Fußnote, die Glosse im Guller
Rentner und Pensionäre

Es dauert noch genau 15 Jahre, einen Monat, einen Tag und den Rest von heute. Dann habe ich das derzeit offizielle Alter erreicht, in dem ich ohne Abschläge in Rente gehen kann. Das wird das Jahr 2033 sein. Dumm ist nur, dass kein Mensch sagen kann, ob es dann überhaupt noch eine Rente geben wird.

Nein, ich will nicht übertreiben. Das ist keineswegs für alle dumm. Beamte mögen mich wegen meiner ungewissen finanziellen Zukunft bedauern, letztendlich können sie sich aber beruhigt zurücklehnen. Werden sie selbst als treue Staatsdiener doch bis an ihr Lebensende vom Steuerzahler alimentiert. Das ist kein geschwollenes Dahergerede, sondern nennt sich wirklich so. Der Begriff Alimente wird im Alltag ja vor allem im Zusammenhang mit unehelichen oder Scheidungskindern verwendet. Die werden aber irgendwann einmal erwachsen, woraufhin die Unterhaltspflicht endet. Für seine Beamte muss Vater Staat das ganze Leben lang bezahlen. Das gilt ebenfalls für Berufspolitiker. Die müssen sogar nur zwei Wahlperioden hinter sich bringen, um sich eine schöne Pension zu sichern.

Politik lässt uns im Regen stehen

Nun mag eine alte Sünderin wie ich viele schlechte Eigenschaften haben. Neid gehört allerdings nicht dazu. Mich ärgert lediglich, wenn Menschen, die auf meine Kosten ihre eigenen Schäfchen ins Trockene bringen, mich im Alter im Regen stehen lassen. Und genau das tut die Politik. Rente mit 67, mit 70 oder wer bietet mehr? Da wird uns braven Beitragszahlern von denjenigen Wasser gepredigt, die dann selbst als Pensionäre Wein trinken.

Schon heute gibt es vor allem Rentnerinnen, die müssen sich mit über 70 Jahren noch etwas zum kargen Altersruhegeld dazuverdienen. Aus Scham scheuen sie den Gang zum Sozialamt. Das ist traurig und in der Regel der Tatsache geschuldet, dass aus verschiedenen Gründen nur wenig in die Rentenkasse einbezahlt wurde. Nun sollten sich auch diejenigen an den Gedanken gewöhnen, dass es ihnen später selbst einmal vorne und hinten nicht reicht, obwohl sie die ganze Zeit kräftig einbezahlt haben.

In ein leeres Portemonnaie schauen

Tatsächlich finanziere ich gerade mit meinen Rentenbeiträgen die jetzigen Ruheständler sowie mit meinen Steuerabgaben auch Beamtenpensionen. Und dann stellt sich die "GroKo" freudestrahlend hin und verkündet ein sicheres Rentenniveau bis 2025. Das ist in nicht einmal sieben Jahren!
Warum sollte ich noch 15 Jahre, einen Monat, einen Tag und den Rest von heute ein System finanzieren, um als Rentnerin dann selbst in ein leeres Portemonnaie zu schauen?
Anne-Marie Glaser

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