Eine Frage, Herr Glas
Invasive Schädlinge

Dr. Michael Glas

Neue Schädlinge machen Landwirten und Gärtnern das Leben schwer. Christina Großheim sprach mit Dr. Michael Glas, Leiter der Abteilung "Pflanzengesundheit, Futtermittel und Saatgutunterschung" des Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg und Projektleiter von "InvaProtect", über die Gefährdung.

Vorbeugende Maßnahmen

Welche invasiven Schädlinge gibt es am Oberrhein?
Invasive Schaderreger am Oberrhein sind die Kirschessigfliege, die Marmorierte Baumwanze, die Maulbeerschildlaus und die Rote Austernschildlaus. Sie können die obstbaulichen Kulturen oder Reben erheblich schädigen. Auch Krankheiten und deren Überträger gehören dazu: vor allem die Goldgelbe Vergilbung an Reben mit der Amerikanischen Rebzikade als Überträger und die Scharka, eine Viruserkrankung an Zwetschgenarten.

Welche Möglichkeiten der Bekämpfung gibt es?
Bei invasiven Schaderregern ist die Kenntnis ihrer Biologie und Epidemiologie im neuen Verbreitungsgebiet am Oberrhein besonders wichtig. Auf dieser Grundlage können dann zuerst einmal vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Dazu gehören auch Netze, um die Schädlinge von den Kulturen fernzuhalten. Eine Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln ist erst nach einem entsprechenden Zulassungsprozess möglich. Die Sensibilisierung der Beratung im Obst- und Weinbau und der Betriebsleiter ist besonders wichtig.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Wie hilft das Interreg-Projekt?
Das INTERREG-Projekt „InvaProtect“ hat uns die Möglichkeit gegeben, mit insgesamt 30 Partnern in Frankreich, der Schweiz und Deutschland für das gesamte Oberrheingebiet eng zusammenzuarbeiten. So war auch das Landratsamt Ortenaukreis beteiligt. Die vielfältigen Fragestellungen zur Biologie, zum Ausbreitungsverhalten oder zum Wirtspflanzenspektrum – auch außerhalb der Kulturflächen – können nur so effektiv und zielgerichtet beantwortet und Maßnahmen abgestimmt werden. Diese fachliche Partnerschaft wird über die Projektlaufzeit weiter bestehen.

Was können Hobbygärtner tun?
Das Erkennen von neuen Schaderregern und vorbeugende Maßnahmen sind auch für Hobbygärtner relevant. Hier steht Informationsmaterial im Internet zur Verfügung und es werden Informationsveranstaltungen angeboten. Die Pflanzenschutzberatungskräfte an den Landratsämtern können ebenfalls weiterhelfen.

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