Schwertkampfkunst
Görmann legt in Japan Prüfung zum 7. Dan Kyôshi ab
- John Görmann (links) und sein Iaidô-Meister Motomu Tanaka-Sensei (rechts) nach der erfolgreich abgelegten Prüfung zum 7. Dan Kyôshi beim Taikai in Kyôto.
- Foto: privat
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Renchen (st) Die japanische Schwertkampfkunst Iaidô lehrt den Umgang mit dem Samurai-Schwert. Im Januar 2002 wurde der »Iaidôkai Offenburg« von Trainingsleiter John Görmann gegründet. Trainingsort ist seit dieser Zeit das Budô-Sportzentrum. Im kommenden Jahr feiert der Iaidôkai sein 25-jähriges Bestehen. Das Dôjô ist Mitglied im Alljapanischen Iaidô-Verband ZNIR (Zen Nihon Iaidô Renmei). Im wöchentlichen Training werden nicht nur die überlieferten Schwertkampftechniken der Samurai vermittelt. Auch die philosophischen und mentalen Aspekte dieser faszinierenden Kampfkunst werden intensiv geschult. Darüber hinaus lernen die Mitglieder die japanischen Fachbegriffe und deren Bedeutung kennen. Neben grundlegenden Zieh- und Schnitttechniken werden im Iaidô vor allem »Kata« geübt. Das sind festgelegte Bewegungsabläufe mit Abwehr- und Angriffstechniken, die der Situation in einem realen Schwertkampf entsprechen. Iaidô blickt auf eine 450-jährige Tradition zurück.
Eine besondere Auszeichnung wurde Dôjô-Leiter John Görmann jetzt zuteil. Er war beim großen Iaidô-Treffen (Taikai) des ZNIR in Kyôto dabei und konnte dort erfolgreich die Prüfung zum 7. Dan Kyôshi ablegen. Er gehört damit zu den höchstgraduierten Iaidôka in Europa. Als »Kyôshi« wird ein Experte bezeichnet, der nicht nur über ausgereifte technische Fähigkeiten verfügt, sondern auch tiefes Verständnis für die theoretischen Hintergründe und historischen Wurzeln der Kampfkünste besitzt. Unter den 560 Teilnehmern dieser traditionellen Zusammenkunft waren nur drei Nicht-Japaner, zu denen auch der 60-jährige Görmann zählte. Vor dem dreitägigen Taikai war er von Iaidô-Meister Motomu Tanaka-Sensei (9. Dan Hanshi) zu einem mehrtägigen Trainingsaufenthalt nach Süd-Japan eingeladen worden, um sich dort intensiv auf die Taikai-Teilnahme vorzubereiten.
Nach einer schriftlichen Theorieprüfung musste der Offenburger Trainer die praktische Prüfung in Kyôto mit einem »Shinken« ablegen. Es handelt sich dabei um ein traditionell geschmiedetes Schwert – das japanische Katana. Das Katana gilt als die schärfste Klinge der Welt. Nur durch langjährige Übung mit einem Samurai-Schwert ist ein sicherer und verletzungsfreier Umgang mit dieser Klinge möglich.
Spendenübergaben im Namen des Japan-Hilfsprojekts »Von Herz zu Herz«
Den Iaidô-Trainingsaufenthalt in Japan nutzte Görmann für zwei weitere Spendenübergaben im Namen des von ihm nach der Dreifachkatastrophe in Nordost-Japan im März 2011 gegründeten Japan-Hilfsprojekts »Von Herz zu Herz«. In Ishinomaki übergab er einen symbolischen Spendenscheck an Shigeki Shibata, den Gründer und Leiter des Kinderhilfswerks »Nijiiro-kureyon«. In Sendai erfolgte eine Spendenübergabe an Professor Hitoshi Shiwaku von der renommierten Tôhoku-Universität. Er ist Leiter der Fakultät für Kindergesundheitsfürsorge und verwaltet das japanische Spendenkonto. Die dort eingegangene Spende übergab Shiwaku im Auftrag der Hilfsaktion an das Kinderheim »Aoba Gakuen« in Fukushima. Beide Spendenempfänger haben sich umfangreich für die langjährige Unterstützung aus Deutschland bedankt.





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