
Gute Noten sind hierbei in jeden Fall hilfreich. Aber gerade im Handwerk erleben wir immer wieder, dass Bewerber mit nicht so guten schulischen Leistungen, die trotzdem eine Chance bekommen, in der Ausbildung ihren Turbo zünden und mit Top-Leistungen ihren Gesellenbrief machen.

Welche Berufe zählen zu den beliebten Klassikern bei den Bewerbern?
Zu den beliebten Klassikern gehören neben dem Kraftfahrzeugmechatroniker (293) – hier wurden in unserem Kammerbezirk seit Jahren die meisten Ausbildungsverträge abgeschlossen -, der Elektroniker (238), der Zimmerer (187) und der Anlagemechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (182).

Warum tun sich andere Branchen dagegen schwer, Nachwuchs zu finden?
Wie bereits in den vergangenen Jahren wird es auch in diesem Jahr nicht gelingen, alle freien Ausbildungsplätze zu besetzen. Das Thema zieht sich quer durch alle Gewerke, betrifft also nicht nur die immer wieder im Fokus stehenden Nahrungsmittelgewerke. Auch in Branchen, in denen die Ausbildungszahlen sogar steigen, suchen viele Betriebe nach Auszubildenden. Wie schwer sich die Suche nach Auszubildenden gestaltet, ist grundsätzlich von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren wie etwa dem Standort, Gewerk oder auch dem Bekanntheitsgrad des Betriebes ab.

Wie kann es nach einer Ausbildung auf der Karriereleiter im Handwerk aufwärts gehen?
Gut ausgebildete Fachkräfte sind gefragt – gerade im Handwerk. Eine duale handwerkliche Ausbildung bietet hervorragende Möglichkeiten für eine spannende Karriere. Ob als Fachkraft, Führungskraft oder selbstständiger Handwerker: Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich zu entfalten. Wichtigster Weiterbildungsbaustein ist und bleibt dabei der Meistertitel. Er ist gleichzeitig ein wichtiges Qualitätssiegel für hochwertige Ausbildung und nachhaltiges Unternehmertum. Neben dem Meister gibt es aber eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten: Ob Betriebswirt im Handwerk, Techniker, Bachelor- und Master-Studium oder Fortbildungskurse – den eigenen Weg zum Erfolg kann jeder selbst gestalten. Dafür bietet etwa die Gewerbe-Akademie der Handwerkskammer Freiburg viele praxisnahe Weiterbildungsmaßnahmen an.

Gibt es neben der dualen Ausbildung auch andere Möglichkeiten in Handwerksbetrieben seinen Berufsweg zu starten?
Im Handwerk beginnt der berufliche Weg vorzugsweise im dualen Ausbildungssystem. So erwerben Auszubildende alle notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten zum einen im Ausbildungsbetrieb und zum anderen in der Berufsschule. Beide arbeiten dabei eng zusammen mit dem Ziel, junge Menschen optimal auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten. Die Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule wird durch die überbetriebliche Ausbildung in den Ausbildungszentren des Handwerks ergänzt – bei der Handwerkskammer Freiburg ist dies die Gewerbe-Akademie an ihren Standorten in Freiburg, Offenburg und Schopfheim. Dort werden in den – auf höchstem technischen Niveau – ausgestatteten Werkstätten zusätzliche praktische Inhalte vermittelt. Diese Bandbreite der dualen Ausbildung in ein hervorragendes Instrument für eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Neben der dualen Ausbildung gibt es für junge Menschen mit Fachhochschulreife die Möglichkeit, beispielsweise über ein duales oder akademisches Studium eine Karriere im Handwerk zu starten.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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