Warnstreiks bei der SWEG
Mittwoch und Donnerstag kommt es zu Ausfällen

Foto: Symbolfoto gro

Ortenau (st) Die SWEG kündigt in einer Pressemitteilung an, dass die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) für Mittwoch bis Freitag, 30. September bis 2. Oktober 2026, die Beschäftigten bei der SWEG Bus GmbH und – anders als bei den ersten beiden Warnstreiks im September 2026 – zusätzlich auch bei der SWEG Schienenwege GmbH zu einem Warnstreik aufrufe. Da der Streikaufruf die Zugleitstellen der SWEG Schienenwege GmbH in Endingen am Kaiserstuhl und Gammertingen einbeziehe, würden voraussichtlich keine Züge auf folgenden Strecken fahren: Bad Krozingen – Münstertal, Achern – Ottenhöfen, Biberach – Oberharmersbach und Hechingen – Gammertingen. Auch der Zugverkehr anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen sei betroffen, da etwa die Schwäbische Alb-Bahn auf der Strecke Gammertingen – Engstingen – Schelklingen und die DB Regio auf der Strecke Endingen – Gottenheim voraussichtlich nicht fahren können. Weil die SWEG-Bahnbetriebswerkstatt in Gammertingen während des Streiks voraussichtlich nicht anfahrbar sein werde, könne es zudem zu Einschränkungen – zum Beispiel kürzere SWEG-Züge – auf folgenden Strecken kommen: Tübingen – Hechingen – Albstadt – Sigmaringen, Aalen – Ulm und Munderkingen – Ulm. Keine Ausfälle gebe es beim SWEG-Zugverkehr aller Voraussicht nach auf folgenden Strecken: Freiburg – Elzach, Offenburg – Straßburg, Offenburg – Bad Griesbach, Offenburg – Freudenstadt, Hausach – Hornberg, Tübingen – Hechingen – Sigmaringen, Aalen – Ulm, Munderkingen – Ulm sowie beim Ringzug und der Hermann-Hesse-Bahn.

Bus-Standorte

Im Busbereich seien wie bisher folgende SWEG-Standorte betroffen: Weil am Rhein, Müllheim, Endingen, Emmendingen, Lahr, Offenburg, Schutterwald, Kehl, Gammertingen, Wiesloch, Sinsheim, Dörzbach und Lauda-Königshofen. Es sei deshalb in diesen Verkehrsgebieten mit erheblichen Fahrtausfällen im SWEG-Busverkehr zu rechnen. Auch der Schulbusverkehr der SWEG werde voraussichtlich ausfallen. Zu Einschränkungen könne es beim Schienenersatzverkehr auf der Zollern-Alb-Bahn 2 zwischen Gammertingen und Sigmaringen kommen.
Eine Ersatzbeförderung für die Fahrgäste sei leider nicht möglich. Die SWEG bittet betroffene Fahrgäste daher, auf andere Verkehrsunternehmen und Verkehrsmittel auszuweichen oder den Fahrtwunsch zu verschieben.
Zu beachten sei, dass die Busfahrplanauskünfte auf Websites und Apps sowie die digitalen Fahrgastinformationsanzeiger an den Bushaltestellen nicht stimmig seien, da sich die für die Pflege von Fahrtausfällen zuständigen Beschäftigten der Busleitstellen ebenfalls am Streik beteiligen würden.
Nicht betroffen vom Streikaufruf seien die Busverkehre, die von folgenden Tochtergesellschaften erbracht würden: SWEG Bus Schwetzingen GmbH, SWEG Bus Rheinmünster GmbH, SWEG Bus Pforzheim GmbH, SWEG Bus Karlsruhe GmbH, SWEG Bus Tübingen GmbH und NVW Nahverkehr Mittelbaden Walz GmbH.

Unverständnis bei Konzernleitung

Die aktuellen Warnstreiks würden bei der SWEG-Konzerngeschäftsführung auf völliges Unverständnis stoßen. „Verdi bringt eine unnötige Schärfe in die laufenden Verhandlungen“, so Konzerngeschäftsführer Dr. Thilo Grabo. Verdi vermenge bei den aktuellen Warnstreiks zwei Dinge. Zum einen gehe es um den seit Ende August 2026 abgelaufenen aktuellen Eisenbahn-Tarifvertrag (ETV), zu dem sich Verdi derzeit in Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Deutsche Eisenbahnen (AGVDE) – also nicht direkt mit der SWEG – befindet. „Die Arbeitgeberseite hat hier ein mehr als verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt und die Streiks sind daher unverhältnismäßig“, so Dr. Grabo. Zum anderen gehe es um die Auswirkungen von Ausschreibungen im Busbereich. „Themen wie Betriebsänderungen und -stilllegungen sind laut Betriebsverfassungsgesetz eine Angelegenheit zwischen Unternehmen und Betriebsrat, nicht zwischen Unternehmen und Gewerkschaft“, erläutert Dr. Grabo. Bei der SWEG Bus GmbH seien derzeit die Verkehrsbetriebe Weil am Rhein-Lörrach und Wiesloch-Walldorf von dieser Thematik betroffen. „Wir sind in beiden Fällen auf einem guten Weg, denn derzeit laufen Sozialplanverhandlungen mit den lokal betroffenen Beschäftigten, in deren Rahmen es bereits erste Vereinbarungen gibt.“ Der Sozialplan im Verkehrsbetrieb Weil am Rhein-Lörrach sei mit dem Betriebsrat bereits Anfang September unterzeichnet worden. Ebenfalls wichtig zu wissen: Der gegenwärtig von Verdi kritisierte WBO-Tarifvertrag sei ebenfalls von Verdi ausgehandelt - und zwar mit dem Arbeitgeberverband, dem Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen - worden. Busfahrer hätten aktuell im WBO-Tarif im Hause der SWEG einen Stundenlohn von 22,77 Euro, wenn sie bereits zehn Jahre als Busfahrer tätig sind – das heißt, dass der monatliche Bruttolohn aktuell laut WBO-Tarif im Hause der SWEG bei 3848,13 Euro liege, wozu noch Zulagen, Zuschläge und Sonderzahlungen hinzukämen. Punktuelle Nachteile würden für ältere Beschäftigte existieren, diese gleiche die SWEG jedoch als Zeichen der Mitarbeiter-Wertschätzung für ganze drei Jahre aus.
Außerdem: Die von Verdi genannte Zahl von rund 500 betroffenen Beschäftigten entspreche nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Nach aktuellem Stand seien perspektivisch rund 100 Busfahrer in einzelnen Bestandsbetrieben des SWEG-Konzerns betroffen. Außerdem stünden bei der SWEG Bus GmbH derzeit keine Betriebsstilllegungen an.

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