Nachmittagskaffee war einst Kult
Zum Kaffeeklatsch gehört ein Kuchen

Zwei, die nicht nur in Deutschland zusammengehören: Kaffee und Kuchen.
  • Zwei, die nicht nur in Deutschland zusammengehören: Kaffee und Kuchen.
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Ortenau (gro). Was dem Engländer seine Teatime, ist dem Deutschen sein Kaffeeklatsch. Was heute in vielen Familien nur noch am Wochenende, wenn alle frei haben, üblich ist, war vor nicht allzu langer Zeit noch gang und gäbe. Gegen 16 Uhr traf man sich zum gemeinsamen Kaffeetrinken. Auf keinen Fall durfte dabei süßes Gebäck fehlen, das zum frisch aufgebrühten Kaffee gereicht wurde. Die Bandbreite war und ist breit: Sie reicht vom klassischen süßen Stückchen oder Kaffeeteilchen über traditionellen Kuchen bis hin zur üppigen Torte. Für den in vielen Familien üblichen sonntäglichen Ritus von Kaffee und Kuchen gehörten zwingend: frisch aufgebrühter Filterkaffee, selbst gebackener Kuchen und natürlich das "gute" Geschirr.

Kaffeekultur hat sich verändert

Seitdem hat sich viel verändert, unter anderem die Kaffeekultur in Deutschland. Der Muntermacher am Morgen und Begleiter am Nachmittag wird heute meist in vollautomatisierten Maschinen zubereitet – auch im Privathaushalt. Und so beiläufig, wie früher nach Milch und Zucker gefragt wurde, heißt es heute: Espresso oder Cappuccino? Gerade die italienische Kaffeekultur hat in Deutschland viele Freunde.

Im Prinzip ist eines immer gleich: Kaffee ist ein schwarzes, koffeinhaltiges Heißgetränk. Die dazu notwendigen Kaffeebohnen werden geröstet und anschließend gemahlen. Röst- und Mahlgrad spielen eine große Rolle, wenn es um den Geschmack des Kaffees geht. Übrigens, die Bezeichnung Bohnenkaffee bedeutet nicht, dass ganze Bohnen für die Zubereitung verwendet wurden, sondern dass das Getränk tatsächlich nur aus Kaffeebohnen besteht. Schließlich gab und gibt es Kaffeeersatzstoffe wie Zichorien oder Gerstenmalz. Aus diesen wurde der Kaffee des kleinen Mannes hergestellt, der sehr viel billiger war. Kaffee war in früheren Zeiten ein Luxusgut, das sich nicht jeder leisten konnte. Die wichtigsten Arten, die in den rund 50 Ländern angebaut werden, sind Arabica und Robusta. Weitaus seltener sind die Arten Liberica und Excelsa im Handel zu bekommen. Beide Arten unterteilen sich in eine Vielzahl von Unterarten.

In aller Regel kauft der klassische Kaffeekonsument bereits geröstete Bohnen. Kaffeebohnen sind eigentlich sehr hell. Es wird in unterschiedliche Röstgrade unterschieden: Die blasse oder Zimtröstung gilt als die mildeste Röstung. Der mittlere Grad wird auch als amerikanische oder Frühstücksröstung bezeichnet. Werden die Bohnen stark geröstet, wird dies als helle französische oder Wiener Röstung bezeichnet. Bei der französischen oder Continentalröstung werden die Bohnen doppelt gebrannt. Noch dunkler ist nur noch die italienische oder Espresso-Röstung.
Kaffee kann auf sehr unterschiedliche Art zubereitet werden. Am einfachsten ist der Direktaufguss. Dabei wird das Kaffepulver mit heißem Wasser aufgegossen und ziehen gelassen. Vor der Erfindung spezieller Kannen, in denen mit einem Sieb der Satz auf den Boden gedrückt wird, wurde einfach gewartet, bis sich das Kaffeepulver auf dem Boden abgesetzt hatte. Das Getränk wurde noch durch ein Sieb gegossen.

Filterkaffee kommt wieder in Mode

Wieder in Mode gekommen ist der gute alte Filterkaffee, der lange Zeit als altbacken galt. Dabei wird – am besten frisch gemahlenes – Kaffeepulver in einen Kaffeefilter gegeben und stoßweise mit heißem, fast kochendem Wasser übergossen. Das Pulver sollte für diese Zubereitungsart sehr fein gemahlen sein, damit das Wasser nicht zu schnell durchläuft. Kenner schwören, dass es geschmackliche Unterschiede bei den verwendetet Filtertüren gibt. Auf jeden Fall besteht Konsens darüber, dass ein Kaffeefilterhalter aus Porzellan allen anderen vorzuziehen ist. Die klassischen Kaffeemaschinen des 20. Jahrhunderts ahmten das Schwallbrühen nach. Das Ergebnis konnte geschmacklich sehr unterschiedlich ausfallen.

In Italien ist Kaffekochen ohne Druck nicht vorstellbar. Ob es sich dabei um eine der faszinierenden Barristamaschinen handelt oder um die Cafferriera, also die Espressokanne, die auf den Ofen gestellt wird, das Prinzip ist gleich. Wasser wird verdampft, der Dampf geht durch das Pulver, kühlt ab und wird zum heißgeliebten Kaffee. Türkischer oder griechischer Mokka wird dagegen in einem speziell dafür konzipierten Kupferkessel gekocht. Das Kaffeepulver wird einfach im Wasser erhitzt. Manchmal kommen Gewürze dazu. Trinkfertig ist der Mokka, wenn der Satz auf dem Boden ist.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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